2026

Einreichung für den BW Kongress

Titel
Vom Sparen zum Investieren – und vom Investieren zum Sparen: Ressourceneffizienz in der Kreislaufwirtschaft schöpferisch denken

Kurzbeschreibung
„Nein“, antwortete Zarathustra, „ich gebe kein Almosen. Dazu bin ich nicht arm genug.“
Nietzsche verweist damit auf eine entscheidende Unterscheidung: Handeln aus Mangel ist etwas anderes als Handeln aus Fülle. Diese Unterscheidung ist für Ressourceneffizienz zentral – denn wir scheitern selten an fehlendem Wissen, sondern an fehlender Haltung.

Kreislaufwirtschaft wird häufig als technisches System beschrieben. Doch ob sie gelingt, entscheidet sich im Menschen: in der Art, wie wir Verantwortung verstehen, wie wir führen, wie wir Grenzen setzen, wie wir in Familien und Organisationen über „mehr“ und „genug“ sprechen.

Genau hier setzt mein Vortrag an und schlägt eine dialektische Perspektive vor, die in Baden-Württemberg tief anschlussfähig ist: Schöpfen und Sparen gehören zusammen. Nicht Sparen statt Investieren, sondern Investieren so, dass Sparen möglich wird – und Sparen so, dass weiteres Gestalten möglich bleibt.

Ressourceneffizienz ist damit nicht Verzicht, sondern kluge Kapitalallokation: Wir investieren in langlebiges Design, Reparierbarkeit, Kreislauffähigkeit, Datenkompetenz, Resilienz – und erhalten dadurch materiellen Wert, Zeit, Energie und Handlungsspielräume.

Es gibt viele wichtige Ressourcen in der Kreislaufwirtschaft, aber keine ist so wichtig wie wir Menschen. Es ist merkwürdig sich Gedanken über sich selbst zu machen in Form von einer Ressource, aber ob wir es wollen oder nicht, wir alle sind Ressourcen. Und ich meine und alle, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Politiker und Wähler, Eigentümer und Mieter, Verkäufer und Kunden, Eltern und Kinder - wir alle sind füreinander Ressourcen. Unsere Urteilskraft, unsere Fähigkeit zum Maß, unsere Lern- und Kooperationsfähigkeit und natürlich unsere Identitäten spielen alle eine Rolle, sind alle wichtig, aber wie genau gehen wir miteinander um? Sind wir effizient, wenn wir uns gegenseitig als Ressourcen nutzen? Sparen wir unsere Nerven und die Nerven anderer, wenn wir uns gegenseitig nutzen und wie steht es mit dem Investieren? Investieren wir genug ineinander?

Wenn man in seine Mitmenschen investiert (Führung, Bildung, Kultur, psychologische Sicherheit), reduziert man dann Reibungsverluste, Fehlerkosten und Überlastung – oder erreicht man dies nur, wenn man sich und seine Mitmenschen spart?

Oder kommt es für die Zukunft und den Erhalt unserer Wohlstandsgesellschaft vielleicht doch auf einen dritten Weg an? Auf eine Synthese des Sparens und Investierens in uns selbst und unsere Nächsten?

Und seien wir ehrlich, ist nicht diese, urchristliche Botschaft der Liebe, im Kern unser Erfolgsmodell im Ländle? Wo wären wir ohne alle die Tüftler, Erfinder und Schöpfer wo ohne all die zurückhaltenden, denkenden Sparer?

Auf zu einer Kreislaufwirtschaft die auf der Ressourceneffizientesten Haltung basiert, der Haltung einer investierenden Sparsamkeit - oder was wünschen Sie sich für sich selbst und Ihre Nächsten?


Die Breite oder die Tiefe? Die Antwort ist ja.

Wenn ich über die Methode nachdenke, die Welt durch ein Kaleidoskop von Stimmen zu betrachten – durch die serbischen Blätter Politika und Danas, die deutschen Spiegel und FAZ, die britischen Guardian und BBC, die amerikanischen CNN und Fox News, die russische Komsomolskaya Pravda, die chinesische People's Daily und die indische Times of India –, so erinnert mich das an Montaignes Wanderungen durch die Bücher der Alten. Seneca jedoch riet einst, wie auch viele Heilige der Orthodoxen Kirche, nicht in der Menge der Autoren zu schwelgen, sondern in der Tiefe einiger weniger. Was ist richtig? In die Breite zu gehen oder in die Tiefe?

Ich mache es so - in der Philosophie und in der Religion gehe ich in die Tiefe. In der Politik jedoch tue ich das Gegenteil: ich sammle nicht Tiefen, denn meistens gibt es sie auch nicht in der Politik, sondern Breiten.

Was ist Politik, wenn nicht ein ständiges Probieren, ein Tasten nach Wahrheit in den Schatten der Meinungen und dem Licht der Scheine? Wir lesen über die Politik nicht, um zu wissen, was ist, sondern um zu spüren, ob das was scheint auch wahr ist und wo etwas wesentliches verheimlicht wird – und in diesem Schauen der vielen Scheine und der Suche nach den Schatten enthüllt sich uns manchmal der Umriss des Wahren.

In der Stille meines Arbeitszimmers, rufe ich diese politischen Seiten auf, prüfe verschiedene Perspektiven in verschiedenen Staaten und die Welt entfaltet sich vor mir wie ein Garten mit vielen Blumen, von denen jedoch nur zwei wirklich zählen, zwei die wir alle kennen: Die Blumen, die süß nach Liebe und Freiheit duften und die anderen Blumen, die bitter nach Angst und Macht stinken. Früher war solch ein Zugang zu Informationen den wenigen vorbehalten – den Fürsten mit ihren Boten, den Gelehrten mit ihren Bibliotheken. Heute, durch die Magie der Maschinen, liegt er jedem offen, der nur die Hand ausstreckt. Und doch, wie seltsam ist es, dass so wenige danach greifen? Oder ist es das? Haben nicht genau die "Mächtigen" stets danach gesucht, die von ihnen beherrschten Menschen "ohnmächtiger" zu machen, vom "Greifen" fernzuhalten und abzugewöhnen? Schmiedeten sie nicht die Zäune und die Ketten um zu herrschen über ihre Mitmenschen wie über Schafe, um sie zu scheren, zu melken und regelmäßig auch zu schlachten? Haben zugleich nicht die Liebenden das Gegenteil versucht, ihre Mitmenschen zu befreien, Verantwortung zu lehren und mit ihnen zu teilen? Sind wir Menschen so tief gewöhnt an ein solches Leben zwischen Liebe und Macht, dass wir uns einst befreit von Ketten, freiwillig in neue schmieden, einst befreit von Mauern, wir uns freiwillig neue zulegen und umgekehrt, einst in Ketten gelegt, die abzulegen suchen und einst in Mauern gefangen, die zu durchbrechen? Das würde jedenfalls vieles erklären... Wie sich unsere Vorfahren gegenseitig geformt und verformt haben. Wenn wir uns selbst kennenlernen wollen, dann können und dürfen wir als Nachfahren diese lange Vergangenheit nicht ignorieren, es gibt zwar in jeder Generation einen gewissen Neustart, eine gewisse Tabula Rass, aber sowohl die genetische Festplatte als auch unsere Kulturen bleiben nahezu identisch und

Betrachten wir die Seele von uns Menschen, einer wankelmütigen Kreatur. Wir könnten von der Trägheit sprechen, jener acedia, die uns in der Bequemlichkeit wiegt. Der Geist sucht den Pfad des Geringsten Widerstands, wie Wasser bergab fließt. Widersprüchliche Berichte zu lesen – den Ukraine-Konflikt als Triumph in russischen Lettern, als Tragödie in westlichen und als zunehmend irrelevant und uninteressant überall sonst auf der Welt, wo man selbstverständlich mit eigenen Problemen viel mehr beschäftigt ist – erzeugt jene innere Unruhe, die die Alten dissonantia nannten, ein Zwiespalt, der schmerzt wie ein Splitter im Fleisch. Der Mensch, faul wie er ist, meidet diese Arbeit; er wählt die sanfte Lüge der Bestätigung, den Weg des geringsten Widerstandes, auf dem jede Nachricht sein eigenes Bild poliert. Und die modernen Apparate, diese Algorithmen, die wie unsichtbare Diener arbeiten, verstärken es: Sie füttern uns mit dem, was wir lieben, bis unsere Welt schrumpft zu einem Spiegelkabinett, in dem nur das Eigene widerhallt.

Doch ist es nur Trägheit? Nein, da mischt sich auch der Stolz, jener alte Feind der Weisheit. Wir klammern uns an unsere Narrative wie an Reliquien, denn sie formen unsere Identität: "Ich bin der Liberale, der Konservative, der Patriot." Eine fremde Sicht einzunehmen fühlt sich an wie Verrat – an sich selbst, an der Sippe. Ich merke, dass ich mich derzeit in Bezug auf die Politik in Russland, China und Indien auf die staatlichen Perspektiven reduziere, d.h. nicht wie in anderen Ländern die Stimmen der Position und der Opposition erforsche. Ich werde das erweitern, aber langsam und mit der Ruhe. Ab und zu lesen ich auf dem Balkan auch ein bisschen etwas aus anderen Ländern, es scheint mir die politische Wahrheit der Welt ist nichts anderes als ein Flickenteppich, den wir mit jedem essenziellen Titel stets weiter vervollständigen können.

Die Alten wussten das: Sokrates trank den Schierlingsbecher, weil er die Stadt herausforderte, ihre Blasen zu verlassen, zu durchstechen. Und heute? Die Medien selbst nähren leider diesen blasenartigen Tribalismus, indem sie den Anderen als Lügner brandmarken. Misstrauen blüht, wo Vertrauen und Auseinandersetzung welken sollten. Sprachen und staatliche Grenzen tun ihr Übriges; sehr viele Menschen, gefangen in ihrer Zunge, hören nur das Echo ihrer eigenen Kammer.

Aber wir wollen uns nun zu den Früchten wenden, die derjenige erntet, der durchhält – der, wie ich, die Vielfalt wagt. Ach, welch ein Gewinn! Nicht in Gold oder Ruhm, sondern in der Erweiterung der Seele. Indem man erkennt, dass Narrative keine Ketten sind, sondern Fäden in einem Gewebe, lernt man, sie zu weben, ohne eines zu zerreißen. Man muss nicht wählen zwischen verschiedenen, entgegengesetzten Blicken, nein, man trägt sie in sich, wie ein Reisender Karten aus verschiedenen Ländern. Diese Integration – ins Bewusste, ja ins Unbewusste – ist keine Last, sondern eine Befreiung. Unser Geist, elastisch wie Quecksilber, dehnt sich aus; kognitive Dissonanz wird zum Lehrer, nicht zum Peiniger. Ich denke an Epiktet, den Sklaven-Philosophen: "Nicht die Dinge quälen uns, sondern unsere Meinungen darüber." Indem du viele Meinungen sammelst, mildern wir die Qualen jeder einzelnen.

Was gewinnt man also? Zuerst eine tiefere Empathie: Man versteht den Anderen nicht als Feind, sondern als Spiegel eines anderen Lichts. Dann eine schärfere Urteilskraft: Wahrheit entsteht nicht aus Monolog, sondern aus Dialog der Geister. Und schließlich Freiheit – die wahre, innere Freiheit, die keine Blase duldet und die verängstigten und auch bösen Menschen, die Blasen schmieden und festigen, ziemlich sofort enttarnt. Ich habe mich geprüft, ich habe gezweifelt und ich habe mich gewandelt in Beziehung zu mir selbst; so tue ich es auch mit der Weltpolitik. Es ist der Weg der Skeptiker, der Stoiker: Akzeptiere die Vielheit, integriere sie, und erst dann wirst du ganz.

Zum Schluss: In dieser gespaltenen Epoche der politischen Welt, die wie ein zerbrochener Spiegel erscheint, ist der Pfad der Vielfalt der einzig gesunde. Er heilt die Seele von der Engstirnigkeit, stärkt sie gegen Täuschung und entlarvt überall die verängstigten und die Bösen und von denen gibt es, leider, sehr viele, überall. Die Alten lehrten: Nosce te ipsum – erkenne dich selbst. Aber in unserer Zeit ergänze ich: Erkenne die Welt in ihrer Vielfalt, und du erkennst dich wahrlich. So möge dieser Essay dich inspirieren; nimm ihn, überarbeite ihn, mache ihn dein eigen.

Wann Deutschland am erfolgreichsten war.

Anstand und Wohlstand – Über das deutsche Erfolgsmodell

Deutschland war nie erfolgreicher als nach dem Zweiten Weltkrieg. Nicht wirtschaftlich, nicht politisch, nicht gesellschaftlich.

Diese Feststellung irritiert manche. Denn sie widerspricht der verbreiteten Erzählung, Deutschland sei stark gewesen, wenn es hart, aggressiv oder autoritär auftrat. Die Geschichte zeigt das Gegenteil.

Das eigentliche deutsche Erfolgsmodell entstand nach 1945. Es beruhte nicht auf Überheblichkeit, sondern auf Selbstbegrenzung. Nicht auf Ausgrenzung, sondern auf Ordnung. Sein Kern bestand aus einer seltenen, aber kraftvollen Verbindung: Anstand und Wohlstand.

Anstand meint dabei keine moralische Überlegenheit und keine perfekte Tugend. Er meint etwas Bodenständigeres und Anspruchsvolleres: die bewusste Entscheidung, Macht zu begrenzen, Verantwortung zu übernehmen und Menschen als Menschen ernst zu nehmen. Anstand zeigte sich im Ton, im Maß, im Respekt vor dem Anderen – und vor den Regeln, die für alle galten.

Ein entscheidender Punkt dieses Modells war: Menschen wurden als Menschen genommen. Herkunft, Religion, soziale Wurzeln oder persönliche Geschichte entschieden nicht über den Wert eines Menschen. Entscheidend war der Beitrag, den jemand leisten konnte und wollte.

Deutschland verstand sich als Leistungsgesellschaft im besten Sinne des Wortes. Jeder sollte seinen Beitrag zum Ganzen leisten. Arbeit, Verantwortung und Verlässlichkeit waren keine leeren Begriffe, sondern gelebte Erwartungen. Leistung schuf Würde, Zugehörigkeit und Anerkennung.

Gleichzeitig galt ein ebenso klarer Grundsatz: Wer nicht leisten konnte, wurde nicht zurückgelassen.

Das soziale Netz war kein Widerspruch zur Leistungsgesellschaft, sondern ihre Voraussetzung. Es diente nicht dazu, Verantwortung aufzulösen, sondern Teilhabe zu sichern. Es sollte Menschen auffangen, stabilisieren und ihnen ermöglichen, wieder mitzuwirken, sobald sie dazu in der Lage waren.

Dieser Zusammenhang ist entscheidend: Anstand bedeutete nicht Anspruchslosigkeit, sondern Fairness. Wohlstand entstand nicht durch Beliebigkeit, sondern durch klare Erwartungen, eingebettet in Solidarität.

Dieses Modell speiste sich aus christlicher Anthropologie – der Einsicht in die Fehlbarkeit und Würde des Menschen – und aus demokratischen Prinzipien wie Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und Kompromissfähigkeit. Gerade weil man dem Menschen nicht blind vertraute, schuf man Regeln, die Macht banden und Chancen eröffneten.

Aus dieser Haltung erwuchs Wohlstand. Nicht trotz Anstand, sondern durch ihn. Vertrauen in Institutionen, Verlässlichkeit des Rechts, soziale Stabilität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verstärkten sich gegenseitig.

Heute wird oft suggeriert, Anstand sei Schwäche. Moral sei Luxus. Zurückhaltung naiv. Doch diese Sicht verkennt die eigene Geschichte. Deutschland wurde nicht erfolgreich, als es alle Grenzen sprengte, sondern als es lernte, mit Grenzen verantwortungsvoll umzugehen.

Das heißt nicht, dass die Nachkriegszeit ideal war. Aber sie war geprägt von einer seltenen Einsicht: Stärke ohne Maß zerstört – Stärke mit Maß trägt. Anstand war kein moralischer Zierrat, sondern eine produktive Kraft.

Gerade in Zeiten von Verunsicherung, Polarisierung und wachsendem Extremismus lohnt es sich, daran zu erinnern. Nicht um nostalgisch zurückzublicken, sondern um Orientierung zu gewinnen. Wer Anstand gegen Wohlstand ausspielt, zerstört beides. Wer Leistung gegen Solidarität ausspielt, ebenso.

Deutschland braucht keine neue Härte. Es braucht den Mut, anständig leistungsfähig zu bleiben.

Warum ich die Nobelpreisträger lese?

Die Literatur der Vergangenheit als Chronik des gesellschaftlichen Geistes.

Es gibt Projekte, die aus einer Laune oder durch Zufall entstehen, und solche, die tiefen Notwendigkeiten folgen. Die eigene Bibliothek des Geistes zu ordnen, und ich sage zu ordnen, denn jeder Mensch legt während seines Lebens durch die Aufnahme von Informationen, durch Lebenserfahrungen und durch das Durchleben von Emotionen eine solche geistige Bibliothek an, ist eine der wichtigsten Aufgaben im Leben des glücklichen Menschen.

So wie der Körper Nahrung benötigt, so benötigt auch die Seele bzw. unser Geist Nahrung und so wie der Körper fettleibig, krank und unbeweglich werden kann durch zu viel an schlechter und ungesunder Ernährung, so kann und geschieht dies auch mit schlechter und ungesunder Seelennahrung. So wie der Körper angelegte Fettreserven verbrauchen kann, wenn Zeiten mit wenig Nahrung auf einen zukommen, so kann der Geist in einem noch größeren Umfang gespeichertes Wissen, Erfahrungen und Gefühle immer und immer wieder verzehren und sich an ihnen erfreuen Der wesentliche Unterschied jedoch besteht nicht in der Speicherfähigkeit, sondern darin, dass unsere Seelen viel hungriger als unsere Körper sind.

Es wundert daher nicht, dass wir als Menschen Gesellschaften aufgebaut haben und in diesen regelmäßigen geistigen Austausch über Worte, Musik, Theater, mit der Zeit Schrift und in unserer heutigen Zeit schon auch Videos, Filme und vieles mehr. Auf die Fülle des Angebots kommt es jedoch nicht an, weder bei guter Nahrung für den Körper und noch weniger bei guter seelischer Nahrung. Es kommt viel mehr auf die Verfeinerung unserer Genüsse und zugleich unsere eigene Mäßigung und Beruhigung an.

Bekannt ist die Idee der "taste palate" bzw. zu Deutsch "Geschmackspalette" oder einfacher gesagt der Gaumenfreunde. Wir können diese trainieren bzw. durch die langsamere und bewusste Aufnahme von Nahrung einen ausgeprägten Tastsinn entwickeln und viele von uns haben das auch schon getan und darin große Freuden gefunden. Es kommt dabei auch nicht einfach um Besuche von Sternerestaurants, wobei ich mir diese besonders gerne gönne, sondern es geht viel mehr um die Entwicklung der Fähigkeit jedes bisschen Nahrung, was wir zu uns nehmen bewusst im Geiste zu verstehen und mit Geduld zu genießen. Mit unserem Geist wird dieses Spiel noch interessanter, denn es kommt dabei auf unsere Beziehungen mit unseren Mitmenschen, unseren Vorfahren sowie unseren Kulturen, Gesellschaften und Religionen an. All das stellt Seelennahrung für uns dar und umgekehrt - wir selbst bzw. unsere eigenen Seelen sind genauso Seelennahrung für unsere Mitmenschen, unsere Nachfahren, Kulturen, Gesellschaften und Religionen.

Was ich mir tagtäglich versuche zu gönnen und zu genießen und was ich selbst versuche zu geben ist das schönste und wertvollste, was eine menschliche Seele produzieren kann - die Liebe. Und in der Ordnung meiner geistigen Bibliothek beschloss ich, dank einem Zufall bzw. einer Fügung, durch welche die vollständige Büchersammlung des Kreises der Nobelpreisfreunde in meinen Eigentum kam, jedes mit dem Nobelpreis für Literatur gekürte Werk der Autoren zu lesen. Das Nobel-Komitee versuchte anfangs das Lebenswerk von Schriftstellern zu ehren, aber sie wählten dennoch ein einzelnes Buch aus dem Opus der Schriftsteller aus und dieses wurde vom Kreis der Nobelpreisfreunde in einer schönen Auflage gedruckt. Diese Bücher, die seit 1901 erscheinen, dem Jahr in dem der erste Nobelpreis für Literatur veröffentlicht wurde, bilden eine Brücke aus Papier und Tinte, die uns alle durch die letzten 125 Jahre führen und eine wertvolle und nahrhafte Chronik des gesellschaftlichen Geistes darstellen.

Was mich an dieser speziellen Edition fasziniert, ist nicht allein das literarische Werk. Es ist das „Davor“ und das „Danach“, denn jeder Band beginnt mit einem Rückblick auf die oft schwierige und manchmal auch Thrillern-ähnelnde Entscheidungsfindung des Komitees und dem Echo, das diese in der damaligen Öffentlichkeit auslöste. Es folgt die Verleihungsrede – jener Moment, in dem die Welt versucht, das Unfassbare, die Kunst, in feierliche Worte zu fassen. Schließlich gibt ein Essay über das Leben und Werk des Autors den biografischen Resonanzboden für das Werk selbst.

Ich lese diese Bücher nicht als bloßer Konsument, sie sind nicht einfach eine weitere Art von Seelennahrung, sondern sie bilden etwas sehr feines, dass es uns ermöglicht unsere eigenen geistigen Bibliotheken zu ordnen und zugleich unseren seelischen Geschmackssinn zu veredeln.

Mein Weg durch die Sammlung begann – wie erwähnt – mit 1901: Sully Prudhomme. Er war ein Kollege, Philosoph und Dichter. Seine Tagebücher und Gedichte, die in der ersten Auflage in 1901 erschienen sind, sind das Vermächtnis eines Suchenden. Das Komitee ehrte ihn für seinen „edlen Idealismus“, doch wenn ich ihn heute lese, sehe ich einen Mann, der ahnt, dass die reine Vernunft allein die Abgründe der Seele nicht ausleuchten kann. Er war auf der Suche nach der Antwort auf die große Frage unseres Daseins, der Frage danach: was ist der Mensch? Bis zum Ende seines Lebens gab er die Suche nicht auf und es ist ein vortreffliches Erlebnis sich ihm bei dieser zu gesellen, insbesondere durch das Lesen seiner Tagebücher in denen er ehrlicher und direkter war als in manchen seiner anderen Werke und die er herausgab, als er in der Gesellschaft genug ankam und das Gefühl hatte sein Werk für die Gesellschaft mit ihnen abrunden zu können bzw. seine Kreise zu schließen.

Schon im nächsten Jahr folgte ein radikaler Bruch: 1902: Theodor Mommsen, ein Chronist der Macht. In seiner Römischen Geschichte begegnet man der Monumentalität des antiken Roms. Die Verleihungsrede feiert ihn als „größten lebenden Meister der historischen Darstellung“, doch ich fragte mich mit Dostojewski im Sinne: Ist die Geschichte wirklich nur der Triumph der Starken über die Schwachen? Sein Buch langweilte mich ab einem Moment, denn seine Begeisterung für die Macht, für die Schlachten, für den Krieg fand ich so primitiv, dass ich beschloss, nach dem ich ca. die Hälfte oder zwei Drittel des Buches gelesen habe, das Buch wieder in den Regal zurückzustellen. Wir wissen ja wie Preußen sein Ende fand und wir wissen schon länger, dass wer mit dem Schwert wedelt vom Schwert auch erschlagen wird. Eine Liebe zur Macht und zur Gewalt zu entwickeln und zu leben, das war für eine längere Zeit auf unserem Planeten fast nötig gewesen um zu überleben und es ist auch heute gut sich diese im Geiste zu vergegenwärtigen um zu erkennen, dass wir Menschen keine Schmetterlinge sind, aber unser Leben der Macht und Gewalt zu widmen bedeutet es nichts anderes als unser Leben zu verfehlen und im niederen, dunklen Abyssen unserer Seele wie Säue, die sich im Schlamm wälzen, zu verbringen.

1903 war dann mit Bjørnstjerne Bjørnson ein ehrhafter und tiefgründiger Ausgleich. Der Norweger brachte die Frische der Fjorde kombiniert mit tiefen Gegensätzen zwischen christlicher Liebe und nordischer Härte in die Sammlung. Seine Erzählungen strotzen vor moralischem Ernst und so tiefgründigen Gefühlen der Wut und der Liebe, dass ich mich immer wieder stark mitgenommen fühlte und an manchen Stellen auch Tränen vergoss. In der Biografie erfuhr ich von seinem unermüdlichen Kampf für die nationale Identität Norwegens und die Ansiedlung der christlichen Liebe in dieselbe – er brachte wie kein anderer das Kreuz in die Hände der Vikinger und versuchte und schaffte es auch viele Mitglieder einer ganzen Generation die Liebe zu lehren. Was für ein Mensch und Schriftsteller, ich war erstaunt.

1904: Frédéric Mistral & José Echegaray. Ein geteilter Preis, ein Novum. Mistral mit seinem Epos Mireille besingt die provenzalische Heimat in einer fast vergessenen Sprache und mit einer Tiefe, die der von Bjørnstjerne Bjørnson gleicht, während Echegaray in seinen Meisterdramen die spanische Leidenschaft auf die Bühne bringt. Zwei Extreme: Die Verwurzelung im Boden gegen das Feuer des Theaters, beide Bücher brachten mir in großem Umfang eine solche seelische Gaumenfreude, dass ich sie kaum aus den Händen lassen wollte. Echegaray brachte mit seinem unvergleichlichem Drama einen geistigen Kampf zwischen Miguel Servet als Gejagtem und Calvin und seinem Handlanger Walter als den Jägern dermaßen euphorisch und zugleich tiefgründig und dramatisch ins Leben und vertiefte sich dabei so meisterhaft in die Liebe, in den Hass und in die Bosheit, indem er den leiblichen Sohn des Jägers, der die Identität des Vaters nicht kennt und umgekehrt, zum geistigen Sohn des Gejagten machte, dass ich das Gefühl hatte mittendrin zu sein und die Schicksale seiner Helden zu teilen. Ein unvergängliches Werk, ebenso wie das Werk von Mistral, der mit Mireille nicht nur vom Paris-Zentralismus flüchtet und die Regionen stärken will sondern auch die Tiefen des weiblichen Herzens erforscht indem er das verliebte Mädchen, dessen Eltern den Jungen wegen dem Standesunterschied, Zukunftsperspektiven und Armut ablehnen, in ihrem Leid zwischen Herz und familiärer Pflicht zeigt und sie eine dramatische, fast mythische Pilgerreise zu einem Kloster unternehmen lässt um Antworten zu suchen.

In 1905 kam der erste mir bekannte große Meister, Henryk Sienkiewicz, der mit "Quo Vadis?" als ein Gigant der Literaturgeschichte die Nobel-Bühne betritt. Ich konnte es kaum erwarten sein Werk zu lesen, dass ich in der Jugend schon beschloss mir auszusparen für eine spätere Zeit und wie gut war diese Entscheidung. In der Einleitung wird seine „epische Kraft“ gewürdigt und sein Buch ist die ewige Konfrontation zwischen dem Geist (dem frühen Christentum) und der rohen Gewalt (Nero) – ein Thema, das sowohl Echegaray meisterhaft behandelte, als auch Dostojewski während seines gesamten Lebens bis ins Mark erschüttert hatte. Sienkiewicz zeigt uns, in dem er die großen Heiligen Apostel der christlichen Kirche aufleben und ihre Liebe mitten in Rom in einer solchen Tiefe ausleben lässt, dass das Wort auf ewig sehr viel mächtiger bleibt als das Schwert. Dieses Buch ist mit Abstand eines der besten, dass ich bisher gelesen habe und so gern hätte ich mit Sienkiewicz persönliche Zeit verbracht und philosophiert, diesem polnischen Edelmann, der vorzüglich die römische Geschichte und Kultur gekannt hat und eben auf Basis dieses Wissens seine Liebesgeschichte so meisterhaft platzieren und erzählen konnte.

1906: Giosuè Carducci. Dieser „Sänger der Nation“ aus Italien, mit dessen Oden ich die Bekanntschaft machte, stand für eine Auflehnung gegen die Dunkelheit und ein Loblied auf das Licht der Renaissance. In seinem Werk ist der Stolz eines Geistes zu spüren, der sich weigert, vor dem Unvermeidlichen zu knien und so sehr dachte ich während ich seine Zeilen las an die Tatsache, dass die Renaissance, genau wie der Kommunismus später, nie ein global gelebtes Phänomen wurde und nie alle Kulturen auf der Welt in gleicher Intensität traf. Der sog. globale Osten kennt keine Renaissance sowie der globale Westen den Kommunismus nicht kennt, außer in Theorie und als etwas was in der anderen Hemisphäre die Gesellschaften verändert hat. Wir brauchen solche Dichter wie Carducci wieder, aber Dichter für die Menschheit, Dichter die sich in tiefer Kenntnis unserer gespalten Welt ermutigen nicht nur zu einer Synthese aufzurufen sondern zu mehr, denn mehr ist nötig für die Entwicklungen.

1907: Rudyard Kipling. Ein weiterer Gigant, aber dieses Mal von einer gänzlich anderen Natur, ein verlorener Junge in der Welt, ein Suchender und ein Kämpfender zugleich, den ich über Mogli und das Dschungelbuch ein wenig schon aus der Kindheit kannte um während meiner Jugend bereits zu lernen, dass sich hinter ihm sehr viel mehr verbirgt. Dieser Weltreisende, war der erste Brite, der den Nobelpreis erhielt und verbrachte sein Leben in der hautnahen Erforschung vieler Kulturen, welche die Briten kolonialisierten und als ein in der Politik tatkräftig Mitwirkender Mensch und Denker, der jedoch bis an sein Lebensende viel mehr mit sich selbst und seinem eigenen Geist und ihren Tiefen beschäftigt blieb. Seine Dschungelbücher und nicht nur ein Dschungelbuch, bilden zum einen eine ganze Reihe unterschiedlicher für sich selbst stehender und fantastischer Geschichten sowie natürlich mit Mogli eine ganze Geschichtsreihe, die ich als die eigene geistige Entwicklung Kiplings betrachte. Wie Nietzsche, der es probierte in Zarathustra sein Herz in Erscheinung treten zu lassen und in seiner Biografie, im Ecce Homo, zugab selbst Zarathustra zu sein, so empfinde ich Mogli als Rudyard Kipling selbst und finde es sehr schade, dass in der breiten Öffentlichkeit diese lange und vielschichtige Geschichtsreihe über Mogli größtenteils auf eine einzelne und in vielen leider veränderte Geschichte reduziert wurde. Mogli wird z. B. sehr guter Freund mit der Schlange Ka, um nur einen der sehr vielen Details zu erwähnen. Kipling war ein Meister der Erzählung, der uns nicht nur zeigte, dass das „Gesetz der Dschungel“ überall herrscht, ob im Londoner Club oder im indischen Urwald, sondern auch, dass die Briten im Endeffekt ein Wolfsvolk waren und das bleiben.

Mein Fazit nach dem Lesen der Bücher aus den ersten sieben Jahren besteht darin, dass ich, wenn ich die Verleihungsreden dieser Jahre nebeneinanderlege, ein Muster erkenne: Das Komitee suchte nach dem „Ideal“, nach der moralischen Festigkeit in einer Welt, die bereits zu wanken begann. Von Prudhommes Innerlichkeit bis zu Kiplings imperialer Weite ist es eine Reise durch die Sehnsüchte des ausgehenden 19. Jahrhunderts und eine, in vielem ahnende, Vorbereitung auf die Schrecken des 20. Der menschliche Appetit nach Macht und Zerstörung, den wir zwar als primitiv empfinden können, und ich tue das vielleicht noch mehr als andere, hört nicht auf und darf nicht ignoriert werden. Ich erkannte mittlerweile, dass er in vielem mit seelischen Verletzungen und seelischen Erkrankungen zu tun hat und dass Menschen sich insbesondere deshalb um Macht bemühen, weil sie sich aus Machtpositionen heraus die Genesung erhoffen über die Möglichkeit eben viel Seelennahrung zu kosten und sich wieder in Ordnung zu bringen und ich hoffe in unserer heutigen Zeit werden die Fülle an Möglichkeiten, vom Fernsehen bis zur künstlichen Intelligenz großflächig diesen Hunger befriedigen können, ohne das es erneut zu großen Kriegen und Zerstörungen kommt. Ich hoffe das, aber ich glaube es immer weniger, denn wir Menschen sind nicht nur keine Schmetterlinge, wir scheinen wohl hungriger und zerstörerischer als die Dinosaurier und die Haie zusammen zu sein. Jesus Christus benannte, wie auch die Römer, unseren Durst nach Blut und Hunger nach Fleisch und während Jesus Christus sich selbst gab, sein Blut und Fleisch und dazu aufforderte dieses auf ewig, wenn es dunkel wird, wie einen Abendmahl einzunehmen, gestalteten die Römer die blutigen Spiele in den Arenas um diesen gleichen Durst und Hunger zu stillen. Zwei Methoden, zwei Antworten auf dieselbe Frage, die nicht so sehr "was ist der Mensch" lautet sondern "was ist im Menschen". Unsere heutige Zeit ist geprägt von Versuchen diese unsere Natur und diese unseren Bedürfnisse zu leugnen und das kann nicht gut ausgehen.

Ich bin dankbar viel über und von den Autoren der ersten 7 Jahre gelernt zu haben, aber noch mehr lernte ich über die Menschen, die sie auszeichneten. Nun warten die nächsten Bücher, angefangen mit Rudolf Eucken, einem weiteren Philosophen in der Nobel-Runde. Ich bin gespannt.

Der Funke einer Illusion

Es ist ein kurioser Makel unserer menschlichen Natur, dass wir unseren Augen als ehrlichen Boten vertrauen, obwohl sie in Wirklichkeit eher Geschichtenerzähler sind, die oft das, was wir sehen, nach unseren tiefsten Wünschen formen. Die alten Griechen wussten schon, dass unsere Augen uns häufig täuschen, Descartes hat dies in seinen Meditationen wieder aufgegriffen, und moderne Wissenschaftler sind sich der Unzuverlässigkeit unserer Augen – und vor allem unseres Gehirns, das interpretiert, was die Augen sehen – meist genauso bewusst wie der Tatsache, dass Wasser bei 0 °C gefriert. Und dennoch glaube ich, dass viele von uns die Macht, die Illusionen haben können, die unser Gehirn uns durch die Augen sehen lässt, stark unterschätzen und Zauberkünstlern und sonstigen Illusionisten überlassen. Illusionen können und tun dabei in unseren Seelen so mächtige Funken entzünden, dass aus diesen das Feuer unserer Schicksäle wird.

Nehmen wir meine Zeit auf den weiten Hochebenen Colorados: Ich sah einen unglaublich großen silbernen Mond – den die Wissenschaftler einen leblosen Felsbrocken nennen, der Hunderttausende Kilometer entfernt ist –, der so riesig und nah erschien, dass ich das Gefühl hatte, ich könnte ihn fast mit meinem Spazierstock berühren. In meiner Jugend wurde diese Ansicht zu einer Reflexion: Wenn der Mond hier im Westen der USA sich so anfühlt, als läge er nur jenseits des nächsten Hügels, dann ist es auch nachvollziehbar, warum die Menschen in Amerika den Wunsch erhielten ihn zu erreichen.

Wir alle werden von unserer Umgebung geprägt und in den engen, bewaldeten Tälern Europas ist der Mond eine bescheidene Erscheinung, ein einfacher „Punkt am Nachthimmel“, der erst hell leuchtet, wenn er hoch und einsam steht. So nahe am Horizont sehen wir ihn praktisch nie. Der Mond ist natürlich sehr weit von unserem Planeten entfernt, und es spielt keine Rolle, von welchem Kontinent oder Land aus wir ihn betrachten – die Entfernung ist praktisch immer gleich. Und doch hängt unsere Wahrnehmung davon ab, in welcher Umgebung wir ihn sehen. In der weiten amerikanischen Westlandschaft täuscht die Größe des Landes das Gehirn dazu, den Mond als etwas Großartiges und vielleicht sogar Nützliches zu sehen. Wenn der Mond dann hinter einem himmelhohen Berg aufgeht, lässt unser Geist ihn nicht ein fernes Pünktchen bleiben sondern transformiert ihn zu einem Ziel, das wir verfolgen können. Genau da hört die „Mond-Illusion“ auf, ein bloßes Gedankenspiel zu sein, und entfacht echten menschlichen Mut.

Milutin Milanković, mein Namensvetter in Bezug auf unsere Vornamen, war ein scharfsinniger Denker, der die langsamen Tänze der Erde kartierte – ihre Neigungen und Bahndehnungen, die unsere Jahreszeiten bestimmen – und der seine Tage damit verbrachte, Zahlen auf kosmischen Skalen zu knacken, die Jahrtausende umfassen, weit über ein einzelnes Menschenleben hinaus. Doch selbst ein Genie wie er würde zustimmen, dass für jemanden, der im Staub steht, das, was sich echt anfühlt, entscheidend ist. Wenn der Mond von der felsigen Wüste in Colorado aus erreichbar scheint, dann deshalb, weil die Welt um uns herum eine Bühne schafft, die groß genug ist, um unsere Neugier zu befeuern. Es fühlt sich real an – und wird schließlich real, indem wir es zur Realität werden lassen.

Kein Wunder, dass das Kino, dieser moderne Traumweber, diese Vergrößerung so liebt. Stellen Sie sich den Jungen aus E. T. und seinen Besucher aus den Sternen vor, silhouettiert vor einem Mond, der so gewaltig erscheint, dass er für Augen der Menschen aus Europa jeder Logik widerspricht. Spielberg, dessen Name aus den zwei deutschen Wörtern „Spiel" und „Berg“ besteht, fand in Kalifornien die perfekte Kulisse für seine Aufnahme und trickste unsere Augen ein wenig aus, indem er die Kamera sehr weit entfernt positionierte und heranzoomte, um den Mond noch etwas größer wirken zu lassen – obwohl ich betonen muss, dass der Mond in meiner Erinnerung und Erfahrung in Colorado noch größer war als in Spielbergs Film. Das ist nicht der kalte, vermessene Mond des Astronomen, sondern der, der an unseren Gefühlen zerrt – der freundliche Nachbar, den wir besuchen möchten.

Montaigne fragte oft „was weiß ich?“ –, wie ich es auch tue, wenn ich vor mich hin reflektiere. Unser Gehirn, diese klugen Maschinen die Geschichten erfinden, scheint sich oft mehr um Gefühle und um das Machbare zu kümmern als um das strenge und exakte. Wir haben Raketen zu jenem leuchtenden Felsbrocken geschickt, nicht weil wir die exakte Entfernung perfekt berechnet hatten, sondern weil er von der richtigen Stelle aus nah genug zum Greifen erschien.

Watson verpasst in dem Witz mit Sherlock Holmes, den ich auf meiner Website habe, das gestohlene Zelt, weil er sich in Sternenfakten und Staunen verliert. Die kühnen Tricks unserer Augen treiben uns oft zur Ambition, aber echter Fortschritt entsteht durch das Verbinden von Blickwinkeln: die Präzision des Wissenschaftlers mit der Reichweite des Träumers, die maskuline, phallische Energie mit der femininen, erdenden Kraft und natürlich unsere östliche Vorliebe für Gefühl mit der westlichen für Fakten.

Welche fernen Träume können wir als Nächstes in gemeinsame Realitäten verwandeln, welche Illusion weben die uns alle emporhebt zu einer neuen echten Ebene in dieser unserer unergründlichen Realität?

Die Quelle(n) der Wahrheit?

Machen wir uns Gedanken dazu, wer in unserer Welt im Zusammenhang mit der aktuellen Politik und dem gesellschaftlichen Geschehen die Wahrheit schreibt und wer Lügen erzählt, kommen wir früher oder später zum Fazit, dass es eigentlich gar nicht so sehr um Wahrheit oder Lügen geht, sondern viel mehr um die erzählten Geschichten und Perspektiven. Kaum eine Geschichte und Perspektive ist dabei vollständig wahrhaftig bzw. kaum eine ist komplett erlogen. Überall befindet sich, in anderen Worten, etwas wertvolles, wenn wir auf dem Weg sind, auf der Suche, nach einem Verständnis der aktuellen Politik und des aktuellen gesellschaftlichen Geschehens.

Obwohl ich mir selten die Zeit nehme um mich hierüber zu informieren, denn zu viele Informationen aus diesen Sphären unseres Lebens sind in der Tat nicht nötig, ja auch nicht erwünscht für ein glückliches und erfülltes Leben, so nutze ich diese wenige Zeit, die ich mir nehme, schon seit vielen Jahren auf ein ganz bestimmte Art und Weise bzw. ich habe, um mich zu informieren über die aktuelle Politik und das gesellschaftliche Geschehen, ein spezielles modus operandi entwickelt. Da ich diesen modus operandi sehr schätze und über ihn jeweils nicht nur eine Bereicherung erfahre, sondern mich auch befähige der aktuellen Politik und dem gesellschaftlichen Geschehen beizutragen, wollte ich diesen modus operandi zugänglich machen. Wir Menschen wollen und müssen schließlich der Gesellschaft beitragen, denn nur gemeinsam, nur zusammen, können wir in dieser gefährlichen und oft unfreundlichen Realität überleben und uns in ihr weiter behaupten.

Ich nehme, wenn ich jeweils den Hunger nach diesen Informationen erhalte, die Welt ins Visier und betrachte sie durch ein Kaleidoskop von Stimmen. Konkret schaue ich mir zum einen die Webseiten der serbischen Blätter "Politika" und "Danas" an, dann der deutschen "Spiegel" und "FAZ", der britischen "Guardian" und "BBC", der amerikanischen "CNN" und "Fox News" und schließlich der russischen "Moskovskaya Gazeta", der chinesische "People's Daily" und der indischen "Times of India", um einige zu nennen. Ohne die tüchtige Ausübung des ehrenwerten Berufs von Journalisten in politischer Position und Opposition, wären diese internationalen Wanderungen für mich gar nicht möglich. Natürlich gibt es auch unter den Journalisten allerlei Menschen, aber so ist es in jedem Beruf, wobei dieser in unserer heutigen Zeit unter großem Druck steht sich zu wandeln. Ich spreche verschiedene Sprachen, aber merke heute werden diese Webseiten alle auch zügig und automatisch in Sprachen nach Wahl übersetzt, d.h. diese Art der Wanderung auf der Suche nach Verständnis ist jedem zugänglich. Genau das ist auch die entscheidende Aufgabe guter Journalisten, nämlich die Leser sauber mit Fakten und verschiedenen Gefühlen Betroffener zu versorgen, sodass mach dem Lesen als Konsequenz ein Verständnis entstehen kann. Die Aufgabe ist es selbst unsichtbar zu bleiben, wie ein guter Schiedsrichter in einem Fußballspiel, ohne den das Spiel unmöglich ist, der aber nur dann richtig gut seine Arbeit macht, wenn er kaum auffällt. Das politische und gesellschaftliche Spiel ist kein Spiel, sondern das reale Leben, aber es hat ähnlich zu einem Spiel auch eine Struktur und eine Rollenverteilung und so vollzieht es sich zwischen den Lauten und den Leisen Mitgliedern der Gesellschaft. Die Arbeit der Journalisten besteht darin sowohl die Lauten vorzustellen und ihnen dabei auf die Finger zu schauen als auch die Leisen immer wieder etwas lauter zu machen. Natürlich geht es auch darum diejenigen ins Licht zu bringen, die im Schatten agieren, was eine enorm wichtige und oft gefährliche Arbeit darstellt, die aber gemacht werden muss, denn ohne sie ist vieles in unseren Politiken und Gesellschaften gefährdet. Wir Menschen sind eben keine Schmetterlinge.

Ich besuche natürlich auch Webseiten aus anderen Ländern manchmal, um zu lesen was dort die Journalisten schreiben und die politischen und gesellschaftlichen Akteure sagen, insbesondere wenn in diesen Ländern etwas geschah. Ich bemühe mich dabei in den meisten Ländern jeweils Stimmen der politischen Position und der Opposition wahrzunehmen.

In Bezug auf meine philosophischen und religiösen Gedanken tue ich dabei das komplette Gegenteil - wie Seneca und viele andere geraten haben und auch ich allen künftigen Denkern raten will, soll man nicht in der Menge der Autoren schwelgen, sondern in der Tiefe einiger weniger. In Bezug auf die Politik und das gesellschaftliche Geschehen jedoch tue ich, wie ich nun begann zu schildern, as Gegenteil: ich sammle nicht Tiefen, sondern Breiten.

Was sind Politik und Gesellschaft, wenn nicht ein ständiges Probieren, ein Tasten nach Wahrheit in den Schatten der Meinungen? Wir lesen über die Politik nicht, um zu wissen, was ist, sondern um zu spüren, ob das was scheint auch wahr ist – und in diesem Schauen der vielen Scheine enthüllt sich uns manchmal der Umriss des Wahren.

In der Stille meines Arbeitszimmers, rufe ich diese Seiten auf, prüfe verschiedene Perspektiven in verschiedenen Staaten und die Welt entfaltet sich vor mir wie ein Garten mit vielen Blumen, von denen jedoch nur zwei wirklich zählen: Die einen duften süß nach Liebe und Freiheit, die anderen bitter nach Angst und Macht. Früher war solch ein Zugang zu Informationen den wenigen vorbehalten – den Fürsten mit ihren Boten, den Gelehrten mit ihren Bibliotheken. Heute, durch die Magie der Maschinen, liegt dieser Zugang jedem offen, der nur die Hand ausstreckt. Und doch, wie seltsam ist es, dass so wenige danach greifen? Oder ist es das?

Betrachten wir die Seele von uns Menschen, einer wankelmütigen Kreatur. Wir könnten von der Trägheit sprechen, jener acedia, die uns in der Bequemlichkeit wiegt. Der Geist sucht den Pfad des geringsten Widerstands, wie Wasser bergab fließt. Widersprüchliche Berichte zu lesen – den Ukraine-Konflikt als Triumph in russischen Lettern, als Tragödie in westlichen und als zunehmend irrelevant und uninteressant überall sonst auf der Welt, wo man selbstverständlich mit eigenen Problemen viel mehr beschäftigt ist – erzeugt jene innere Unruhe, welche die Alten dissonantia nannten, ein Zwiespalt, der schmerzt wie ein Splitter im Fleisch. Der Mensch, faul wie er ist, meidet diese Arbeit; er wählt die sanfte Lüge der Bestätigung, den Weg des geringsten Widerstandes, auf dem jede Nachricht sein eigenes Bild poliert. Und die modernen Apparate, diese Algorithmen, die wie unsichtbare Diener arbeiten, verstärken es: Sie füttern uns mit dem, was wir lieben, bis unsere Welt schrumpft zu einem Spiegelkabinett, in dem nur das Eigene widerhallt.

Doch ist es nur Trägheit? Nein, da mischt sich auch der Stolz, jener alte Feind der Weisheit. Wir klammern uns an unsere Narrative wie an Reliquien, denn sie formen unsere Identität: "Ich bin der Liberale, der Konservative, der Patriot..." Eine fremde Sicht einzunehmen fühlt sich an wie Verrat – an sich selbst, an der Sippe.

Die Alten wussten das: Sokrates trank den Schierlingsbecher, weil er die Stadt herausforderte, ihre Blasen zu verlassen, zu durchstechen. Und heute? Manche Journalisten, die man so gar nicht nennen durfte, und oft auch die politischen Kämpfer selbst nähren leider diesen blasenartigen Tribalismus, indem sie den Anderen als Lügner brandmarken. Misstrauen blüht, wo Vertrauen und Auseinandersetzung welken sollten. Sprachen und staatliche Grenzen tun ihr Übriges; sehr viele Menschen, gefangen in ihrer Zunge, hören nur das Echo ihrer eigenen Kammer.

Aber wir wollen uns nun zu den Früchten wenden, die derjenige erntet, der durchhält und die Vielfalt wagt. Ach, welch ein Gewinn! Nicht in Gold oder Ruhm, sondern in der Erweiterung der Seele. Indem man erkennt, dass Narrative keine Ketten sind, sondern Fäden in einem Gewebe, lernt man, sie zu mitzuweben, ohne eines zu zerreißen. Man muss nicht wählen zwischen verschiedenen, entgegengesetzten Blicken, nein, man trägt sie in sich, wie ein Reisender Karten aus verschiedenen Ländern. Diese Integration – ins Bewusste, ja ins Unbewusste – ist keine Last, sondern eine Befreiung. Unser Geist, elastisch wie Quecksilber, dehnt sich aus; kognitive Dissonanz wird zum Lehrer, nicht zum Peiniger. Ich denke an Epiktet, den Sklaven-Philosophen: "Nicht die Dinge quälen uns, sondern unsere Meinungen darüber." Indem wir viele Meinungen sammeln, mildern sie die Qualen jeder einzelnen, bis wir gar keine Qualen mehr verspüren und offen für alle Meinungen sind, aber zugleich auch fähig die gefährlichen und falschen schnell und zügig zu entlarven.

Was gewinnt man also? Zuerst eine tiefere Empathie: Man versteht den Anderen nicht als Feind, sondern als Spiegel eines anderen Lichts. Dann eine schärfere Urteilskraft: Wahrheit entsteht nicht aus Monolog, sondern aus Dialog der Geister. Und schließlich Freiheit – die wahre, innere Freiheit, die keine Blase duldet und die verängstigten und auch bösen Menschen, die Blasen schmieden und festigen, ziemlich sofort enttarnt. Ich habe mich geprüft, ich habe gezweifelt und ich habe mich gewandelt in Beziehung zu mir selbst; so tue ich es auch mit der Weltpolitik. Es ist der Weg der Skeptiker, der Stoiker: Akzeptiere die Vielheit, integriere sie, und erst dann wirst du ganz. Unsere Welt da draußen ist schließlich ziemlich laut und voll von allen möglichen Stimmen, wir müssen einen Weg finden sie zu hören, zuzulassen und dies auf eine für uns bereichernde Art und Weise.

Zum Schluss: In dieser gespaltenen Epoche der politischen Welt, die wie ein zerbrochener Spiegel erscheint, erscheint der Pfad der Vielfalt der einzig sinnvolle und auch gesunde. Er heilt die Seele von der Engstirnigkeit, stärkt sie gegen Täuschung und entlarvt überall die verängstigten und die Bösen und von denen gibt es, leider, sehr viele, überall. Die Alten lehrten: Nosce te ipsum – erkenne dich selbst. Aber in unserer Zeit ergänze ich: Erkenne die Welt in ihrer Vielfalt, und du erkennst dich wahrlich. So möge dieser Text dich inspirieren; nimm ihn, lerne aus ihm, kritisiere ihn, erweitere ihn, mache ihn dein eigen.

2025

Mütter Veto: Kein Krieg ohne unsere Unterstützung

Es obliegt uns Philosophen, öfter als wir es uns wünschen mögen, auf eine bessere politische Zukunft für uns alle hinzuweisen – eine Aufgabe von außergewöhnlicher Schwierigkeit, wenn man mit den entsetzlichen Ereignissen konfrontiert ist, die sich auf unserem Planeten abspielen, und mit der tiefen Potenzialen zum Bösen, die in unseren menschlichen Seelen wohnen. Unter all den Übeln in unserer Welt, auf die wir gut verzichten könnten, gibt es eines, das mich seit Langem beschäftigt: das Übel, das wir Krieg nennen.

Es ist schwer zu schätzen, wie viele es bisher in der Menschheitsgeschichte gab, aber man spricht von 10.000 bis 11.000 Schlachten, die bei Definition nicht dasselbe sind wie organisierte Kriege, aber auch nicht weniger grausam. Es gab praktisch kaum eine Zeit in der Geschichte der Menschheit ohne Kriege, eine vielzitierte Zahl spricht von insgesamt ca. 268 Jahren ohne Kriege in den letzten 3500 Jahren, d.h. 92% der Zeit gab es irgendwo Krieg und 8% der Zeit nicht. Da erscheint es fast frech oder sogar idiotisch zu sein, sich eine Menschenwelt ohne Kriege vorzustellen?

Kriege sind dabei gänzlich unser eigenes Werk. Wir zwingen einander, Mitmenschen auf dieser Erde zu töten, und wir haben dies offenbar ununterbrochen und wiederholt getan, seit die Geschichte aufgezeichnet wird – und lange zuvor. Ich frage dennoch, wie beenden wir Kriege? Und können wir sie ein für alle Mal beenden? Ich habe früher vorgeschlagen, Referenden über Kriege einzuführen, um Politiker mindestens in der demokratischen Welt an den Willen ihres Volkes zu binden, wenn es um Entscheidungen geht, Kriege zu beginnen oder sich ihnen anzuschließen.

Man könnte sich natürlich auch Gedanken über Identitäten machen, die sich stärken und dann greifen Menschen eher nicht ihresgleichen an, aber wir kennen alle auch Zivilkriege, d.h. das wird auch nicht richtig helfen. In der Zwischenzeit habe ich eine noch einfachere Wahrheit erkannt, die viel zu lange ignoriert wurde: Niemand hat mehr auf dem Spiel in der Frage des Krieges als die Mütter, die Leben in die Welt bringen.

Wir alle wissen, dass jeder Krieg Söhne und Töchter ins Feuer schickt. Wir alle wissen, dass jeder Krieg Kinder zu Waisen macht, sie traumatisiert, sie vertreibt und gleichzeitig die Luft, das Wasser und den Boden vergiftet, die die nächste Generation erben wird. Dennoch sind die Stimmen, die entscheiden, ob diese Zerstörung entfesselt werden soll, überwiegend männlich – geprägt von jahrhundertelangem Denken, das junge Männer als aggressive Akteure und entbehrliche Ressourcen betrachtet und territoriale Expansion als zu erringende Preise ansieht.

Sind Frauen friedliebender als Männer? Natürlich nicht. Wenn wir an Haie denken, ist es gleichgültig, ob der Hai weiblich oder männlich ist – er tötet, um sich zu ernähren. Wir Menschen sind vielleicht keine Haie, aber auch keine Schmetterlinge. Im Sinne der Aggression und des Bösen in uns gibt es grundsätzlich keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen, obwohl einige Männer dafür bekannt sind, ihre eigenen besseren Eigenschaften auf Frauen zu projizieren, sie als makellos zu idealisieren, und einige Frauen dafür bekannt sind, diese Idealisierung auszunutzen, um Macht über Männer zu erlangen.

Die Geschichte zeigt uns, dass dies nicht immer zu schlechten Ergebnissen geführt hat. In Teilen der Welt haben Frauen beispielsweise ihre grundlegenden Rechte – Wahlrecht, Bildung, körperliche Autonomie, Gleichheit vor dem Gesetz – weitgehend ohne Blutvergießen erkämpft. Sie haben sich organisiert, marschiert, geschrieben, sich enthalten und erduldet, bis die Welt sich ändern musste. Und die Welt hat sich geändert. Frauen haben gezeigt, dass Transformation im größten Maßstab durch kollektiven Willen und nicht durch kollektive Gewalt erreicht werden kann. Das ist es, was mich zu einem Unterstützer des Feminismus gemacht hat.

Haben Männer daraus gelernt? Nun, einige schon, aber bei weitem nicht genug.

Mir scheint, dass unsere Welt heute erneut diesen gleichen Geist braucht, doch höher gerichtet: auf die größte organisierte Gewalt ausgerichtet, auf das schlimmste Übel, das unsere Welt plagt – den Krieg selbst.

Wir wissen schließlich alle, dass Mütter keine Nationalität sind, dass Mütter keine Ideologie sind, dass Mütter nicht durch Linien auf Karten getrennt sind. Eine Mutter in Kiew trauert auf die gleiche Weise wie eine Mutter in Moskau, in Gaza, in Khartum, in Donezk, in Tel Aviv … Der Schmerz, ein Kind zu verlieren oder zuzusehen, wie ein Kind in Gefahr und Tod marschiert, überschreitet jede Grenze, natürliche wie ideologische. Mir erscheint dieses gemeinsame Erlebnis als die mächtigste transnationale Kraft auf Erden – wenn sie erweckt und vereint werden kann.

Noch einmal: Ich bin weit davon entfernt zu behaupten, jede Mutter sei eine Heilige. Auch behaupte ich nicht, jeder Mann sei ein Kriegshetzer. Doch die Erfahrung, Leben zu tragen, es in seiner Verletzlichkeit zu nähren, im Innersten zu wissen, was auf dem Spiel steht – das schafft einen tiefen Instinkt zur Erhaltung. Studie um Studie zeigt, dass Frauen durchgängig weniger Unterstützung für militärische Eskalation äußern als Männer. Wenn Frauen in Friedensverhandlungen einbezogen werden, erweisen sich Abkommen als dauerhafter. Wenn Mütter mit einer Stimme sprechen, hören Regierungen zu.

Daher bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es ein weiteres Frauenrecht, ein Mutterrecht, gibt, das wir etablieren müssen.

Ein Recht, das zugleich eine klare und kompromisslose Botschaft ist:

Mütter-Veto: Kein Krieg ohne unsere Zustimmung.

In unserer Zeit erscheint es mir völlig natürlich, allen Müttern diese Vetomacht zuzugestehen. Mütter sollten Entscheidungen vetoen können, die ihre Kinder zum Töten und Sterben schicken. Mütter sollten auch sicherstellen können, dass ihre Kinder nicht als Kollateralschäden in Machtspielen behandelt werden. Fragen Sie sich: Sollten Mütter nicht in die Räume zugelassen werden, in denen Entscheidungen getroffen werden, die Generationen prägen?

Stellen Sie sich einen Moment lang Millionen von Frauen vor – über Kontinente, Sprachen, Glaubensrichtungen hinweg –, die die gleichen Worte teilen:

Mütter-Veto.

Können Sie sich vorstellen, wie Mütter die Legitimität jedes Führers entziehen, der Krieg statt Verhandlung wählt, Zerstörung statt Diplomatie? Können Sie sich vorstellen, wie Mütter sich heute organisieren, wählen, marschieren, sich enthalten – genau wie ihre Großmütter es für das Wahlrecht taten?

Ich kann es. Ich habe es mir vorgestellt. Ich habe mir ein Gesetz vorgestellt, das besagt, dass in jeder politischen Diskussion, in der Kriege debattiert und Entscheidungen getroffen werden, sie zu beginnen oder sich ihnen anzuschließen, ein bestimmter Anteil der Entscheidungsträger Mütter sein müssen (mindestens drei, mehr je nach Zahl der Teilnehmer). Eine Mutter sollte nicht länger als fünf Jahre zuvor geboren haben; eine sollte mindestens zwei Kinder im Teenageralter haben (zwischen 13 und 19); und eine mindestens zwei Kinder zwischen 18 und 25 Jahren – also im wehrfähigen Alter. Diese Mütter sollten neben dem Recht zu sprechen und abzustimmen ein Vetorecht besitzen, das an die einmal getroffenen Entscheidungen gebunden ist. Das würde sicherstellen, dass in den folgenreichsten Diskussionen und Entscheidungen, die wir je treffen – denen über Kriege auf unserem Planeten –, echte Macht in die Hände von Müttern gelegt wird. Diese Mütter würden zufällig ausgewählt, wie Geschworene vor Gericht. Weitere Details können verfeinert werden; der wesentliche Punkt ist, dass das Mütter-Veto sowohl auf eigentliche Kriege als auch auf jede kleinere oder größere militärische Aktion angewendet werden sollte, da oft solche Aktionen zu Kriegen führen.

Nachdem ich mir das vorgestellt hatte, wurde mir plötzlich klar, was für eine wunderbare Welt das wäre. Und nun kommt mir der Gedanke, dass vielleicht auch zumindest drei junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren – jene, die zum Kämpfen geschickt würden – eine Stimme und ein Veto erhalten könnten, im Geiste eines „Vetos junger Menschen“.

Irgendwie jedoch setze ich in diesem Moment größeres Vertrauen in die Mütter. Und so frage ich mich: Wenn Mütter rund um die Welt von dieser Idee hören, werden sie sie an andere Mütter weitergeben und dieses Vetorecht für sich selbst einfordern?

Oder werden Mütter entscheiden, dass es ihnen gleichgültig ist, wer heute und in Zukunft diese größten und folgenreichsten Entscheidungen über Leben und Tod ihrer Kinder trifft?

Die vergessene Königin

Wenn ich auf unsere Zeit heute blicke und wohin wir uns alle als Menschen bewegen und wenn ich in Deutschland wandere, bemerke ich, dass die Kirchen immer leerer werden und die Orgel, einmal die Königin der Instrumente, in Vergessenheit gerät. Ich bin als orthodoxer Christ in Serbien aufgewachsen und seit ich in Deutschland lebe und später viele andere Länder des sogenannten globalen Westens besucht habe, wundere ich mich immer wieder über die Kirchenorgel, dieses Instrument, das in orthodoxen Kirchen nicht existiert.

In der orthodoxen Welt singen Chöre, und Instrumente sind verboten. Der Klang der Stille und wunderschöner Stimmen erfüllt seit Jahrtausenden die orthodoxen Kirchen, und in allen orthodoxen Klöstern singen die Mönche nachts in ihren Kirchen, während die meisten anderen Menschen schlafen. Wie alle orthodoxen Christen und Freunde der orthodoxen Kirche wissen: Solange diese Welt besteht, werden Mönche in den Klöstern nachts singen und beten und ihre Kirchen mit betörenden, tiefgeistlichen Klängen erfüllen.

In Deutschland entdecke ich nicht wenige Menschen, die aus verschiedenen Gründen, in ihren Gemeinden ihre Orgeln pflegen, restaurieren, auch neue bauen lassen. Diesen Menschen in den Gemeinden sowie den wenigen Orgelbauern aus unserer heutigen Zeit und den Organistinnen und Organisten widme ich diesen Text, schreibe ihn aber nicht für sie, sondern für alle anderen, welche weder die Orgel noch die Orgelmusik näher kennen und verstehen.

Es gab eine Zeit, da war die Orgel das gewaltigste Ding, das Menschen je gebaut hatten. Kein Schiff, kein Dom, keine Kanone kam ihr an Komplexität und an schieren Ausmaßen gleich. Tausende Pfeifen, Dutzende Register, mehrere Manuale, ein Pedal, das die Füße zum Tanzen zwang, und alles mechanisch, durch Luft in Bewegung gesetzt. Wenn sie ansprach, bebte der Boden. Wenn sie schwieg, war die Stille danach größer als vorher.

In dieser Zeit, die eine Zeit ohne Lautsprecher, ohne Schallplatte, ohne Kopfhörer, ohne Telefon, ohne Video, ohne Internet und weiteres mehr war, in dieser Zeit war die Orgel das einzige Instrument, das einen Raum wirklich ausfüllen konnte, ja überfüllen konnte. Sie war das erste Surround-System der Menschheit, und sie stand fast immer in einer Kirche und war wunderschön gestaltet, verziert und oft vergoldet. Das war kein Zufall. Sie war gebaut worden, um etwas hörbar und sichtbar zu machen, das größer ist als der Mensch.

Der größte Diener dieser Königin war ein Thüringer mit Perücke, der fast sein ganzes Leben lang Organist blieb.

Johann Sebastian Bach hat nie ein Opernhaus regiert, nie vor Königen gekatzbuckelt, nie eine Sinfonie für den Konzertsaal geschrieben. Er prüfte Orgeln, spielte Orgeln, schrieb für Orgeln. Ein Viertel seines gesamten Werks ist Orgelmusik. Er improvisierte stundenlang, bis die Gemeinde erschöpft war und die Kerzen heruntergebrannt. Er ließ die Füße über das Pedal fliegen, als wären es Finger, und die Zuhörer berichteten, es habe geklungen, als spiele ein ganzes Orchester.

Dann starb er 1750, fast blind, und wurde still begraben. Siebzig Jahre lang wusste kaum jemand, was da eigentlich verloren gegangen war. Erst Mendelssohn grub ihn wieder aus, und Europa erschrak: Wie hatten wir das überhören können Heute ist es noch seltsamer. Wir können jede Note Bachs in Sekundenbruchteilen aus dem Internet ziehen, in Dolby Atmos, aus winzigen Lautsprechern, die in die Hosentasche passen. Und genau deshalb hören wir sie fast nie mehr richtig.

Denn Orgelmusik lässt sich nicht streamen.

Man kann sie aufnehmen, ja. Aber man kann sie nicht erleben.

Man muss mit ihr im Raum sitzen, am besten in einer der alten Bankreihen, die Orgel im Rücken (denn sie steht ja meist oben auf der Empore), die Augen zumachen und einfach nur zuhören. Dann geschieht etwas Seltsames: der Klang kommt nicht von vorne wie bei einem Orchester, sondern von überall und von nirgendwo. Er umfängt einen, dringt durch den Körper, lässt die Rippen und Schädelknochen mitschwingen. Man spürt die tiefen Register im Magen, die hohen Mixturen wie Lichtstrahlen im Hinterkopf. Und plötzlich ist man nicht mehr Zuhörer, sondern Teil des Instruments selbst.

Viele haben für die Orgel geschrieben, vor Bach und nach ihm: Frescobaldi, Buxtehude, Pachelbel, Böhm, Walther, Bruhns, Lübeck, Franck, Reger, Messiaen … gute, große, manchmal geniale Musik.

Aber Bach's Werk gleicht der größten musikalischen Wende in der Musikgeschichte.

Wir teilen die Musikgeschichte nicht in vor und nach Beethoven oder vor und nach Mozart. Wir teilen sie in vor und nach Bach.

So wie wir die Menschheitsgeschichte in vor und nach Jesus Christus teilen.

Das ist keine Übertreibung; das ist schlicht die Wahrheit, die sich jedem erschließt, der einmal eine Stunde lang mit geschlossenen Augen unter einer richtig gespielten Bach-Fuge gesessen hat.

Dann versteht man: Dies ist keine Unterhaltungsmusik.

Dies ist Forschung mit Tönen.

Dies ist Gebet in Mathematik.

Dies ist Philosophie in Klang.

Dies ist der Versuch eines einzelnen Menschen, das Unsagbare sagbar zu machen, das Unendliche in endliche Zeit zu fassen, das Göttliche zu berühren. Und das Schönste: zum Zuhören braucht man keine Vorkenntnisse.

Man braucht nur da zu sein, die Augen zuzumachen und sich fallen zu lassen in diesen Klang, der älter ist als das elektrische Licht und doch alles viel mehr zum Leuchten bringen kann.

Verstehen Sie mich? Ich wünsche mir keine Rückkehr ins 18. Jahrhundert. Nein, ich wünsche mir lediglich die Fortsetzung des Staunens.

Dass mehr von uns Menschen abends in die Kirchen gehen, uns in eine Bank setzen, die Augen zumachen und zulassen, dass ein einziger Mensch an einer einzigen alten Maschine aus Holz, Zinn und Luft uns zeigt, wie ein Herzschlag klingt, wie tief Gedanken sein können, wie unendlich eine Sekunde zwischen zwei Akkorden schweigen kann.

Denn wenn wir heute etwas brauchen, dann nicht noch mehr Bildschirme, sondern wieder ein Instrument, das größer ist als wir selbst. Dafür brauchen wir aber Menschen, die sich der Orgel wieder widmen und uns inspirieren uns zu beteiligen.

Wie Bach es tat.

Jeden Sonntag.

Sein Leben lang.

Die Orgeln warten. Die Pfeifen stehen, die Luft ist noch da.

Mehr Konzerte sollen stattfinden.

Mehr Menschen wollen sie besuchen.

Die Augen zumachen.

Die Seelen öffnen und staunen.


Der Regenwurm

An einem leicht regnerischen Tag in Stuttgart, lief der kleine 5-jährige Theodor in seiner blauen Jacke und mit seiner blauen Mütze auf dem Kopf mit seinem Vater von der Arztpraxis zur Bahn.

Er beschwerte sich viel über Kopfschmerzen und so machte sein Vater Termine bei verschiedenen Fachärzten um Theodor untersuchen zu lassen. Die Resultate waren gut und an diesem regnerischen Tag, sagte auch die letzte Fachärztin, alles sei in Ordnung mit Theodor. In der Zwischenzeit, denn auf Arzttermine wartet man in der Regel eine Weile, hatten auch seine Kopfschmerzen nachgelassen und so hatten auch Vater und Sohn eine gute Laune als sie auf dem nassen Fußweg Hand in Hand miteinander liefen. Sie beschlossen den Tag gemeinsam zu verbringen, denn nach 09.30 Uhr durfte Theodor nicht mehr in den Kindergarten kommen. Der Vater konnte zum Glück seine beruflichen Termine verschieben und machte sich nach der Änderung seines Tagesablauf mit seinem Sohn in Richtung Kinderbaustelle im Stadtpalais.

Theodors Vater wurde in Serbien geboren, seine Mutter in Russland, beide lebten in Stuttgart, der Vater war Philosoph, die Mutter klassische Musikerin. Sie erzogen Theodor und seine drei Geschwister, denn sie hatten vier Kinder, mit viel Liebe und widmeten Ihnen den größten Teil ihrer Lebenszeit. Plötzlich blieb Theodor auf dem mit vielen Wasserpfützen bedeckten Weg stehen, ließ die Hand seines Vaters los und bückte sich auf den nassen Boden. Er hob einen großen Regenwurm auf, der auf der Mitte des Weges lag, und brachte ihn zum Gebüsch am Rande des Weges. Als er das getan hat, rannte er zu seinem Vater und nahm ihn wieder in die Hand. Vater: "Was hast du denn da gerade gemacht?" fragte sein Vater sanft und verwundert, denn seine Augen wurden schon langsam schlecht und er konnte nicht genau sehen, was Theodor da auf dem Boden aufhob.

Theodor: "Ich habe, ich habe..." sprach Theodor mit leichtem Stottern vor Aufregung auf serbisch, denn er sprach mit seinem Vater nur auf serbisch. Vater und Mutter beschlossen mit den Kindern nur die Muttersprachen zu sprechen, denn Sprachen vermitteln die Gesamtheit einer Kultur und Kulturen sind der größte Schatz, den wir Menschen bisher auf diesem Planeten geschafft haben zu produzieren.

Vater: "Ganz ruhig, mein Sohn" sagte ihm der Vater und bückte sich um es Theodor leichter zu machen mit ihm zu sprechen.

Theodor: "Ich habe einen Regenwurm von der Mitte des Weges aufgehoben und ihn in das Gebüsch gebracht."

Vater: "Und warum hast Du denn das getan?"

Theodor: "Ich habe es getan, weil der Regenwurm es ansonsten nicht geschafft hätte zum Rand zu kommen und gestorben wäre."

Vater: "Bist Du Dir da ganz sicher?"

Theodor: "Ja, er war schwach, ich habe es gesehen, so habe ich ihm geholfen." Theodors Vater dachte nach. So viele Menschen gibt es auf unserem Planeten, die anderen Menschen nicht nur nicht helfen wollen, sondern sie zu fangen, zu manipulieren, auszubeuten, ja auch zu ermorden suchen und dennoch existiert auch Liebe in uns Menschen, eine Liebe, die, mindestens wenn wir Kinder sind, so groß ist, dass wir auch Regenwürmern helfen. Er überlegte ob er Theodor beibringen soll, dass Regenwürmer deshalb Regenwürmer heißen, weil sie beim Regen aus ihren Löchern rauskommen, aber erinnerte sich dann, dass Theodor dies sicherlich schon weiß. Er überlegte auch, wie dieser Instinkt, dem Regenwurm zu helfen und ihn zu retten, bei Theodor entstanden ist. Er erinnerte sich, dass sie im Garten immer wieder arbeiten und mit großer Vorsicht Regenwürmer in den Kompost bringen, denn sie sind wertvoll und verarbeiten den Kompost. Dies wird vielleicht ein wenig auch damit zu tun haben, dass Theodor ein großes Interesse an Tieren, Insekten und allen Lebewesen hat und bereits viele Male in Zoos war, in Naturkundemuseen sowie bereits alle Folgen von "Anna und die wilden Tiere", einer wunderbaren Kindersendung, die er manchmal schauen darf, angeschaut und eingeatmet hat. Er wusste bereits sehr viel über Tiere, in nicht wenigen Instanzen auch mehr als sein Vater - z. B. das Affen im Dschungel oft Eier von Krokodilen stehlen und essen. In jedem Fall beschloss sein Vater, dass dies etwas schönes war, was Theodor gerade getan hat, etwas dass Hoffnung gibt in unserer Welt. Vielleicht sind es Akte wie diese, die vielen Menschen aus vergangenen Generationen bisher Hoffnung gegeben haben und sie inspirierten an die nächsten Generationen zu glauben. Immer wenn Menschen untereinander gewalttätig werden und sich gegenüber der Natur unnötig zerstörerisch verhalten, verändert sich unsere Welt, aber sie verändert sich auch wenn wir gute Taten und Liebesakte in ihr umsetzen. Wir haben aber kollektiv noch nicht gelernt, dass wir alle eine Menschheit bilden und alleine im Universum auf diesem, unserem Planeten sind. Das fehlt uns, daran wollen wir arbeiten. Das zerstörerische in uns erkennen und kolonisieren, können wir dann im nächsten Schritt. Wenn wir jetzt andere Planeten kolonisieren, dann exportieren wir auf diese auch unsere Bosheit und das wird nicht helfen, dann gibt es Kriege auf verschiedenen Planeten und vielleicht auch zwischen diesen, und dies obwohl die Entfernung riesig ist. Aber was ist schon diese Entfernung für unseren Hass und unsere Bosheit? So fasste der Vater, nach seiner kleinen Gedankenreise, einen Entschluss. Er wusste was er Theodor sagen wird.

Vater: "Na dann, mein Sohn, hast Du heute eine gute Tat vollbracht."

Theodor: "Ja? Was ist das?"

Vater: "Eine gute Tat ist, wenn Du jemandem selbstlos hilfst. Du hast Dir Zeit genommen und hat den Regenwurm selbstlos vor dem Tod gerettet. Es hätte ja auch jemand auf ihn treten können."

Theodor: "Ja, das stimmt."

Vater: "Es ist schön, wenn wir Menschen den Regenwürmern, auch den Tieren und anderen Lebewesen helfen. Wir haben diese Liebe in uns, wir können das. Wir können vor allem auch unseren Mitmenschen manchmal helfen, weißt Du Menschen brauchen oft auch Hilfe."

So endete das Gespräch vom Vater und Sohn an diesem leicht regnerischen Tag im Jahr 2025 in Stuttgart. Es war dies ein Gespräch von sehr vielen, die nie aufgeschrieben werden, außer in der Seele des neuen Menschen, der Theodor heißt und eines Tages, so Gott dieser Realität das will, auch seinen Platz unter seinen Mitmenschen auf diesem blauen Planeten einnehmen wird, der sich unaufhörlich dreht.

Täuschung

Hunde bellen,

Fische schwimmen,

Menschen täuschen,

Katzen chillen.


Warum schwimmen, bellen,

täuschen und chillen,

die Fische, die Hunde,

die Menschen und Katzen?


Gibt es hierfür gute Gründe?


Höre doch und guck,

sie machen es

aus Angst, aus Spaß,

aus Ambition, aus Wut,

aus Not, aus Mut,

aus Langeweile,

auch wegen Druck,

Gründe gibt's genug.


Hast du kein Problem

mit Hunden,

mit Fischen und auch

mit Katzen?

Die Menschen aber,

die bringen dich

zum platzen?


Dann verrate ich dir

ein Geheimnis nun,

dann lehre ich dich,

was ist zu tun.


Weiß, jede Täuschung,

endet in Ent-täuschung,

wessen wird sie aber sein,

das entscheidest Du,

und Du allein.


Lass die Menschen täuschen,

lass die Fische schwimmen,

lass die Hunde bellen,

und die Katzen chillen.


Höre nur und guck,

Gründe gibt's genug.

Die Mutter - sie ist der heilige Geist

Dieses Gedicht habe ich nur auf serbisch geschrieben.

(Buch) Einmischung in die Zwetschgenpolitik oder der Beginn einer neuen Politik?

War meine Kandidatur für den Oberbürgermeister von Bühl eine Einmischung in die Zwetschgenpolitik? Oder ein moralisch-politischer Akt und der Beginn einer gänzlich neuen Politik? Entscheiden Sie selbst.


Zusammenfassung - Was ist die Neue Politik und warum brauchen wir sie in Deutschland?

Es gibt keine Gesellschaft in keiner historischen Epoche auf der Welt, welche mehr und strenger auf Basis von Werten geführt wurde, als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit den Schrecken des Zweiten Weltkriegs stets im Hinterkopf machten sich die Menschen an die Arbeit über Leistung zum Wohlstand und über Werte zum Anstand zu gelangen. Ohne, dass es so ausgesprochen wurde, wurde Deutschland für eine längere Zeit im Namen des Anstands und des Wohlstands konsequent regiert.

Dann geschahen Generationswechsel, Wechsel in führenden politischen Etagen und Deutschland verlor ihren Kurs, sich und verliert nun zunehmend sowohl ihren Anstand als auch ihren Wohlstand.

Das macht mich als Menschen, als ausgebildeten Politikwissenschaftler und Philosophen, als Vater, als einen Deutschen und Serben und insbesondere als Christ sehr traurig. Zugleich frage ich mich, was ist meine Rolle hierin, kann ich einen Beitrag geben? Ich verstand nach längerem Nachdenken - ja, ich kann, ich soll und ich will. Denn es geht bei Wertegeleitetem Denken um uns alle, um jeden einzelnen von uns, also auch um mich und um Sie. So bewegte ich mich aus meinem philosophischen Elfenbeinturm raus, ging in Gespräche mit meinen Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen und suchte zu verstehen was in Deutschland vor sich geht und warum und was im politischen Sinne getan werden könnte? Ich wurde Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, dann einige Jahre später der FDP und stellte mich in diesem Jahr, 2025, als Oberbürgermeister Kandidat bei einer Wahl auf.

Lange Geschichte kurzer Sinn - ich kam zum Fazit, wir brauchen eine neue Politik. Eine Politik die auf Werten basiert und Anstand als Ziel hat und die gleichzeitig von allen Menschen Leistung fordert und ihnen Wohlstand ermöglicht. Wir brauchen eine Politik des Anstands und Wohlstands für alle. Zu erreichen ist sie über Strafen, nicht über Drohungen. Es müssen konsequent bestraft werden, alle die gegen vereinbarte gesellschaftliche Werte verstoßen und alle die eine realistisch zu erwartende Leistung nicht erbringen oder verweigern. Dafür existieren Geldstrafen und Gefängnisstrafen. Niemand braucht gehasst, verfolgt, ins Ausland ausgewiesen oder getötet zu werden. Zugleich muss von jedem erwartet werden Deutsch zu lernen und wer das nicht leistet, wird auch bestraft. Vor allem muss man sich aber wieder gegenseitig helfen, aufeinander zugehen, sich beim Lernen unterstützen, denn ganz alleine schafft es niemand in einer Gesellschaft und Strafen können nie alles regeln. Wir brauchen Strafen auf der einen und Liebe auf der anderen Seite. Wir brauchen wieder gelebte Gerechtigkeit. Das ist die neue Politik, die notwendig ist, und nur sie kann Deutschland, welches heute ca. 1% der Weltbevölkerung ausmacht (ca. 80 Millionen von ca. 8 Milliarden Menschen) noch in die richtige Richtung lenken, zum alten und geprüften Erfolgsmodell in einer neuen Zeit - deshalb neue Politik. Nur diese neue Politik kann den Anstand und Wohlstand in der Zukunft sichern.

Wir brauchen diese nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt, aber ob die Welt diese Politik möchte, sei der Welt überlassen. Wir können für uns hier entscheiden und wir wollen und sollen diese Entscheidung treffen, Parteiübergreifend und für unsere Kinder. Wir wollen Grenzen stärken und Bedingungen verschärfen für die Einwanderung, aber wir wollen alle Menschen die unter uns leben stärken und lehren, wir wollen sie bilden für ein Leben in unserer Gesellschaft, die im Endeffekt eine große Gemeinschaft war nach dem Zweiten Weltkrieg in ihrem Goldenen Zeitalter und dies wieder werden könnte. Zunehmend wird über "Migranten" gesprochen, als wären Einwanderer und Flüchtlinge ein und dasselbe, dabei entwickelt sich dieser Begriff "Migrant" zu einem pejorativen und Hass und Wir werden auf ihn gelenkt, Migranten werden als Opfer vorbereitet, als eine neue Art von "Juden" in unseren Zeitalter. Wer dabei ist auf dieser Welt schon irgendwo Alteingesessen?

Alle Menschen in allen Sphären unserer Gesellschaft sollen sich an dieser Neuen Politik beteiligen, nicht nur politisch aktive oder Parteimitglieder, denn diese Neue Politik des Anstands und des Wohlstands benötigen wir Flächenübergreifend aus psychischen bzw. seelischen Gründen ("Psyche" ist altgriechisch für Seele) und sie ist entsprechend eine philosophische Sache, keine parteipolitische. Wir wollen Politik nicht wie bisher machen, sondern anders, alle - deshalb neu.

Global betrachtet ist das sowieso nötig, wenn wir auf den technologischen Fortschritt blicken, auf Roboter und Künstliche Intelligenz, auf neue Kommunikationswege, Reise- und Handelsmöglichkeiten. Die Welt kommt zusammen, sie besteht aber weiterhin aus sehr vielen verschiedenen und sich tief unterscheidenden Kulturen. Wir müssen Politik neu machen, nicht nur international sondern auch lokal, denn für die meisten Menschen ist und bleibt die wichtigste Politik die, die direkt in ihrem Umfeld, also lokal und kommunal gemacht wird und eben auf diese üben internationale und nationale Politik oft einen starken Effekt aus.

Dies sind meine Fazite und es folgt nun mein kurzes Buch, in dem ich schildere wie ich zu diesen Faziten kam und sie in mehr Details erkläre - insbesondere warum wir nun alle für uns selbst und für unsere Kinder aus psychischen Gründen aufgerufen sind die Neue Politik aufzunehmen und vorzuleben. Diese kleine Wahl in Bühl und dieses kurze Buch sind nur der Anfang, ich werde noch viel mehr tun und schreiben.

Milutin Stanisavljević


Danksagung

Ich danke sehr herzlich meinem Team aus Stuttgart und aus Bühl. Ohne Eure Unterstützung, hätte ich dieses Abenteuer nicht durchgehalten. Auch danke ich allen Menschen in Bühl, die mich mit offenen Armen empfangen und unterstützt haben. Wir sind nun Freunde geworden und ich freue mich Euch in der Zukunft wieder zu sehen.


Inhaltsangabe

Teil 1 - Politik, Werte und Kinder? Sind diese überhaupt miteinander verbunden?

  1. Warum diese Kandidatur?
  2. Was ist Politik und warum ähnelt unsere Gesellschaft einer Straße mit zwei Bahnen?
  3. Ist Politik mit Erziehung verbunden?

Teil 2 - Menschen als Monster mit Herz?

  1. Was sind denn wir Menschen für Wesen?
  2. Nützen uns Werte überhaupt etwas?
  3. Was bleibt uns anderes als Werte?

Teil 3 - Die Nützlichkeit christlicher Terminologie im Verständnis dessen, was schief geht.

  1. Für Anstand und Wohlstand oder für Macht und Einfluss?
  2. Fehler und Gewissensbisse? Das ist nur für Kinder, oder?
  3. Ein Katholik in Bühl.
  4. Kann es sein, dass wir wegen "Sünden" Anstand und Wohlstand verlieren?

Teil 4 - Bühl bedeutet Hügel.

  1. Warum Bühl?
  2. Was erwartete mich in Bühl?
  3. Die christlichen Spuren in Bühl.

Teil 5 - Dann fing die Kommunalpolitik an.

  1. Die liberale Versuchung.
  2. Unterschriften Sammeln.
  3. Das 2-stündige Gespräch
  4. Brot und Wein im Rathaus.
  5. Der Priester der Bus fährt.

Teil 6 - In Bühl spazieren, beobachten und philosophieren.

  1. Die Zwetschgenstadt ohne Abnahmestelle für Zwetschgen
  2. Das Frauenkloster und das Frauengefängnis
  3. Ein Ökosystem ohne Biotop, Rebflächen ohne Reben und Politik ohne Werte
  4. Die albanisch-serbischen Beziehungen beim Imbissstand und der Leerstand in der Innenstadt
  5. Die Dichterin

Teil 7 - Die Kandidaten.

  1. Der Lehrer, der das Schwert zog.
  2. Der Held aus Vimbuch, den zu wenige erkannten.
  3. Der Hausmeister, den niemand ernst nahm.
  4. Der Bürgermeister und der Bühler Wochenmarkt.

Teil 8 - Die Kopfschmerzen.

  1. Die Vorstellung der Kandidaten ohne Abschlusswort, aber mit Probe-Wahl.
  2. Das Ave Tal, das nie existierte.
  3. Der Anglerverein, die Feuerwehr und der Busverkehr an Feiertagen.
  4. Die Straße für schnelle Fußgänger und langsame Autos in der Innenstadt.
  5. Leerstand in den Gedanken oder in den Geschäften in der Innenstadt?
  6. Die Fernliebe namens Krankenversorgung.

Teil 9 - Die Politik wird nun ernst.

  1. Bedrohung trifft Gebete im Stadtpark
  2. Der 3. Weltkrieg
  3. Abschlusswort an die Bühlerinnen und Bühler oder ein gemeinsamer Anfang?


Teil 1 - Politik, Werte und Kinder? Sind diese überhaupt miteinander verbunden?


  1. Warum diese Kandidatur?

Die Gespräche in meinem Familien-, im Freundes- und Bekanntenkreis führten zur Idee, dass ich für ein Amt des Oberbürgermeisters kandidiere. Als ich mich schließlich entschloss für das Amt des Oberbürgermeisters von Bühl zu kandidieren, war das kein leichter Schritt gewesen. Ich habe mir Zeit genommen für viele Gespräche darüber und stieß dabei sowohl auf Verwunderung - warum gerade Bühl? - als auch auf Hoffnung bei denen, die meine politischen Aktivitäten, meine Werte und mein Durchsetzungsvermögen gut kennen. Sie hofften, ich würde vielleicht etwas ändern können. Könnte ich das?

Ich erläuterte den ersteren, dass ich überlege mich vielleicht mit der Familie etwas ländlicher niederzulassen und meine Erfahrung und internationale Netzwerke für lokale Entwicklung einzusetzen, damit ergibt das Amt eines Oberbürgermeisters einen Sinn. Den letzteren sagte ich, lieber keine zu großen Hoffnungen zu hegen, denn ich war lange nicht mehr in der breiten Öffentlichkeit politisch aktiv und will nun im Zusammenhang mit den vielen politischen Herausforderungen unserer Zeit eher erforschen wie Menschen lokal leben und was sie bewegt und warum viele Menschen sich wieder radikalisieren, warum neue Kriege wüten und warum wir in Deutschland kurz davor stehen auch in Kriege zu geraten. Es gab aber noch etwas Drittes, etwas persönliches, einen Beweggrund in den tiefsten Tiefen meiner Seele, der mich zu diesem Schritt veranlasst hat. Dieser passt in ein Wort: Werte.

Ich wollte einen moralisch-politischen Akt umsetzen, denn ich vermisse die Wertegeleitete Politik, so erschuf ich mein Motto "für Anstand und Wohlstand" auf Basis meines historischen Verständnisses der Blütezeit in Deutschland, die in der Einleitung zu diesem kleinen Buch geschrieben habe, und ging los in erster Linie als Christ und in zweiter als Philosoph im Namen der Verbreitung dieser neuen Politik der Werte. Ich ging jedoch los als Skeptiker und als Forscher und nicht als Missionar, denn vielleicht liege ich ja falsch? Vielleicht benötigen wir gar keine Werte in der Politik?

  1. Was ist Politik und warum ähnelt unsere Gesellschaft einer Straße mit zwei Bahnen?

Politik, das habe ich nach 20 Jahren zwischen Politikern einerseits und zwischen Mönchen und Psychologen andererseits verstanden, ist nicht nur eine Arbeit an den Rahmenbedingungen und Inhalten des gesellschaftlichen Lebens. Politik wirkt auch in einem besonderen Maße auf das Seelenleben der Menschen. Somit hat die Politik auch einen wichtigen psychischen Effekt, insbesondere in heutiger Zeit der konstanten und instanten Kommunikation - der Begriff "Psyche" kommt übrigens aus dem altgriechischen und bedeutet Seele. Die Menschen, welche politisch aktiver sind als andere, die leiten und die wir "Politiker" nennen, beeinflussen sowohl die Gedanken als auch die Gefühle von Menschen, die weniger politisch aktiv sind und die geleitet werden. Der Einfluss erfolgt aber auch in der umgekehrten Richtung und geleitete Menschen beeinflussen die Leitenden.

Ich war eine Zeitlang überzeugt, dass zwischen den politisch mehr und weniger aktiven Menschen eine Art symbiotische Beziehungen existiert, in der sich wie in einem geschlossenen Kreis die leitenden und die geleiteten Menschen gegenseitig beeinflussen. Theodor Adorno und auch Erich Fromm erforschten dies viel, Fromm sprach auch von einer Art von geistigem Sado-Masochismus, in dem die Leitenden und die Geleiteten sowohl stets mehr und tiefer geleitet werden wollen als auch sich gegenseitig, kontrollieren und beeinflussen können und wollen. Die Leitenden können Anordnungen usw. aussprechen und das Denken der Geleiteten beeinflussen, die geleiteten können über Feedback und Vorschläge usw. das Denken der Leitenden beeinflussen. Heute denke ich anders, ich denke unsere Gesellschaft ähnelt mehr einer Straße mit zwei Bahnen, die in entgegengesetzte Richtungen fahren. Auf der einen Seite fahren die Leitenden, auf der anderen die Geleiteten. Auf beiden Seiten fühlen sich die Fahrer im Besitz von Kontrolle und fahren auch, manche schneller, manche langsamer, manche achten mehr aufeinander und achten auch darauf die Grenzen der Straßen nicht zu überschreiten, manche achten weniger darauf. Auf beiden Seiten wird auch überholt und dafür wird auch oft die Bahn kurzzeitig gewechselt. Und Unfälle geschehen.

Die Ziele auf den beiden Bahnen der Straße scheinen zwar verkehrt, aber die Straße verläuft in einem großen Kreis d.h. unabhängig davon in welche Richtung man fährt, wie schnell, wie langsam und wie das Auto aussieht, das Ziel ist dasselbe. Wir sterben alle, die langsamen, die schnellen, die armen, die reichen, die ungebildeten, die gebildeten, die glücklichen, die unglücklichen, die gesunden, die ungesunden... Jemand der geleitet wird und plötzlich leiten möchte oder umgekehrt, muss vollständig umdenken und lernen in eine andere Richtung zu fahren bzw. anders sich selbst und die Welt zu betrachten. Und das ist für viele sehr schwierig, oft sogar unmöglich, denn je länger man gefahren ist auf einer Bahn, desto schwerer kann man auf die andere wechseln, die Gehirne verdrahten sich einfach anders, Gewohnheiten entstehen. Wenn man leitet, muss Menschen motivieren, inspirieren, aber auch im Blick behalten, damit sie ihre Arbeit erledigen und Ziele erfüllt werden. Wer leitet muss auch mit Frustrationen, Lügen, Betrug, Faulheit der Geleiteten und viel mehr zu Recht kommen. Wenn man geleitet wird, muss man lernen zuzuhören, auf Anweisungen zu reagieren, Ziele zu erreichen, aber eben auch mit Frustrationen, Lügen, Betrug und Faulheit der Leiter und mit viel mehr zu Recht zu kommen... Auf beiden Seiten sind schließlich Menschen, sie sehen nur sich selbst und die Welt anders, sie fahren in andere Richtungen, aber zum selben Ziel.

Was geschieht also, wenn Menschen beginnen sich nicht auf Basis von gemeinsamen Werten sondern auf Basis von der Suche nach Macht und Kontrolle auf diesen Bahnen zu fahren, wenn sie Gas geben und keine Regeln mehr beachten und insbesondere, wenn der Wohlstand auf der Seite der Leitenden wächst und auf der Seite der Geleiteten stagniert und sogar abnimmt. Es geschieht, dass Frustrationen, Lügen, Betrug und Faulheit zunehmen und man aufhört Lust zu haben auf der Bahn der Geleiteten zu fahren. Immer mehr Geleitete wollen dann die Bahn wechseln, denn ihre Bahn scheint einfach schlechter, scheint nirgends hinzuführen bzw. wie man schon lange sagt, das Gras auf der anderen Seite der Mauer sieht grüner aus oder in diesem Falle, das Fahren auf der anderen Bahn sieht viel besser und angenehmer aus.

Was geschieht also wenn Menschen keine Werte haben? Sie haben Angst vor den anderen Fahrern, sie sehen in ihnen solche, die sie überholen, vielleicht auch rammen werden, die sie aus der Bahn rausschmeißen und mehr... Umgekehrt wollen andere das auch genau tun mit den Fahrern, sie tatsächlich rammen, überholen und manchmal auch aus der Bahn rausschmeißen. Sie wollen sich dann gegenseitig zerstören, die einen mit dem Ziel es im Leben besser zu haben, die anderen mit dem Ziel des Selbstschutzes. Aber es gibt auch solche Menschen, die einfach so andere zerstören wollen, aus Zerstörungslust oder -Wut wegen dem wie insgesamt gefahren wird und dem wir überhaupt die Bahnen aussehen. Es gibt solche, welche mehr Bahnen schaffen wollen, es gab auch solche, die Kommunisten, die für alle nur eine große Bahn schaffen wollten, die in nur eine Richtung fährt. Zerstörung scheint in jedem Fall ein großer Teil von uns Menschen zu sein und unseren Bahnen sowohl in unserer Gesellschaft als auch in unseren Gehirnen.... Wie sprechen ja nicht zufällig von Nervenbahnen... Was geschieht also wenn Werte abnehmen in unseren Gehirnen und in unserer Gesellschaft?

Wir wissen, was in solchen Situationen geschieht, denn es geschah dies schon viele Male in der Geschichte unseres Menschengeschlechts, überall auf unserem Planeten. Es entstehen Opfer bzw. Gruppen von Menschen, die als böse, als schuldig usw. betrachtet und dann zerstört werden, von den Bahnen entfernt werden, damit man "wieder normal" fahren kann. Wir haben als Menschheit diese Kreise überall auf dem Planeten gebildet, sind sie durchlaufen, haben zerstört, Kriege geführt, uns gegenseitig ermordet. Und wir machen das immer wieder, auch heute noch, im Großen und im Kleinen Rahmen. Nie kommt es jedoch zum "normalen Fahren", nur zur Zerstörung von anderen und oft von uns selbst.

Heute leben wir wieder in einer Zeit in welcher der Mangel an Werten in der Politik viele Menschen enttäuscht. Sowohl die Leitenden als auch die Geleiteten. Die Politik war natürlich noch nie sonderlich moralisch geprägt und dennoch, genau das wünschen sich viele Menschen von der Politik, insbesondere neue Generationen, die ohne Vorwissen und größtenteils auf Basis von Werten erzogen werden. Sie wollen Werte von der Politik in der es historisch betrachtet nie wirklich Werte gab, mit einigen großen Ausnahmen, wie der Zeit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika, Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg usw. Wie kann das sein? Was erklärt diese Kontradiktion?

  1. Ist Politik mit Erziehung verbunden?

Nun, wir erziehen unsere Kinder nicht zur Macht und Kontrolle, zum Hass und zum Kampf gegen andere Menschen - mindestens tut der Großteil der Menschen das nicht - sondern wir erziehen unsere Kinder um Werte zu haben, um anständig zu sein, wir geben ihnen unsere Liebe und so füllen sich ihre junge Seelen, mit dem schönsten, was es in dieser Realität gibt: mit Liebe, mit Lebensfreude, mit Werten. Warum bekommen wir es aber historisch betrachtet nicht hin, dass auch unsere Politik auf Basis von Werten geführt wird? Das ist doch sonderbar... Oder?

Wir senden unsere Kinder auf eine gepflasterte Bahn und jeder Pflasterstein entspricht einem Wert, einer Regel, einer Norm. Sie lernen meistens ein ideelles Leben von uns, aber warum? Weil auch wir so erzogen wurden, weil das Erziehung ist, oder? Und gleichzeitig, in der Politik und in der Gesellschaft, herrschen ein wütender Kampf, ein Getöse, Lügen, Betrug, Machtspiele und mehr... Wie kann das sein?

Es geht diese Kontradiktion sogar so weit, dass zunehmend mehr Menschen beginnen zu denken und es als normal zu betrachten, dass Politik einfach nur ein derber Kampf um Macht und Einfluss ist, in welchem Menschen lügen und betrügen, sich gegenseitig beleidigen und diskreditieren und anstatt miteinander, stets gegeneinander arbeiten. Als Mitglied der Freiheitsdemokratischen Partei (FDP) nenne ich mich "Christlich-Liberal", denn ich glaube an die Verbindung von Werten und Freiheit sowie an die Verbindung von einem zuverlässigen Sozialstaat und freier Marktwirtschaft. Es hat mich empört, als ich von dem Spruch erfuhr "Feind - Todfeind - Parteifreund" und ich konnte nicht aufhören zu staunen, dass mir in einem freundschaftlichen politischen Gespräch empfohlen wurde dies doch als Realität einfach zu akzeptieren. Ich nehme keine Vogelperspektive ein und ich lebe nicht auf dem Mars, ich wünsche mir einfach gute Vorbilder und seelische Gesundheit für meine und für alle anderen Kinder? Seelische Gesundheit fur Menschen die leiten und Menschen, die geleitet werden. Sie etwa nicht? Ich kann nicht die Politik von Haushalten trennen, auch nicht die Zusammenarbeit in der Politik als Illusion abtun und eine Doppelrealität akzeptieren - zu was ich Kinder erziehen soll und wie die Politik und Gesellschaft wirklich funktionieren. Eine Pädagogik ist fehlgeleitet, wenn sie Kinder auf eine Wunschrealität anstatt auf die echte Realität vorbereitet.

Ich will meine Kinder so erziehen, dass sie für das Leben, so wie es ist, vorbereitet sind und ich glaube fest an ein Leben in dem Werte die Schlüsselrolle spielen, auch in der Politik, insbesondere in der Politik, weil das die oberste Ebene der Leitung ist und alle Menschen in einer Gesellschaft von der Politik geleitet werden, ob sie das wollen oder nicht. Aristoteles erkannte dies bereits, als er aus Athen verjagt wurde und schrieb: "unabhängig davon ob du dich mit Politik beschäftigst oder nicht, die Politik beschäftigt sich mit dir".

Politik und Erziehung sind eigentlich sehr eng miteinander verbunden und dennoch scheint in der Realität eine Lücke zwischen ihnen zu existieren, sowohl innerhalb von unserem geistigen Verständnis der beiden, als auch im Sinne dessen wie unsere Gesellschaften strukturiert sind. Es scheint mir dies eine Lücke zu sein, die so groß ist wie der Grand Canyon. Wie kann das sein?

Leben wir etwa zwei getrennte Leben zwischen Politik und Erziehung, in unserem Geiste und in unserer Gesellschaft?


Teil 2 - Menschen als Monster mit Herz

  1. Was sind denn wir Menschen für Wesen?

Wie kommt es, dass wir Politik tolerieren die ohne Werte gemacht wird, dass wir zu Hass, Zerstörung und Kriegen aufrufen und Kriege führen und gleichzeitig unsere Kinder zum Anstand, zur Liebe und mit Werten erziehen? Sind bei so vielen von uns Menschen politische und pädagogische Gedanken wirklich komplett voneinander getrennt? Sind wir alle schizophren, haben wir alle, ähnlich wie die buddhistischen Götterstatuten Janusgesichter bzw. mehrere Gesichter bzw. ganze Persönlichkeiten in uns, die autonom nebeneinander existieren? Das würde erklären, dass wir gleichzeitig manche Menschen zerstören und töten wollen und andere wiederum schätzen und lieben. Erkennt aber wirklich keiner unter uns, dass Politik entscheidend ist, wenn es um die neuen Generationen und das künftige Bild unserer Gesellschaften geht? Erkennt niemand die psychische bzw. seelische Funktion der Politik, die Verbindung zwischen dem wie wir Politik machen und Kinder erziehen?

Oder mögen wir vielleicht Hass und Zerstörung so sehr und brauchen diese, haben ein Bedürfnis nach diesen, aber wollen dies unseren Kindern nicht zugestehen? Erziehen wir unsere Kinder unehrlich und zu etwas anderem als was wir sind und was wir tun? Lügen wir unsere Kinder an? Ist es so, dass wir einerseits lieben können und andererseits unsere Zerstörungswut ausleben können? Nun, manche schlagen und verletzen auch ihre Kinder und ihre Nächsten, solche Menschen trennen diese Bedürfnisse nicht, der Großteil scheint aber doch in einem seelisch getrennten Zustand zu sein.

Wir blicken auf eine Geschichte erfüllt mit Kriegen und Zerstörung und gleichzeitig Liebesakten und Werten, erfüllt mit Machtkämpfen und Leid und zugleich mit selbstlosen Handlungen und Freude. Wir Menschen erscheinen als wären wir ein wütendes Löwenvolk, stets im Kriegszustand sowohl innerhalb von verschiedenen unserer Rudel (oder Staaten) als auch zwischen diesen und als wären wir zugleich unbeschreiblich liebende Wesen, die ihre Kinder und sich gegenseitig pflegen, wertschätzen und lieben können. Aber wir nehmen interessanter Weise unsere dunkle Natur und unsere destruktiven Bedürfnissen nicht wahr, wir haben Ideale, wir wollen positiv sein, wir gaukeln uns selbst und anderen und vor allem unseren Kindern etwas vor und leben entsprechend viel von unserem Seelenleben getrennt von unserer Natur, die man treffend als nichts anderes als eine Monsternatur beschreiben könnte.

So können wir uns einerseits für unsere Kinder gute Vorbilder wünschen und seelische Gesundheit und gleichzeitig Politik tolerieren und sogar machen, die genau dem Gegenteil entspricht, erfüllt mit Hass, Wut, Lügen, Betrug, Machtwünschen und Zerstörung.

Wir scheinen Monster zu sein mit einem Herz. Mit dem Herz lieben und schätzen wir, als Monster hassen und kämpfen wir und mehr. Und wir machen das alles anscheinend gleichzeitig, solche Wesen sind wir.

  1. Was nützen uns Werte?

Es erscheint mir, dass je größer unser Herz ist, desto weniger uns unsere Monsternatur ergreift und umgekehrt, je kleiner unser Herz ist, desto größere Monster wir werden.

Werte sind für mich immer schon der Weg gewesen, mich selbst in den Griff zu bekommen, mehr Kontrolle über meine eigenen Gedanken und Handlungen zu haben. Das Monster in mir zu erkennen, zu akzeptieren und zu zähmen. Ich trainierte und trainiere mich regelmäßig darin einfach ein guter Mensch zu sein und weil dies so schwer ist und weil ich so oft scheitere, weiß ich wie furchtbar wir alle eigentlich sind, weil ich es selbst bin. Es ist natürlich leicht für jeden von uns zu sagen, wir wären doch gut, konstruktiv, positiv usw., aber wer ist es wirklich? Wer von uns hält ganz durch? Ich weiß, ich bin es nicht, ich versuche es nur zu sein und das ist extrem schwer, aber immer wenn ich ganz durchhalte, freue ich mich und fühle mich hervorragend. Als Christ habe ich es natürlich leichter zum einen, weil sehr viele Christen in vielen Generationen dies schon taten und viel Erfahrung und Weisheit zur Erlangung der Selbstkontrolle existiert die man als religiöser Mensch erlernen kann. Zum anderen habe ich es schwerer, weil die Christlichen Ideale sehr hoch angesetzt sind und man ihnen praktisch nie gerecht werden kann.

Als Menschheit probierten wir es in der Vergangenheit aus Werte gänzlich von der Politik zu trennen. Wir haben Religion und Politik unterschieden, aber das half auch nicht, es stoppte Kriege und Zerstörung nicht. Wir probierten es über die Philosophie und über die Wissenschaft mehr über die Welt und uns selbst zu verstehen und mit diesen Erkenntnissen die Politik zu bereichern, aber auch das half nicht bzw. hilft nicht wirklich bei diesen grundlegenden Dingen und erneut sehen wir Kriegen und Zerstörungen zu und sind dabei selbst in diese reinzugehen. Wir probierten es in der Theorie vor langer Zeit und seit dem auch immer wieder in der Praxis Philosophie und Politik zu verbinden, aber auch das half nicht. Es scheint, was wir auch versuchen, es hilft nicht diesen Kreis der Zerstörung zu durchbrechen, denn früher oder später, zerstören wir wieder unsere Gesellschaften und öfter als seltener auch uns selbst mit ihnen.

Vielleicht nützen uns die Werte, so betrachtet, auch gar nicht? Vielleicht brauchen wir auch gar keine Politik mit Werten?

  1. Was bleibt uns anderes als Werte?

Als Christ und Demokrat bin ich bewusst davon, dass es leider viele Menschen gibt die sich vielleicht Christen und/oder Demokraten nennen, aber nichts davon wirklich sind. Dennoch nutze ich jede Gelegenheit mich als Christ und Demokrat zu bezeichnen und viel wichtiger diese Worte über meine Werte vorzuleben. Was bleibt uns denn anderes übrig? Wenn wir keine Werte haben, wir Monster mit Herzen, dann ist es als würden wir kein Herz haben. Das bedeutet ohne Werte sind wir nur noch Monster.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren sich die Christen hier in Deutschland sehr bewusst davon. Sie gründeten eine Menge Initiativen und Bewegungen und erschufen eine Gesellschaft, wie es diese noch nie auf der Welt gegeben hat. Eine Gesellschaft, die auf Werten und auf Leistung basierte und die zum Anstand und Wohlstand führte.

Teil 3 - Die Nützlichkeit christlicher Terminologie im Verständnis dessen, was schief geht

  1. Für Anstand und Wohlstand oder für Macht und Einfluss?

Wir schreiben heute das 21. Jahrhundert, im Westen der Welt eine Zeit nach der sog. Aufklärung, nach größerer wissenschaftlicher und technologischer Durchbrüche und einer Schwächung der christlichen Kirchen. Wir wissen heute sowohl über die Weiten des Weltalls als auch die Tiefen der Materie Bescheid, über Ökosysteme und die Evolution, wir haben hinter uns die industrielle und die Internet-Revolution und stehen mitten in der neuen KI-Revolution. Nicht alle Gesellschaften auf unseren Planeten, oder da manche die Menschheit in Zivilisationen teilen, könnte man auch sagen, nicht alle Zivilisationen auf unserem Planeten, haben sich in gleicher Weise und in gleichen Schritten entwickelt. Die technologische und wissenschaftliche Revolutionen haben sich natürlich verbreitet, aber nicht überall kam es zur selben Schwächung der christlichen Kirchen bzw. auch anderer religiöser Gemeinden. Im Gegenteil, es kam vielerorts zur Stärkung.

Im Westen bei uns war das vordergründige Problem, dass zur Schwächung der Kirche geführt hat, die Einmischung derselben in sog. weltliche Macht. Im Mittelalter haben Päpste sogar stehende Armeen gehabt, riefen zu Kreuzzügen auf und mehr, wir erinnern uns an die Zeit der Inkvisitionen, an Hexenverbrennungen und natürlich an den Kampf um die Weltanschauung, die dazu führte, dass Nikolai Kopernikus seine Entdeckungen über die Drehung der Erde um die Sonne geheim hielt, nur seinen Nächsten anvertraute und diese erst nach seinem Tod publiziert wurden. Die Liebe der katholischen Christen zur weltlichen Macht führte auch zu Spaltungen der christlichen Kirche, zuerst in 1054 nach der Ausrufung der Unfehlbarkeit des Papstes aus organisatorischen Gründen, d. h. um auf dieser Welt für eine Struktur zu sorgen unter der sich alle Christen vereinen könnten. Der östliche Teil der christlichen Kirche wollte das nicht mitmachen und die Schisma geschah, die große Spaltung in die katholische Kirche im Westen und die orthodoxe Kirche im Osten. Mit Martin Luther, Calvin und anderen kam es zu weiteren Spaltungen im Westen, die mit der Zeit auch zur Entstehung der anglikanischen Kirche führten, einer Vielzahl von verschiedenen christlichen Kirchen in den Vereinigten Staaten von Amerika und mehr. Die katholische Idee der Einigkeit unter dem Papst schlug fehl im Westen. Im Osten jedoch, unter den sog. Slawen, entwickelte sich die orthodoxe Kirche nach einem ganz anderen Modell und ohne Spaltung weiter. Mit der Liebe im Vordergrund und dem Absagen der weltlichen Macht, nach dem Worten des Gründers der christlichen Kirche, Jesus Christus, "gebe dem Kaiser das seine und Gott das seine" lebte die Kirche größtenteils eine starke Kultur der nicht Einmischung in weltliche Macht. Das klappte natürlich nicht überall und nicht immer, aber es blieb dies ein zentrales Gebot der christlich orthodoxen Kirche. Diese entwickelte und verbreitete sich aus der Metropole der Byzanz, dem östlichen Teil des römischen Reiches, der Stadt namens Konstantinopel, die heute Istanbul heißt. Nach dem Jahr 313, dem Jahr des Edikts von Mailand, der im römischen Reich das lange als Sekte betrachtete Christentum zur Staatsreligion erhob, kam es in 330 zur Gründung von Konstantinopel als der neuen Hauptstadt des römischen Reiches - dem sog. zweiten Rom. Nach und nach erhielten verschiedene slawische Staaten ihre eigene unabhängigen orthodoxen Kirche, die zugleich miteinander eng verbunden und unter dem Schirm der Orthodoxie vereint blieben. Jede Kirche bietet Gottesdienste in der Sprache des eigenen Volkes an, Pfarrer müssen heiraten, bevor sie einer Gemeinde dienen dürfen usw. - vieles unterscheidet die orthodoxe Kirche organisatorisch und strukturell von der katholischen und den anderen christlichen Kirchen in Westen.

Diese blieb natürlich nicht ohne ihre Probleme und Konflikte innerhalb der Kirche, auch existiert etwas bis heute, was man nur als Kirchenpolitik beschreiben kann, und dennoch scheint die orthodoxe Kirche sich mehr zu einer an der geistigen Welt orientierten Kirche entwickelt zu haben, mit einer Vielzahl von Klöstern und einem lebendigen Mönchtum. Das Mönchtum war natürlich auch im Westen verbreitet und innerhalb der katholischen Kirche wurden ebenfalls eine Vielzahl von Klöstern gegründet, die nach Luther in den Territorien der neuen christlichen Kirche in Westen geschlossen wurden, denn man wollte das Mönchtum als Struktur nicht. Interessant fand ich, nach Besuchen mehrerer katholischer Klöster, die strikte Trennung zwischen Mönchen und sog. Laienbrüdern, die ich in orthodoxen Kirchen nirgends vernahm. Hierarchien in der orthodoxen Kirche sind insgesamt viel flacher und es geht eher um Führungsaufgaben und Titel der Personen, welche Entscheidungen treffen, als um den Aufbau von Klassen.

In den slawischen Ländern existieren einfach keine Klassengesellschaften in dem Sinne, in dem diese im Westen existierten, was auch der Grund für die schnelle Verbreitung der kommunistischen Ideen in den slawischen Ländern war. Obwohl diese Idee aus dem Westen kam, konnte sie im Westen keine Wurzeln schlagen, in den slawischen Ländern führte sie jedoch zum totalen Umbruch, zu Zwangsindustralisierungen, zur stärken Identifikation mit dem wissenschaftlichen Zeitalter und zu einer bis zu diesem Zeitpunkt nicht da gewesenen Schwächung der orthodoxen Kirche. Vor 35 Jahren scheiterten die Ideen des Kommunismus und die orthodoxe Kirche kehrte langsam wieder zu ihrer Kraft zurück, denn das Christentum als solches ist traditionell in der orthodoxen Kirche etabliert, d.h. es gibt keine sich gegenseitig konkurrierenden christlichen Kirchen in den slawischen Ländern. Im Westen jedoch wird das Christentum auf Grund der vielen Spaltungen zunehmend schwächer, während die katholische Kirche insbesondere, wegen dem Gebot für alle Priester im Zölibat zu leben und den Skandalen mit der Pädophilie, in der Gesamtbevölkerung schwächer wird.

Wenn wir aber alle diese Dinge Mal zur Seite schieben und uns ausschließlich auf die christliche Terminologie fokussieren, eine Terminologie die Tausende von Jahren entwickelt und gestärkt wurde, sowohl im Westen als auch im Osten, und unzähligen Menschen Halt gegeben hat in ihrem eigenen, individuellen und gemeinschaftlichen Leben, dann entdecken wir, dass diese Terminologie sehr wertvoll ist. Wir sollten sie nicht einfach so abtun und vergessen, denn sie gibt uns eine Vielzahl von Hinweisen dazu, wie man Werteorientiert in der eigenen Seele und in den Gemeinschaften und Gesellschaften, an denen man beteiligt ist, leben kann. Und das ist wohl, wir die Geschichte der christlichen Kirche zeigt, alles andere als einfach.

Ist es also schwer in der Politik zusammenzuarbeiten? Natürlich ist es schwer. Politik ist dabei kein Spiel ohne Konsequenzen, es geht in ihr um die Gesellschaft, um den Umgang mit der Umwelt, um die Erforschung dieser Realität, die wir alle nicht verstehen, um Wohlstand, um Frieden... Ich möchte keine Politik tolerieren auf diesem Planeten in der nicht zusammengearbeitet wird, Sie etwa?

Ich weiß, die Realität ist enttäuschend für viele, denn die Erwartungen, die ich habe und hier nenne, erfüllt praktisch niemand von uns Monstern mit Herz. Ich weiß auch, dass wenn sie schon niemand in der Politik erfüllt, viele sich fragen - warum soll man sie dann selbst erfüllen? Warum sollte man nicht auch selbst um Macht und Einfluss kämpfen ohne Rücksicht auf andere, ohne Anstand und ohne den Wunsch nach Wohlstand für alle?

Es ist dies die Kernfrage unserer und einer jeden Zeit. Ich hätte z. B. bei der OB Kandidatur in Bühl einfach eine Antwort auf diese Frage für mich suchen können - ich lebe schließlich nicht auf dem Mars, d.h. ich hätte mir sagen können, wenn ich es nicht schaffe mit Anstand und mit Werten etwas für mich zufriedenstellendes zu erreichen, dann könnte ich ja auch für mich entscheiden, dass sich "Anstand nicht lohnt" und ich könnte zum brutalen Machtkampf mit Lügen, Betrug und allem drumherum übergehen? Was hält mich davon ab?

Aber ich müsste dann auch meine Kinder so erziehen, denn so bin ich als Christ und Philosoph - konsequent in allem was ich tue. Ich schaue wie die Welt funktioniert und erziehe meine Kinder entsprechend, damit sie vorbereitet sind. Ich bin ein Gastgeber für sie in dieser Realität, die ich selbst nicht verstehe. Und Christ bin ich, weil ich von allem und allen, die ich erlebt habe, Jesus Christus in die tiefste Tiefe meines Herzens aufnahm. Es gefällt mir, was Er sprach, es gefällt mir wie das auf mein Denken und meine Gefühle gewirkt hat.

Ich will nicht meine Kinder so erziehen, dass sie an eine falsche Welt glauben, an irgendwelche Ideale, die keine Anwendung in der Realität haben? Ist Jesus Christus ein Ideal? Ich glaube nicht, vor allem glaube ich, meine Kinder sollen das Gute und Positive, was es in dieser Realität gibt, kennen lernen und in ihre Seelen aufnehmen und eben mit der Zeit, wenn sie bereit sind, auch das Schlechte und Negative, wie sonst können sie Mut und Resilienz entwickeln. Vot allem aber sollen sie Liebe und das Böse entdecken, denn diese spielen die zentrale Rolle in dieser Welt und ihr Zusammenspiel ist die beste Definition der Politik, die man sich überhaupt vorstellen kann. Ich will meinen Kindern nicht verheimlichen, was ich denke und glaube und tue, warum denn auch, wenn ich im Positiven, im Guten und in der Liebe verbleibe? Aber ich kann ihnen auch nicht verschweigen, was andere Menschen glauben und tun und was ich selbst viele Male tat und was die Christen in ihrer Terminologie einfach "Sünde" nennen...

  1. Fehler und Gewissensbisse? Das ist nur für Kinder, oder?

Ich mache Fehler, ich erfahre auch Versuchungen und erliege manchmal an diesen, aber dann habe ich schlechtes Gewissen, Schuldgefühle und kehre wieder mit Mühe und mit Reue zum Anstand zurück. Und zum Anstand gehört Menschenliebe dazu, die Suche nach dem Herzen in jedem von uns Monstern.

Was geschieht aber, wenn Menschen keine Werte haben, ob durch das Christentum oder über andere Wege? Dann haben sie ja auch kein Gewissen und haben auch kein Bedürfnis Reue zu empfinden, wofür denn, wenn alle Menschen einfach Macht-gierige Tiere sind, die man nur bekämpfen und kontrollieren kann oder vor denen man sich lieber in Acht nimmt?

Wie kann es sein, dass wir es vergessen, dass alle Menschen auch Menschen sind? Na ja, wenn wir so viel über Böses und Zerstörerisches denken und wenn wir selbst böse und zerstörerisch sind, dann können wir ja auch nur das in anderen Menschen suchen und sehen? Wir können schließlich nichts in anderen erkennen, was nicht in uns selbst ist. So ist das. Das und mehr untersuchen Menschen in der Psychologie. Und was lernen wir aus diesem Forschungsgebiet? Nun wir lernen einiges, z. B. was Projektion ist. Sie besteht in dem Effekt bei dem wir z. B. unseren Hass auf andere nicht als Hass auf andere interpretieren sollen, sondern auf die mangelnde Wahrnehmung dessen in uns selbst, was wir in anderen hassen. Anstatt negatives und destruktives zu erkennen, das in uns ist, projizieren wir das auf andere. Wir sind alle nicht so unterschiedlich bzw. eigentlich fast überhaupt nicht. Das ist eine Wahrheit, die wir schon lange her gelernt haben, aber in jeder Generation neu lernen müssen.

Wir tun das jedoch nicht, so vergessen wir regelmäßig, dass alle Menschen respektiert und auch geliebt werden wollen. Warum sollten wir anderen keinen Respekt und ja, auch Liebe, nicht zu Teil werden lassen? Jesus Christus sagte, wir ernten was wir säen, d.h. wenn wir niemanden respektieren, wie wollen wir dann Respekt erfahren? Lieben wir niemanden, wie wollen wir dann Liebe erfahren?

Na ja, wahrscheinlich fühlen viele von uns Angst, dass man uns sonst ausnutzen, manipulieren, auslachen wird usw.? Ich denke so und bringe das auch meinen Kindern bei - wenn jemand euch ausnutzt, manipuliert und auslacht, dann hat das weder etwas mit euch zu tun, noch müsst ihr solche Übertritte anderer vergeben. Ein jeder Christ weiß schließlich, es gibt keine Vergebung ohne Reue. Es darf auch Vergebung ohne Reue nicht geben.

In diesem Sinne, nützt uns die christliche Terminologie auch im Erwachsenen Alter. Sünden anderer, also ihre Vergehen gegen uns und gegen sich selbst, können wir und wollen wir vergeben, aber erst wenn Reue gezeigt wird. Auf diese Weise können wir uns auch als Erwachsene schützen. Wir vergeben einfach nicht, bis echte Reue gezeigt wurde. Wie strafen nicht, denn in der moralischen Welt gibt es keine Strafen, sondern wir vergeben einfach nicht. Herzen vertragen keine Strafen.

In der Gesellschaft aber, da müssen wir bestrafen, wenn jemand der Gesellschaft schadet, da können wir nicht auf Reue warten, sondern müssen direkt strafen, über Geldstrafen und dann auch Freiheitsstrafen, d.h. wir entziehen Menschen Geld und auch Freiheit. Durch Strafen erzeugen wir in den Menschen zwar kein Gewissen und keine Moral, das tun wir nur durch Liebe, aber wir erzeugen Ordnung.

Sind jedoch Menschen, die viel sündigen, diejenigen, die in der Politik leiten, dann entsteht weder Moral noch Ordnung, denn wie sollen diese aus Menschen kommen, die in sich keine Moral und keine Ordnung haben?

  1. Ein Katholik in Bühl

Es wurde mir in Bühl der Name von einem Katholiken genannt und empfohlen ihn aufzusuchen. Ich tat das und ich fand ihn mehrere Tage später. Ich spürte dann, dass er Sünden in sich trug, viele Sünden. Das können wir Menschen spüren, wenn jemand ein Guter oder eher kein Guter Mensch ist. Und ich spürte, dass er auch gegen mich gesündigt hat seit dem ich ihn kontaktierte, denn ich war Kandidat und es gab andere Kandidaten. Ich nahm das wahr als ich ihm in die Augen sah und er tat mir Leid, weil er diese Sünden in sich trug. Ich sprach nur wenige Worte mit ihm, denn echte Christen werfen keine Perlen vor die Schweine, Jesus Christus sagte schließlich, wenn man das tut, würden Schweine diese Perlen zertreten, sich dann umdrehen und uns zerreißen. Sie würden uns eben nicht mit ihrer Liebe sondern ihrer Zerstörungswut behandeln, vielleicht macht das Schweine unter uns Menschen aus - solche die gleichzeitig lieben und hassen, unterstützen und zerstören können?

In jedem Fall ging ich. Dieser Mann hat später ein schreckliches Schicksal erlitten, ich hörte davon in Stuttgart und fragte mich kurz im Gebet ob er wohl in den letzten Momenten seines Lebens Reue gezeigt hat und ich sprach für mich im Gebet "wenn er Reue gezeigt hat, dann vergebe ich ihm". Er war schließlich, wie jeder von uns auf diesem Planeten, nur ein Mensch. Nicht mehr und nicht weniger. Und er war Katholik, d.h. sowohl Jesus Christus, als auch Sünde und Reue waren ihm bekannte Begriffe.

Dies als Beispiel wie Christen denken und wie einige christliche Termine zu verstehen sind.

  1. Kann es sein, dass wir wegen Sünden Anstand und Wohlstand verlieren?

Ich spürte Sünden bei vielen anderen Menschen in Bühl. Aber ich spürte auch Reue bei manchen und sobald ich sie spürte, konnte ich vergeben. Und wenn ich irgendwo zufällig sündigte, bereute ich dies und bat um Vergebung. Dazu werde ich weiter unten noch schreiben. So denken Christen, so denke auch ich und so dachte ich in Bühl. Wir leben ja alle auf diesem einen Planeten, wir zerstören unser eigenes Leben, das Leben unserer Mitmenschen und unseren Planeten, wenn wir unmoralisch und zerstörerisch sind bzw. wenn wir sündigen... Und doch sündigen wir und hören nicht auf damit... Wir entwickeln Gewohnheiten zur Sünde und viel schlimmer auch eine Gewohnheit zur Bosheit. Und jeder der sich etwas abgewöhnen musste weiß wie furchtbar schwierig das ist... Wie gewöhnt man sich Sünde und Bosheit ab? Geht das überhaupt?

Adolf Hitler hatte eine andere Philosophie, die höchste Stärkung beider Seiten im Menschen, der liebenden und der zerstörerischen, weil sie beide in uns existieren und aus seiner Perspektive auch nötig sind. Aber da ist ein Denkfehler in der Logik, neben vielen anderen Fehlern die bei ihm noch im Denken existierten, denn wir brauchen nicht die völlige Ausreifung dieser beiden Seiten für unseren Umgang mit unseren Mitmenschen. Es reicht wenn wir unsere Mitmenschen lieben und uns in Liebe ausreifen und ansonsten für die Zwecke der Gesellschaft und der Organisationen in der Gesellschaft Strafen, bei Regelübertritten. Das ist vollkommen genug. Die Seite der Zerstörung in uns auszureifen, die natürlich als Potential in uns allen als Monstern ist, zerstört unser Herz, wir können nicht mehr lieben. Wie sollen wir das auch können, wenn wir viel mehr Monster als Liebende geworden sind? So erzog Hitler die Deutschen zu Monstern, den schlimmsten die es je gab, und dachte, völlig überzeugt, dies ist der Weg, der einzige Weg.

An dieser Stelle, will ich festhalten, dass es leider nicht mehr so viele Christen gibt, die in Deutschland politisch aktiv sind, dabei haben genau die Deutschen Christen nach Hitler die schönste und für Deutschland und die Welt wertvollste Politik gemacht, die es je in der brutalen Deutschen Geschichte gegeben hat. Sie kamen zusammen nach dem Zweiten Weltkrieg und fokussierten sich im Endeffekt auf zwei Punkte - auf Anstand durch Werte und auf Wohlstand durch Leistung. Mieten und Löhne wurden gerecht gestaltet, Arbeitszeiten wurden gerecht gestaltet, ein Gefühl der Gerechtigkeit wurde geschaffen in der Luft und in den Menschen ein Hunger nach dieser - eine Gewohnheit zur Gerechtigkeit. Was ist von ihr geblieben heute? Mit den Konzentrationslagern und den 80 Millionen Toten im Zweiten Weltkrieg stets im Sinne, haben die deutschen Christen nicht nachgelassen, nicht nachgegeben und gewirkt und gewirkt bis zu ihrem Tod.

Ich nahm mir vor politisch darauf hinzuwirken, dass wir zu diesem Erfolgsrezept als nächste Generation zurückfinden. Parteiübergreifend. Religionsübergreifend. Es geht um Werte. Niemand soll mehr in Deutschland einen Mangel an Anstand akzeptieren und niemand einen Mangel an Leistung. Und obwohl ich die Philosophie von der Politik trenne und umgekehrt, eine starke Verbindung und Freundschaft existiert zwischen diesen Gebieten des menschlichen Denkens und Wirkens und so kam ich, auch im Namen dieser Freundschaft, aber vor allem als orthodoxer Christ im Namen von Jesus Christus und der Werte, aus Stuttgart nach Bühl.

Teil 4 - Bühl bedeutet Hügel.

  1. Warum Bühl?

Ich wählte Bühl aus nach Gefühl bzw. Bühl ergab sich. Ich betete schließlich auch sehr viel und hatte immer wieder an den alttestamentlichen Propheten Jona gedacht und seine schwierige und gefährliche Aufgabe in Ninive, bei der er die Bewohner von Ninive zur Reue aufrufen sollte. Ich kannte Bühl nicht, auch dessen Bewohner nicht, aber das ist wo meine Gedanken hingingen. Ninive kommt vom Wort Fisch, Jona verbrachte Zeit im Magen des Waals. Ich forschte, als ich zum ersten Mal von Bühl hörte, der Name Bühl kommt vom Begriff Hügel und da musste ich lachen, denn ich verbrachte viel Zeit in einem Elfenbeinturm und mein Weg führte mich wohl zu einem Hügel.

Ich fragte mich lachend, könnte diese kleine Stadt Bühl wirklich ein Werte-Leuchtturm werden für Deutschland und könnte Deutschland dann für die Welt leuchten in dieser schweren Zeit auf dem Planeten? Wahrscheinlich nicht. In jedem Fall, will ich nicht so etwas erwarten, denn das ist nicht meine Aufgabe hier gewesen, es war eher meinen Dienst Jesus Christus zu erweisen in Dankbarkeit für seine Liebe, die mich eine lange Zeit getragen hat. Und so ging ich, lachend und in Erwartung interessanter Abenteuer aus meinem Elfenbeinturm auf den Hügel namens Bühl.

  1. Was erwartete mich in Bühl?

Ich fand heraus, Bühl war eine stolze Stadt, die Bewohner produzierten Zwetschgen für den König und ich liebe Zwetschgen, viele meiner Familienmitglieder in Serbien haben Zwetschgen, so dachte ich, hmm, das ist interessant. Aber Stolz gefiel mir nie, denn es ist die falsche Emotion, man möchte in diesem kurzen Leben Dankbar und nicht Stolz sein. Da sah ich schon ein Problem der Bühler und mit der Zeit merkte ich, wie stark die Idee von Stolz verbreitet ist und wie tief in den Seelen sie wohnte - ständig sprach jemand von Stolz und war auf etwas Stolz. Uff.

Die Bühler hatten auch eine bestimmte Sorte, die sog. Bühler Frühzwetschge, die besonders resistent war und sie im Endeffekt im Zusammenhang mit dem Zwetschgen-Appetit des Königs in Deutschland und darüber hinaus bekannt machte.

Angekommen in Bühl sah ich jedoch überall nur Weinreben... Ich sah so viel Wein wie in anderen Städten Badens, so schien mir Bühl mehr eine Weinstadt zu sein, die sich aber Zwetschgenstadt nennt. Wie merkwürdig? Nostalgie vielleicht wegen der Zeit in der man dem König diente und so stolz darauf war? Oder vielleicht ein starker Konservatismus, die Zwetschge ist vielleicht schon tief in der Identität der Menschen verankert wegen dem Stolz? Oder vielleicht nur ein Kalkül und der Wunsch Bedeutung weiterhin auch außerhalb von Bühl zu haben und da man eben die Zwetschgen hat und die einmal bekannt waren, schreibt man diese groß überall hin? Es gibt ja auch einen Luftballon mit einer Zwetschge drauf, der herum fliegt und Werbung für die Zwetschgenstadt macht. Na ja, ich liebe Zwetschgen, stamme aus dem Zwetschgenland Serbien, habe also ein Herz dafür. Aber was war denn das für die Bühlerinnen und Bühler? Nun, ich wurde neugierig, insbesondere weil ich nicht nur keine Zwetschgen sah sondern auch viele brachliegende Rebflächen, die dem Aussehen der Stadt schadeten und insgesamt überhaupt kein Gefühl hatte bei der Betrachtung der Läden usw., dass diese Stadt, die sich Zwetschgenstadt nennt, auch wirklich eine Zwetschgenstadt ist. Eine Fontäne mit Zwetschgen, hinter einem Bankgebäude, die sehr traurig war, die gab es und einen hübschen kleinen Laden gegenüber dem Rathaus mit einer großen Plastik-Zwetschge davor und wenigen Produkten aus Zwetschgen darin und das war es schon.

Später fand ich die Zwetschgenbäume und auch Pflaumenbäume und war begeistert, weil eine Pflaumensorte schon kam und ich diese immer wieder genießen konnte. Ich habe bestimmt 10 Kilo gegessen während der 10 Tage, die ich in Verbindung mit der Wahl in Bühl verbrachte, lecker sind die Pflaumen. Die berühmte Bühler Frühzwetschgen werde ich dann ein anderes Mal probieren müssen in den nächsten Jahren, wenn sie reifen und ich wieder am Bühler Hügel vorbei schaue.

  1. Die christlichen Spuren in Bühl.

Es überraschte mich wie viele Kreuze ich in manchen Stadtteilen sah, dann auch Grotten, sog. Maria-Grotten, die der Hl. Maria, Mutter Gottes, gewidmet waren. Noch mehr überraschte mich das Kloster Maria Hilf in der Stadtmitte von Bühl, ich musste lächeln und empfand als Christ eine besondere Dankbarkeit hierfür. Es handelte sich um ein Frauenkloster mit ca. 50 Nonnen, in dem man auch zahlen kann zu übernachten. Ich beschloss, dort werde ich übernachten, wenn ich in Bühl zwei oder mehr Tage hintereinander bleibe. Das tat ich auch und hatte eine wunderbare Zeit im Kloster.

Eine der ersten Überraschungen jedoch war das Rathaus selbst - es war in einer alten Kirche. Der amtierende Oberbürgermeister, als ich mich mit ihm traf, sagte mir nach einem Hinweis durch die Sekretärin, dass das Gebäude eine Kirche war. Das könnte man an einer Stelle noch sehen innen drin und natürlich an der Außenfassade. Der OB sagte mit einem Lächeln, sein Büro befindet sich ungefähr dort wo die Sakristei war - so fühlt er sich auch manchmal. Das brachte mich zum Lachen und zu vielen Gedanken, weit mehr als ich je aufschreiben könnte. Später erfuhr ich durch einen Artikel des Redakteurs der BNN von der Glocke im Turm dieser "Rathaus-Kirche", einer Glocke die Erinnerungen an den Tod eines Kindes weckt und bei jeder Wahl eines neuen OB ertönt. Wie wundersam? Dabei ist Politik genau am wichtigsten für die Kinder... Die Christen haben viele Spuren hinterlassen in Bühl, das dachte ich immer wieder und war dankbar für diese Erfahrungen und Erlebnisse, leider fand ich kaum in jemanden einen tiefen lebendigen christlichen Glauben, auch selten überhaupt tiefen und gelebten Anstand und Werte als ich so aus meinem Elfenbeinturm zum Hügel in Bühl ging, aber ich entdeckte kämpfende Herzen, Herzen die glauben wollen an ihre Mitmenschen, aber auch furchtbar schwer tun damit... Ich fand sehr viel mehr von diesen Herzen, als von solchen die einfach alles aufgegeben haben und nur noch Macht und Einfluss um jeden Preis anstrebten...

So verstand ich, welche Aufgabe ich habe, denn das war schließlich die Arbeit gewesen für die ich gekommen bin. Ich wusste, 10 Tage reichen bei weitem nicht, aber ich werde tun was ich kann und ich sagte schon direkt zu Beginn, manchen Menschen, die mir begegneten, wenn alles fertig ist, werde ich hierzu schreiben, vielleicht ein Buch, vielleicht einen langen Aufsatz, wir werden sehen. Es ist ein Buch geworden, Sie lesen es jetzt.

Ich konnte nicht und wollte nicht auf eine Überzeugungstour gehen, denn schon Aristoteles verstand - wir können unsere Mitmenschen nicht überzeugen, höchstens überreden, überzeugen muss sich jeder selbst. Aber ich wusste auch, ich komme um Spuren zu hinterlassen, nicht für mich, sondern für Gott und diese Menschen in Bühl zu denen mich verschiedene Zufälle brachten. Sollte ich tatsächlich nach 10 Tagen Investition auch gewinnen, ja dann werde ich auch Oberbürgermeister. Vielleicht werde ich es irgendwann in der Zukunft, vielleicht irgendwo anders, vielleicht nie... Das ist nicht in meiner Hand, denn wie ich es in Bühl (bzw. auf dem Hügel) immer wieder sagte, die Menschen wählen und um Ihre Wahl geht es, um ihren guten Willen. Natürlich kann man die Menschen manipulieren, anlügen und betrügen, natürlich auch ihre Ängste ausnutzen und ihren Willen zum Bösen stärken, aber langfristig schadet das mehr als es hilft. Das ist keine liberal christliche Politik. Bei ihr geht es um die Menschen und ihren guten Willen.

5 - Dann fing die Kommunalpolitik an.

  1. Die liberale Versuchung.

Ich hatte sofort eine schwere Versuchung, am ersten Tag den ich in Bühl verbrachte. Es war für mich erstaunlich, dass alles mit dieser Versuchung begonnen hat, aber es ist wie es ist. Es war mir ein Anliegen mit den liberalen auf dem Hügel zu sprechen und ihre Meinung zu holen, bevor ich mich aufstelle. Ihre Meinung fiel positiv, dann negativ aus und dann sogar sehr, sehr negativ aus. Es wurde mir klipp und klar gesagt, ich sollte meine Zeit nicht verschwenden und mich nicht aufstellen. Das war ein schwerer erster Schlag, aber ich hielt durch. Ich weihte Parteikollegen in Stuttgart und anderswo ein und sagte, ich fahre mit meiner Kandidatur fort. Auch nahm ich mir Zeit für lange E-Mails an die Parteikollegen vor Ort, von manchen von denen ich nach wie vor, für die Ziele des Anstands und Wohlstands, weiterhin viel erwarte. Ich nahm aber Abstand, denn auch Abstand gehört zum Anstand dazu, und verbrachte meine übrigen 9 Tage bei der Wahl allein mit meinem Team und ohne Zusammenarbeit mit der Partei.

Ich schrieb innerhalb der Partei, auf allen Ebenen, dass ich eine Politik in der es heißt "Feind, Todfeind, Parteifreund" nicht unterstütze und nicht gut heiße - sie empört mich zutiefst. Sie etwa nicht? Nun, dann sind Sie wohl schon an Bosheit gewöhnt. Das tut mir Leid für Sie und noch mehr für Ihre Kinder, denn Kinder lernen von uns indem sie uns kopieren und imitieren. Oder soll ich Sie vielleicht beglückwünschen? Herzlichen Glückwunsch, Sie übertragen erfolgreich Gewohnheiten zur Sünde und zur Bosheit an Ihre Kinder.

  1. Unterschriften Sammeln.

So ging ich alleine los, ohne Unterstützung der Partei, um Unterschriften zu sammeln. Ich stellte mich den Menschen vor auf der Straße, ich klingelte an Türen und in zwei-drei Tagen hatte ich etwas über 60 gesammelt. 57 wurden als gültig erklärt, mindestens 50 muss man haben um als Kandidat zugelassen zu werden. Ich lernte interessante Menschen kennen, verbrachte oft Stunden in Gesprächen, denn dafür kam ich ja, um in die Seelen der Menschen auf dem Hügel zu sprechen. Wer mir gefiel, den gab ich gleich 10 Blätter und bat darum mehr Unterschriften zu sammeln. Anständig, ohne Druck, ohne Überzeugung, ohne Aggressionen. Leise. Wer Ohren hat, der wird hören. Und Menschen hörten, sie haben mir Unterstützung gegeben. Ich war ihnen dankbar und bleibe es auch heute.

Die Menschen hörten mich, aber sie hörten nicht genug, denn tief in ihren Seelen, und das spürte ich immer wieder, waren sie beschäftigt, nachdenklich, besorgt, von der Politik enttäuscht... Sprach ich sie darauf an, sagten sie mir, immer und immer wieder dasselbe - das ist schwer in Bühl, das geht nicht in Bühl, hier gibt es eine Gruppe, die alles entscheidet und das wird sich nie ändern. In Bühl wird sich nie etwas ändern. Es entstand ein Chor aus diesen Stimmen in meiner Seele, überraschte mich und ich wurde sehr nachdenklich. Auch war die Angst groß bei manchen Menschen, das spürte ich. Sie würden mir gerne helfen, aber ich soll nicht erzählen, dass sie mir helfen. Sie sorgten sich vor Konsequenzen. Andere wiederum hatten gar keine Angst, aber einfach überhaupt keine Lust auf Politik und sonst irgendetwas was mit Bühl verbunden ist. Mit einem Menschen verbrachte ich eine halbe Stunde im Gespräch, er verfolgte nur das Ziel mich davon abzubringen zu versuchen irgendetwas in Bühl zu bewegen, denn es lässt sich nichts bewegen. Und auch er ließ sich nicht bewegen und wollte mir keine Unterstützungsunterschrift geben.

Ich ging schließlich ohne Plan, ohne Strategie, einfach wohin mich der Weg führte, denn ich wollte erfahren was in den Herzen ist. Und als ich es langsam erfuhr, beschloss noch mehr und noch tiefer in die Seelen zu sprechen.

  1. Das 2-stündige Gespräch.

In einem Laden mit zwei Damen, die sichtbar verstört waren wegen Menschen aus anderen Kulturen in Deutschland, die kein Deutsch sprechen und die mir ehrlich über diese und andere ihrer Sorgen berichteten, ging ich tiefer in die Gespräche. Zwei Stunden sprachen wir, sie waren sehr gut gelaunt am Ende. Wir verstanden alle, die Sprache ist die Mindestvoraussetzung, jeder Mensch in Deutschland muss sie lernen. Es geht nicht ohne die Sprache, so einfach ist das. Wir müssen auf ihr bestehen. Wenn man als Deutscher in ein anderes Land geht um dort zu leben, wie z. B. verschiedene Deutsche nach Serbien kamen, dann ist nur dasselbe anständig - man muss die Sprache der Menschen lernen.

Wir verstanden auch, das Leben kreuzigte viele unserer Wege, ich bin heute auch Deutsch in meiner Seele, nicht nur Serbe, ich litt so auch über viele kollektive Traumata der Deutschen, hatte furchtbare Albträume über Konzentrationslager und was nicht alles... Ich kann das Deutsche aus mir nicht raus operieren oder? Auch viele andere Menschen in Deutschland heute können das nicht, auch viele Deutsche, die weltweit verstreut leben, können andere Kulturen in die sie sich integriert haben nicht aus sich raus operieren.

Wir haben gelernt miteinander und so sagte ich den beiden Damen bzw. ganz in unserer deutschen Manier gab ich ihnen den Auftrag - wann immer euch ein Politiker oder eine Politikerin den Weg kreuzt, dann fordert diese auf Euch so viel Zeit zu widmen, wie viel ich Euch heute gewidmet habe. Denn dies ist eine neue Art der Politik, die wir benötigen und sie fängt mit jedem von uns an. In der Wahrheit gibt es gar keine Politiker, nur Menschen die sich mehr oder weniger mit Politik beschäftigen. Wer mehr in die Politik geht und dann noch ein Mandat bekommt und also bezahlt wird, der ist schuldig die anderen, die weniger Zeit in der Politik sind und diesen über Steuern bezahlen, zu unterrichten - über alles, was diese Person interessiert. Jeder muss sich die Zeit nehmen, das ist der conditio sine qua non in einer Verfassungsrepublik in der sich alle Menschen unabhängig vom Bildungsstand oder Einnahmen auf Augenhöhe in der Gesellschaft begegnen und an einem Wohlstand für alle arbeiten. Anders geht es nicht.

Man wunderte sich über mich, warum nehme ich mir so viel Zeit für "unwichtige Gespräche"? So gewinnt man keine Wahl. Ich nahm mir aber viel Zeit für diverse solche Gespräche wie dieses 2-Stündige, denn die Wahrheit ist, es gibt keine unwichtigen Gespräche. Mit meiner Politik wollte ich außerdem nie eine Wahl gewinnen, sondern die Herzen. Es geht immer nur um die Herzen in echter, anständiger Politik. In der Politik, die ich die Neue Politik nenne. Wie sonst soll eine Gesellschaft aus Monstern mit Herz funktionieren? Ein Professor, den ich kannte, spielte bei seinen Betrachtungen mit Teufeln, er sprach von einem Staat voller Teufel, nah war er dran, denn Monster sind auch Teufel und Teufel Monster, aber er vergaß das Herz.

  1. Brot und Wein im Rathaus.

So lange ich lebe werde ich nie den Tag vergessen, an dem ich mit zwei langjährigen Freunden, einem der aus Bulgarien stammt und einem der aus Kroatien stammt, nach Bühl kam. Sie gehörten zu meinem engen Team und waren das erste Mal in Bühl. Ich wollte ihnen den OB vorstellen und umgekehrt und einmal noch mit ihm sprechen nach unserer ersten Begegnung.

Mein Freund aus Kroatien wollte ihm ein Geschenk mitbringen, sie lernten sich bereits, wie der Zufall oder Gott es wollte, schon vorher in Italien kennen. Er entschied sich für eine Flasche Wein aus Fellbach. Auch hatte er den Impuls zu empfehlen, dass mein bulgarischer Freund, der Pianist ist, eine bulgarische Teigspezialität backt, so etwas wie ein Brot. Ich sagte, in Ordnung. Dass die beiden Brot und Wein brachten und im Büro des OB, in der Höhe der ehemaligen Sakristei, diesem schenkten - das wurde mir jedoch erst bei diesem Akt bewusst. Ich war erstaunt, was für ein Geschehniss, natürlich wie alles andere gänzlich ungeplant. Sie saßen dabei, mein Freund, der aus Kroatien stammte zu meiner Rechten und mein Freund, der aus Bulgarien stammte, zu meiner linken. Der OB saß gegenüber von mir. Er freute sich über den Wein, aber beim Brot war er unsicher, ich spürte das, er gab es weiter an das Team in Rathaus.

Beim Verlassen seines Büros sah ich ein Bild an der Wand hängen. Ein kleiner Vogel, der einen Käfig verlässt während eine deutsche Hand die Tür des Käfigs öffnet. Ich sprach ihn darauf an, er erzählte mir es von einem Kind geschenkt bekommen zu haben, das aus dem nahen Osten flüchtete. Es war ein schönes Bild, kräftig, es passte zum erlebten Geschenk. Wein von rechts und Brot von links und Liebe aus der Mitte schenkten wir damals dem höchsten Vertreter der Bühlerinnen und Bühler.

  1. Der Priester, der Bus fährt.

Wir gingen die Stadt erkunden und nach einer Weile fanden wir uns in einem Bus wieder. Ein Fahrer aus Bulgarien fuhr den Bus, mein bulgarischer Freund sprach mit ihm für eine lange Zeit. Es war dies für ihn ein Kraftakt das Gespräch, er sagte mir liebevoll zu bleiben ist immer schwierig. Aber ich sagte ihm, mehr als das gibt es nicht in dieser Welt, halt durch. Er tat das und tut das immer noch. Der Busfahrer sagte ihm, es gibt viele serbische Busfahrer in Bühl, ich war erfreut, beschloss den nächsten, wenn wir in einen anderen Bus einsteigen anzusprechen.

Das tat ich und siehe da, der Busfahrer war aus Serbien und nicht nur das, er war ein orthodox christlicher Priester, der aus persönlichen Gründen beschloss eine Pause einzulegen in seinem Amt und in Bühl Bus zu fahren. Die Zeitungen in Serbien schrieben über ihn, er hat eine große Gemeinde gehabt und verließ sie, viele wunderten sich und wundern sich noch heute.

Ich fühlte seine Seele, er war voll mit Liebe, wir sprachen lange, wir umarmten uns und ich sagte ihm anschließend - wir kehren zurück nach Stuttgart, aber du bist mein Mann in Bühl, ich wähle dich aus. Er war verwundert, was kann er denn als Busfahrer machen, ich brauche doch andere Menschen, die sich viel mehr einsetzen wollen, er wird gerne helfen, aber das ist eine zu große Ehre, außerdem geht es nicht. Ich sagte ihm, doch, du bist es. Es geht nicht nur um diese Wahl, es geht um diese Geschichte, das ist eine Geschichte die hier geschrieben wird. Und ich erzählte ihm von der Erfahrung im Rathaus mit dem Wein und Brot. Er war sprachlos, die Symbolik erreichte ihn auch, denn die Serben waren im Krieg gewesen mit den Deutschen, mit den Kroaten, mit den Bulgaren und zwar immer wieder. Und nun geschieht so etwas, ein Serbe und Deutscher mit einem Kroaten und Bulgaren schenkt Wein, Brot und Liebe einem deutschen OB in einem Rathaus, das einmal eine Kirche war. Was bedeutet das?

Sehr viel.


Teil 6 - In Bühl spazieren, beobachten und philosophieren.

  1. Die Zwetschgenstadt ohne Abnahmestelle für Zwetschgen.

Ich war begeistert von den Zwetschgen, denn wenn Bühl eine Zwetschgenstadt ist, dann ist Serbien ein Zwetschgenland. Einmal der größte Produzent von Zwetschgen auf der Welt, heute noch unter den größten 3, essen die Serben gerne Zwetschgen und noch mehr genießen sie Rakija, das serbische Zwetschgenwasser, das auch in anderen Staaten in Balkan gebraut wird.

Aber ich konnte es nicht fassen, als ich hörte, dass Bühl, als Stadt die sich Zwetschgenstadt nennt, keine Abnahmestelle für Zwetschgen hat aus dem Großhandel sondern die Zwetschgenbauern in eine andere Stadt fahren müssen um ihre Zwetschgen zu verkaufen. Auch empörte mich, dass in lokalen Geschäften kein Zwetschgensaft, keine Salate oder ähnliches mit Zwetschgen angeboten werden - ich meine eine Stadt die sich Zwetschgenstadt nennt, sollte in allem und überall Zwetschgen verwenden.

Sehr merkwürdig, dachte ich wieder für mich, und verstand, ja, die tiefe Nachdenklichkeit der Menschen, ihre Sorgen, ihre Gewohnheiten zur Sünde, natürlich, sie sehen das alles gar nicht bzw. wollen es nicht sehen. Sie empfinden sich als bodenständig, aber was bedeutet das, jemand der ständig auf dem Boden ist, also vielleicht jemand der bescheiden ist, der Werte hat, oder der einfach deshalb ständig auf dem Boden ist bzw. auf dem Land, weil es sich um einen Landwirt oder einen Bauern handelt. Ist der Begriff bodenständige der nette Weg um jemanden einen Bauern zu nennen? Vielleicht war es das Mal, heute ist Bodenständigkeit die größte Tugend überhaupt, nur wer sie entwickelt wird überhaupt ernst genommen in Deutschland. Was ist jemand der nicht bodenständig ist? Na großkotzig, in der Luft schwebend usw.

Man will Bodenständig sein und Bodenständigkeit diktiert, wenn eine Stadt sich Zwetschgenstadt nennt, dann hat es in allen Lokalen, überall etwas mit Zwetschgen zu geben, mindestens etwas kleines.

Ich beschloss ein Cocktail in Auftrag zu geben, aber das ist eine andere Geschichte. Beim OB trank ich übrigens einen hervorragenden Zwetschgensaft, so trank ich danach gleich noch einen.

  1. Das Kloster und das Frauengefängnis.

Übernachtet habe ich im Kloster und eine wunderbare Zeit gehabt. Ich führte ein langes Gespräch mit dem Priester, welcher den Nonnen die Beichte abnimmt und lernte etwas Neues von diesen Menschen, nachdem ich ihm anvertraut habe, wie ich als Philosophen lerne. Ich erzähle anderen gebildeten Menschen meine komplexen Gedanken zu einem Thema zu dem sie Experten sind zügig, in diesem Fall zur katholischen Kirche, und dann kann man mir helfen Lücken zu füllen, wie beim Tetrisspiel und ich nehme alles auf. Ich bedanke und revanchiere mich, indem ich dann zu einem Thema, das mein Gesprächspartner verfolgt Fragen beantworte, in diesem Fall war dies die orthodoxe Kirche.

Meine Gattin, die Organistin ist, kam auch nach Bühl und unsere Kinder ebenfalls. Wir übernachten mehrere Nächte im Kloster in zwei miteinander verbundenen Zimmern, das war sehr schön. Sie spielte auch an der Orgel für die Nonnen das letzte Lied bei einem Gottesdienst und noch eins als Nachspiel, sie genossen das sehr.

Später lernte ich, dass es in Bühl neben dem Kloster auch ein Frauengefängis gibt und ging zu diesem, es ist nah am Kloster. Ich durfte nicht rein, schaffte es auch nicht einen Termin zu vereinbaren, was ich schade fand. Gefängnisinsassen dürfen auch wählen. Außerdem sagte mir eine Christin, die ich im Stadtpark in Bühl kennenlernte als wir gemeinsam bedroht wurden, aber das ist eine andere Geschichte, dass man auch die Kleinsten und Niedrigsten nicht vergessen darf. Sie redete in mein Gewissen rein, ich war und bleibe ihr sehr dankbar dafür.

  1. Ein Ökosystem ohne Biotop, Rebflächen ohne Reben und Politik ohne Werte.

Bei einem ehemaligen Arzt verbrachte ich knapp zwei Stunden und sprach über unser Ökosystem. Es war dies ein interessantes Gespräch, denn meine eigene philosophische Beschäftigung mit dem Ökosystem endete bei Humboldt und seinen Erkenntnissen und ich nutze jede Gelegenheit zu sagen, dass Humboldts Entdeckung des Ökosystems viel wichtiger ist als die Entdeckung der Evolution durch Darwin und Wallace.

Ich war enorm begeistert, als dieser Arzt mir erklärte, dass ein Ökosystem sich im Prinzip in zwei Teile aufteilt, in den Lebensraum (Biotop) und in die darin lebende Gemeinschaft von Organismen (Biozönose). Er hatte Sorgen und hält Vorträge dazu dass wir Menschen unseren Biotop zerstören und ohne Biotop können die Organismen nicht überleben. Es machte mich dies nachdenklich, es war dies ein intensives Gespräch, wie Gespräche mit deutschen Menschen ja immer sind, aber es spielte sich hier auch viel im Hintergrund ab.

So dankte ich ihm und sagte, ich lese mich in all dies rein, kommuniziere meine Erkenntnisse an mein Team und melde mich. Das tat ich und dachte dann, das ist doch eine Win-Win Situation, denn die brach liegenden Rebflächen könnte man doch in Heublumenwiesen verwandeln, die ideal unser Biotop verstärken und erneuern. Man müsste sicherstellen, dass diese nicht schädlich sind für die benachbarten Reben und Heublumenwiesen anzulegen wäre natürlich viel einfacher als Reben zu pflegen. So lange der Weinanbau nicht profitabler gemacht wird. Das müsste schließlich auch geschehen.

Und wieder war ich bei den Werten in der Politik. Einst wollten die Deutschen mehr Lebensraum (das bedeutet ja Biotop übersetzt, wie ich oben geschrieben habe) und Hitler erzählte wie viel Lebensraum in km2 welches Volk hat und wir wissen alle, wie diese blutigen Abenteuer geendet sind. Der Lebensraum im Osten kostete 35 Millionen Slawen, die als niedere Lebewesen betrachtet wurden, das Leben. Das geschah nicht vor 1000 Jahren, sondern praktisch gestern, also vor 80 Jahren, es gibt immer noch Menschen die am Leben sind und das erlebt haben.

Der Mensch hat nicht im Boden sondern in seiner Seele seinen Lebensraum, jeder von uns lebt in erster Linie in der Seele, in der eigenen Innenwelt. Was geschieht, wenn diese ohne Werte ist? Es geschieht das, was einer Rebfläche ohne Reben geschieht, was einem Ökosystem ohne Biotop geschieht.

Die Deutschen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf einen noch viel kleineren "Lebensraum" in Europa reduziert, verloren auch ihre 4 Kolonien und hatten Glück, es gab politische Stimmen, die alle Deutschen einfach töten und versklaven wollten, schließlich wollten die Deutschen das auch der Welt antun. Die Deutschen hatten Glück oder Gottes Segen erfahren und die deutschen Christen machten das Beste daraus. Sie schufen in dem Lebensraum den es gab mit Werten eine Beispielgesellschaft.

Was geschah?

  1. Die albanisch-serbischen Beziehungen beim Imbissstand und der Leerstand in der Innenstadt.

Viel von meinen 10 Tagen verbrachte ich bei einem jungen Unternehmer auf seinem Imbissstand. Er stammte aus Albanien, hatte und hat eine große Ambition, ist aber noch jung und unerfahren, braucht richtige Vorbilder und eine gute Umgebung. Ich stellte mir vor, wie für ihn und für viele andere junge Unternehmer ein richtiges Ökosystem in Bühl entstehen könnte, wie wir es bauen könnten, damit sie sich gemeinsam entwickeln. Auch wie dieses den Leerstand in der Innenstadt beheben könnte, als OB könnte und würde ich täglich die jungen Unternehmer besuchen, mit ihnen arbeiten, sie beraten (den Anfang für diese Idee gab mir übrigens ein Liberaler und ich nahm sie zu Herzen, er kämpfte aber danach mit aller Kraft daran, dass ein anderer Kandidat die Wahl gewinnt), dann junge Unternehmer aus anderen Städten nach Bühl holen und umgekehrt, dass sie sich kennenlernen und wo es möglich ist kooperieren, Wirtschaft geschieht schließlich nie in Isolation und ihr Ziel ist nie die eigene Bereicherung, sondern die Bereicherung aller, Wohlstand für alle.

Als vor vielen Jahrzehnten Arbeiter im Ländle wütend wurden, dass Robert Bosch hohe Gehälter zahlt und ihre Arbeitgeber nicht, sagten schwäbische Arbeitgeber "Robert hat viel Geld und kann hohe Gehälter zahlen, wir haben nicht so viel Geld und können das nicht". Robert Bosch hörte davon und antwortete so: "Robert hat viel Geld, weil er hohe Gehälter zahlt".

In einer guten Wirtschaft profitieren alle, denn es gibt Werte. Aber wo es keine Werte gibt, dort gibt es auch keinen Profit, dort gibt nur noch Dunkelheit, Isolation, Hass, Wut und dies verwandelt sich in Gewohnheiten, in Bedürfnisse, in Blutrünstigkeit und anstatt sich zu lieben, gehen Menschen auf einander los um das Blut und das Fleisch voneinander zu essen. Jesus Christus bot sich an in solche dunklen Stunden, bei Abenden, wenn das Licht der Werte fehlt, und gab sein Blut und sein Fleisch, damit man sich gegenseitig nicht zerstört und verspeist.

Natürlich kann ein Mensch, der voll mit schlechten Gewohnheiten ist, daran glauben, dass Arbeitgeber ihre Arbeiter bei Definition ausbeuten, weil sie an ihnen und an ihrer Arbeit Geld verdienen. Und leider denken heute auch viele Arbeitgeber so über die Wirtschaft, sie glauben die Wirtschaft ist eine reine Ausbeutung. Nichts kann weiter von der Wahrheit entfernt sein, sofern die Arbeitsbedingungen gut sind und die Gehälter fair. Jeder Mensch will arbeiten, das gehört zum Leben dazu, und sobald jemand es gar nicht will, stimmt etwas mit dem Menschen nicht.

Ich arbeite sogar so viel, dass ich auch diese Zeilen schreibe für die Bühler und Bühlerinnen von heute und morgen und viele andere Menschen, die diese Zeilen vielleicht erreichen werden. Vielleicht erreichen Sie auch solche Menschen, die sehr viel bessere Oberbürgermeister werden als ich es je sein könnte und diese lernen etwas hieraus. Vielleicht ruft ein Mensch aus Bühl oder von woanders nach mir, nach dem Lesen dieser Zeilen und etwas 8konstruktives entsteht. Arbeit produziert immer mehr Arbeit und die Welt wird besser dadurch. So lange die Arbeit sinnvoll ist, das ist die notwendige Voraussetzung.

Warum lieben es aber manche Menschen sinnlose und störende Arbeit zu verrichten? Nun, die Antwort ist einfach, weil sie nicht mit dem Herz arbeiten. Eine Arbeit ohne Herz, wer macht sie? Na ein Monster, es versteht dies wer hier alles gelesen hat, denn in meiner Philosophie sind wir Menschen Monster mit Herz.

Der junge albanischstämmige Bühler wird noch Werte entwickeln, hoffe ich. Er macht gute Sandwiches mit Cevapcici und fragte mich, ob ich ihm helfen könnte reich zu werden. Ich sagte ihm, ich half ihm bereits, er muss mehr an seine Mitmenschen denken, als an sich selbst, nicht sündigen, und das wird schon. Ein guter Unternehmer will seine Mitarbeiter wertschätzen, gute Gehälter zahlen, diesen Wohlstandsaufbau durch Arbeit ermöglichen und sie nicht einfach als Ressourcen betrachten für eigenen Anlagenaufbau.

Wir sprachen auch über Albanien und Serbien, schwere Beziehungen zwischen diesen Staaten und Kosovo. Ich hatte eine junge Sekretärin, die aus Kosovo stammte, sie hat 2 Jahre lang für mich gearbeitet und war sehr gut und loyal. Ich nahm mir vor ein Buch mit ihr zu schreiben, nachdem auch sie Kosovo besser kennengelernt hat, damit wir die albanische und serbische Perspektive jeweils besser kennen lernen können. So vieles gibt es zu lernen und so schwer ist es zu lieben, aber so leicht zu hassen... Wer hätte gedacht, dass ich in Bühl auch über albanisch-serbische Beziehungen sprechen würde. Die Albaner sind ein gespaltenes Volk, mit zwei Dialekten und zwei Religionen, einer geschlossenen Kultur und vielen Problemen, welches Volk auf dieser Welt ist ohne Probleme? Die Serben haben 6 Kriege geführt im 20. Jahrhundert, alles Verteidigungskriege, die sie viele Millionen Leben gekostet haben. Heute würde Serbien wahrscheinlich knapp 40 Millionen Einwohner haben, wenn es diese Kriege nicht gegeben hätte, hat jetzt aber nur noch 6,5 Millionen im Land und noch so viele im Ausland, also ca. 13 Millionen insgesamt.

Die Deutschen nahmen an 3 von den 6 Kriegen gegen die Serben teil, am 1. und am 2. Weltkrieg und an der NATO Bombardierung Serbiens teil. Die Albaner kämpften stets auf der Seite der Deutschen und während der NATO Bombardierung unterstützen die Deutschen die Albaner auf dem Kosovo. Die Serben sind nun Mal der Feind für viele Deutsche im Staat, aber die Albaner sehen die Deutschen zugleich nicht als Freunde, eher als Menschen die sich ihnen unterordnen und gehorchen, so unterstützt man sie. Die Serben unterordnen sich niemandem, auch einander nicht und sie sind bereit zu kämpfen. Jederzeit. Aber die Serben sind auch bereit zu lieben und zu vergeben. So verschlossen wie die Albaner sind, die Serben scheinen mir noch mehr verschlossen zu sein. So arbeite ich auch an dieser Öffnung und der Kommunikation, und war froh auch in Bühl daran arbeiten zu können. Ich bin eben Serbe und auch Deutscher, vor allem aber Mensch.

  1. Die Dichterin.

Ich entdeckte eine Dichterin in Bühl, eine Hobby-Dichterin. Sie schickte mir ein Paar Ihrer Gedichte. Sie schreibt aus dem Herzen, ich sagte ihr das. Das war wunderbar. So wertvoll und so nahrhaft ist es, wenn Menschen aus dem Herzen sprechen, jeder von uns braucht das bzw. bekommen wir nicht Worte und Gefühle aus dem Herzen anderer, gehen wir im wahrsten Sinne des Wortes verrückt.

Schreib weiter du tapfere Frau, schreib und zeige deine Gedichte anderen, es finden sich in Bühl sicher noch mehr Hobby Dichter und ich verspreche dir, niemand mag mehr Gedichte lesen als Dichter. Wir können diese Welt nie wirklich ändern, wir können nie alle Herzen erreichen, ja nicht einmal Jesus Christus schaffte das, aber wir können genug erreichen und deine Gedichte werden Herzen erreichen, so wie sie mein Herz erreichten. So schreib weiter und sprich darüber.

Vielleicht schaue ich auch bei einer solchen Ausstellung lokaler Gedichte vorbei, das würde mich freuen.


Teil 7 - Die Kandidaten.

  1. Der Lehrer, der das Schwert zog.

An der Wahl nahm auch ein Lehrer teil, das freute mich besonders zu erfahren und ich suchte den Kontakt zu ihm. Wir trafen uns in seiner Lieblings-Eisdiele, sprachen und ich gab ihm einen Artikel zu lesen danach, den ich geschrieben darüber was es bedeutet Christ zu sein im 21. Jahrhundert (es sprechen in diesem ein Philosoph, ein Wissenschaftler, ein Theist und ein Atheist). Ich hatte viel Hoffnung in den Lehrer gelegt. Ich schlug ihm auch vor aus dem Rennen auszusteigen und ihn zu unterstützen, wenn er mehr Unterstützung generiert bzw. auch umgekehrt, dass er aussteigt und mich unterstützt, wenn das Umgekehrte geschieht. Es geht um Zusammenarbeit in meinem Verständnis der Politik und wir beide waren spät dran mit der Kandidatur, ich noch später dran als er.

Leider zog er das Schwert, sobald wir bei der Kandidatenvorstellung waren und beschloss mich als nicht ernst genug darzustellen, weil ich auch Humor zeigte und für einige Lacher sorgte. Das enttäuschte mich, denn das hätte nicht sein müssen, aber er kündigte es auch an kämpfen zu werden. Er sagte, wir sind jetzt erstmal im Wahlkampf. Es heißt ja blöderweise auch Wahlkampf, man erwartet von Menschen, die sich zur Wahl stellen, zu kämpfen. Daran merkt man schon wie viel es zu verändern gibt noch...

In diesem Sinne öffnete er natürlich die Tür, dass ich mich revanchiere und auch angreife. Aber ich tat das nicht, ich habe weder ihn noch einen der anderen Kandidaten angegriffen. Das widerspricht einfach meinen Verständnis der Politik, die wir jetzt und in der Zukunft benötigen.

Ich blieb in dieser Einstellung standfest und dies obwohl es mir ein anderer Kandidat (nicht der Lehrer) sehr schwer gemacht hat, ihn nicht anzugreifen. Ich schaffte es aber jeder Versuchung zu widerstehen, auch mein Team vor Versuchungen zu wahren, denn diese wollten auf die Beschädigung meiner Plakate und andere schädliche Akte gleicher maßen reagieren. Auge um Auge... Ich habe das verboten. Anstatt war ich einfach transparent, informierte über schädliche Akte, fotografierte die falsch angehängten Plakate und informierte diesen anderen Kandidaten, damit er das mit seinem Team regelt. Ich glaubte an seinen Anstand und blieb dabei.

Was es den Lehrer angeht, ihm gab ich den Hinweis weiter, dass auch mehrere seiner Plakate runtergenommen wurden. Diesen Hinweis bekam ich von meinem Mann in Bühl, dem Busfahrer der Priester ist. Dies tat ich, nachdem der Lehrer das Schwert zog. Er zog das Schwert, ich half ihm. Er war dankbar, aber er zog trotzdem das Schwert erneut. Dies tat er bei der zweiten Kandidatenvorstellung, als er allen eine gute "Unterhaltung" mit meiner Rede wünschte. Er blieb dabei mich als nicht seriös darstellen zu wollen.

So ist das mit unseren Gehirnen - Gedanken werden zu Worten, Worte zu Taten, Taten zu Gewohnheiten und Gewohnheiten bilden schließlich unseren Charakter, der sich sehr schwer ändern lässt. Aber er lässt sich ändern, es ist nicht unmöglich, Reue ist nötig, Reue. Und auch ist Jesus Christus da, er spielt mit in dem Teil dieser Realität den unsere Seelen bewohnen, und hilft denen die nach Hilfe suchen.

Ich war nicht sauer auf den Lehrer, ich nahm ihm auch nichts übel. Ich erzählte ihm anstatt von besorgniserregenden Dingen, die ich hörte aus den Bühler Schulen, und akzentuierte, niemand verdient unsere Zeit, unser Wissen und unsere Moral mehr als neue Generationen. Die jungen Menschen haben wenige Gewohnheiten und auch sind ihre Gewohnheiten meist noch nicht so fest, d. h. sie lassen sich leichter ändern.

Ich half dem Lehrer wo ich konnte, bis ich fühlte, dass es genug war. Dann wünschte ich ihm weiter Politik zu machen, denn Politik hat eine wichtige psychologische Funktion und ich wünsche mir mehr Lehrer in der Politik. An diesen spezifischen Lehrer glaube ich sehr, er muss nur noch lernen zu gewinnen, ohne das Schwert zu ziehen. Herzen vertragen keine Schwerter.

Als ich beim Feierabend ein Bier zu viel trank, sprach ich mit ihm und seiner Familie und war etwas aufgebracht, wegen der Bedrohung die meinem Freund aus Bulgarien, zwei deutschen Christen und mir im Stadtpark geschah und über die ich weiter unten berichte. Das tat mir Leid danach, ich hatte schlechtes Gewissen wegen ein Paar Worten die ich sprach, die nicht schlecht waren, ich schimpfte nicht, aber die ich mir hätte sparen können. Und ich entschuldigte mich bei dem Lehrer und seiner Familie dafür.

So kämpft man ohne Schwert. Und auf viele andere Arten und Weisen noch.

  1. Der junge Held aus Vimbuch, den nicht genug erkannten.

Eine große Entdeckung machte ich, als ich den Kandidaten kennen lernte der ein riesiges Herz hat. Es fehlen diesem noch Weltkenntnis, Bildung und Reisen, er ist dennoch einer der stärkeren Menschen, denen ich die Möglichkeit hatte in Bühl zu begegnen. Er begeisterte mich instant, denn seine Liebe zu Bühl ist sehr groß und als er bei der Kandidatenvorstellung im Kreuzfeuer etwas schlecht abgeschnitten hat, ermutigte ich ihn weiter zu machen, nicht aufzugeben und sagte ihm das auch danach. Ich sagte ihm auch, eines Tages wirst du Oberbürgermeister sein in Bühl, bleib dran und merke dir meine Worte und diese halte ich auch hier fest.

Er sah mich einmal Flyer verteilen, es war sehr heiß und sonnig an dem Tag. Er fuhr nach Hause, holte eine Flasche Wasser und fuhr wieder zurück und brachte sie mir. Als ich ihn fragte, warum er das tat, sagte er: "Ja, Werte, Du sagtest es doch." Sein Herz ist groß, er sieht und hört und fühlt alles. Und ich weihte ihn in die Politik ein, in die Möglichkeit für Kandidaten auszusteigen und zusammenzuarbeiten, damit man sich nicht gegenseitig kannibalisiert. Er verstand das. Da wir dazu rechtzeitig keine Einigkeit erzielen konnten, gab er sich trotzdem Mühe und zog die Kandidatur durch. Er wurde Dritter. Welch ein Kämpfer, welch ein Herz, ich hoffe er bleibt auf dem richtigen Pfad, den Werten des Anstands und des Wohlstands treu, in ihn setze ich für Bühl meine größte Hoffnung.


  1. Der Hausmeister mit Herz, den niemand ernst nahm.

Einen Menschen nahm ich sofort ins Herz auf, auch viele Bühlerinnen und Bühler taten das, dies ist ein Mensch der als Hausmeister Politik macht und dies schon lange. Er nimmt an allen Wahlen teil, an denen er teilnehmen kann. Es begeisterte mich dies zutiefst, denn das ist gelebte Demokratie, jeder kann wählen und jeder sich aufstellen lassen. Und ich verstand glaube ich seine Gedanken. Er denkt wohl, wenn er es schafft in einem Haus für Frieden zu sorgen unter Hausbewohnern als Hausmeister, was nicht einfach ist, dann wird er es auch in der Politik können unter Stadtbewohnern. Im Falle dieser Wahl ging es darum als Hausmeister Oberbürgermeister zu werden. Als er bei der ersten Kandidatenvorstellung nicht teilnahm, sagte ich den anderen Kandidaten, dass ich das Schade finde und ihn gerne kennenlernen möchte.

Wie wichtig es ist, ernst genommen zu werden, weiß ich jedoch und wies deshalb die Journalisten bei der ersten Kandidatenvorstellung darauf hin, dass ich nicht am selben Tisch mit ihm sein möchte, denn ich habe ja einen komplizierten Namen, den viele leider erstmal nur als "ausländisch" interpretieren und werde neben dem Hausmeister, den sowieso keiner Ernst nimmt, einfach von vornherein mit vielen Vorurteilen kämpfen müssen. Die Journalisten änderten die Aufstellung, dafür war ich dankbar und dennoch konnte ich es kaum erwarten den Hausmeister kennenzulernen.

Und bald schon sah ich ihn in der Stadt, er trug ein T-Shirt mit einem Wolf drauf und half einer weinenden Frau, die ihn umarmte. Es hinterließ dies sofort einen Eindruck auf mich und ich sah, wie kämpferisch dieser Mann ist und wie gut es wäre für ihn und für andere, wenn er sich mehr bilden würde. Denn politische Ämter in heutiger Zeit benötigen etwas Bildung, nicht notwendigerweise sehr viel, aber etwas.


  1. Der Bürgermeister und der Bühler Wochenmarkt.

Der Hauptkandidat bei dieser Wahl, der mir über 70% der Stimmen schließlich die Wahl auch gewann, war Bürgermeister einer kleinen Stadt mit 2000 Einwohnern, also kleiner als manche Ortsteile in Bühl, einer Stadt die 30.000 Seelen zählt. Ich sagte ihm das nicht, auch sagte ich das niemand anderem, obwohl in meinem Team eine Person darauf harrte, aber mit so etwas würde ich das Schwert ziehen. Ich schreibe es jetzt, denn zu transparenten Reflektionen gehört immer alles Wesentliche dazu.

Ich traf mich mit ihm bevor ich die Entscheidung traf mich aufzustellen als Kandidat, der Grund war sein Segen, denn er war der erste Kandidat, er investierte sich viel zeitlich und finanziell und könnte er mir glaubhaft machen dass er mit vollem Herzen die Stadt führen und die Bürger versuchen will zu lieben, so hätte ich Abstand genommen und hätte einfach ihn unterstützt. Er versuchte mir die Kandidatur auszureden, es versuchte meine Qualifikationen in Frage zu stellen, er schlug und stach wo er konnte und ich fand das symphatisch. Ein Kämpfer. Schließlich erreichten wir bei unserem Spaziergang das Rathaus und er sagte mir, nach einer kleinen Erleuchtung, es geht doch um Vielfalt und nahm es sich fest vor einen echten Gegen-Kandidaten zuzulassen. Sein Kämpfer-Herz wuchs, das hat mir gefallen. Er sprach die Menschen, die vorbei liefen, plötzlich an und sagte diesen, dass ich auch kandidieren will. Sie schauten mich an und fragten "Ist das der FDP Mann aus Stuttgart über den alle sprechen, aber über den niemand sprechen sollte?". Das brachte mich zum Lachen, denn ich war zum ersten Mal in Bühl, aber Worte reisen bekanntlich schnell.

Nun, ich dankte dem Bürgermeister der kleinen Stadt für seinen Segen und wünschte ihm viel Erfolg. Zu den Passanten sagte ich, dass ich mich noch nicht entschieden habe ob ich kandidieren werde. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht das letzte Gespräch geführt, mit meinem Vater.

Mein Vater hörte sich aufmerksam alles an, was ich ihm erzählte und sagte schließlich, gut, tue es, wenn du willst, meine Unterstützung hast du. Und so ging ich in den Wahlkampf den ich ganz anders, also ohne Kampf, führen wollte.

Mit dem Bürgermeister knüpfte ich eine angenehme Beziehung und behielt ihn im Auge, weil mir mein Team ständig berichtete, dass sein Team nicht fair den Wahlkampf bestreitet. Mein Team fragte mich schließlich einmal auch seine Plakate runter zu reißen und ich sagte, nein, unter keinen Umständen. Ich kontaktierte ihn einfach jedes Mal, wenn ich etwas nicht gut fand, und er antwortete schnell und versprach sich darum zu kümmern. Ob er es tat, das weiß ich nicht - das geht auf seine Seele und ist mit seinem Anstand verbunden.

Mir gefiel nicht als er mich bei der ersten Kandidatenvorstellung angriff und bei einer Frage, die zuerst ihm gestellt worden war und die ich anstandshalber als ich aufgerufen wurde auch an ihn gab, sagte "er würde mir die Frage abnehmen", im Sinne dass ich sie nicht hätte beantworten können. Das gefiel mir gar nicht und ich habe es gleich beanstandet. Auch gefiel mir nicht, dass er nach meinem Aufruf zur Wahlstille noch einmal alle Ortschaften besuchte, denn ich bin fest davon überzeugt, dass Menschen nachdenken und in Ruhe ihre Wahlentscheidungen treffen sollten.

Ich nehme ihm aber keineswegs etwas hiervon Übel. Im Gegenteil, ich habe ihm gratuliert und alles Gute gewünscht. Was vielleicht noch geschah und ob er und andere in seinem Team mir gegenüber sündigten, das weiß ich nicht, aber das wird schon jeder für sich in seiner Seele wissen.

Mir jedenfalls gefiel wie unfassbar viel sich dieser Mensch eingebracht hat, mit wie vielen Menschen er ins Gespräch kam und wie viel Mühe er sich gab. Er hat auch eine Agentur beauftragt die Wahl zu begleiten, er hatte auch ein starkes Team mit der lokalen CDU und FDP. Ich konnte ihm daher einfach etwas auf die Finger schauen und reagieren, wenn ich etwas mitbekam was ich nicht gut fand. Er hat mich mit seinem Kampfgeist jedenfalls beeindruckt und obwohl es mir schien, dass er sich mit dem Posten des Oberbürgermeisters etwas übernimmt, wünsche ich ihm gutes Gelingen und Wachstum und bleibe verbunden für die angenehme Bekanntschaft.

Eine Sache hat mich noch empört, die Vorstellung auf dem Bühler Markt. Dort hatte er ein Zelt direkt vor dem Rathaus 1 und zwar durchgehend. Als ich sagte, dass ich mich gerne vorstellen will, schrieb man mir aus dem Rathaus, der Platz ist von ihm besetzt, ich könnte mich höchstens vor dem Rathaus 2 oder woanders in der Nähe vorstellen. Die Stadtverwaltung sagte, er hätte alles richtig gemacht mit der Anmeldung usw. und man könnte ihm den Platz jetzt nicht verwehren. Es ging nicht darum ihm etwas zu verwehren, sondern einem anderen Kandidaten zu gewähren. Diese Plätze gehören den Kandidaten nicht und sollen rotierend benutzt werden können, das hat ansonsten alles nicht mit fairen Bedingungen für alle und Demokratie zu tun. Hierfür nahm ich mir extra Zeit und blieb vehement in meiner Einstellung.

Da ich nur an einem Samstag in Bühl war und es zeitlich nicht ausreichte dies zu klären, stellte ich mich auch auf dem Markt nicht vor. Aber ich besuchte und genoss den Wochenmarkt, insbesondere die traditionellen kleinen Verkäufer, die gute Marmelade, Gemüse und wunderbare Blumensträuße verkauften. Den Besuch des netten Bühler Wochenmarkts empfehle ich gerne weiter.

Teil 8 - Die Kopfschmerzen.

  1. Die Vorstellung der Kandidaten ohne Abschlusswort, aber mit Probe-Wahl.

Ich genoss die erste Vorstellungsrunde, organisiert durch die städtischen Nachrichten, aber war gegen Ende nachdenklich geworden, denn ich konnte akustisch nicht so gut die Fragen hören und die viele aggressive Energie, die von überall kam und der ich mich an dem Abend zum ersten Mal stellte, überrollte mich etwas. Eine Frage zur Musik verstand ich vollkommen falsch, das war schade, bin ich schließlich mit einer klassischen Musikerin verheiratet und habe mit ihr eine Organisation aufgebaut mit über 50 fantastischen klassischen Musiker drin, unter anderem auch meinem Freund aus Bulgarien, der ein phänomenaler Pädagoge ist. Für die Musik in der Stadt kann diese Gruppe Wunder vollbringen.

Als ich nachdenklich wurde, setzte ich mich in einem Moment etwas hin. Dafür zog ich den Hochstuhl näher heran, den ich anfangs wackelig fand und zur Seite schob.

Ich war fast dabei die Herzen noch zu öffnen und vielleicht einige auch zu gewinnen, als ich mich hinsetzte und zurückzog und es verpasste, dass die Journalisten zügig und noch vor dem Ablauf der Zeit die Veranstaltung beendeten, ohne uns als Kandidaten ein Abschlusswort zu geben. Dabei wäre dies so wichtig gewesen, damit jeder seine Vorstellungen abrundet.

Es war dies aber deshalb noch wichtiger, weil die Journalisten darauf bestanden haben, dass das Publikum abstimmt und ohne Abschlussworte stimmten natürlich viele auf Basis dessen, was sie schon wussten und ein Kandidat war aus Zeitgründen in starkem Vorteil bzw. stellte sich bis zu dem Zeitpunkt bereits sehr viel Menschen vor. Das ist natürlich auch löblich und zu respektieren, dennoch hätte es sich gehört, dass jeder auch ein Abschlusswort sprechen kann und wäre ich nicht nachdenklich geworden, hätte ich darauf bestanden.

Viel wichtiger ist noch das diese Abstimmung, das sagte ich dem Redakteur, nicht hätte stattfinden dürfen. Das schädigt demokratischen Prozessen, denn eine Wahl ist etwas persönliches und sie ist geheim. Wir sind niemandem schuldig zu sagen, wie wir gewählt haben, auch nach der Wahl nicht, denn nur so sind Wahlen auch wirklich frei.

In Bühl wählten ja weniger als 50% der Wahlberechtigten, das ist oft der Fall bei vielen Kommunalwahlen, und spricht schon Bände. Ängste einerseits und Ignoranz andererseits, viele interessiert schließlich gar nicht wer Bürgermeister oder Oberbürgermeister oder Stadträte sind. Das ist nicht Demokratiefördernd.

So lobte ich die Redakteure für die insgesamt gute Veranstaltung und sagte, man sollte diese jährlich stattfinden lassen und bei ihnen über Brennpunkte in der Stadt sprechen. Das ist Demokratiefördernd.

  1. Das Ave Tal, das nie existierte.

Eine besondere Enttäuschung erlebte ich, als ich nach der Wahl herausfand, dass das Affental schon immer Affental hieß und nie Ave Tal, wie mir der OB und diverse andere Bühler erzählten, es steht dies auch im Internet. Eine Legende kursiert nach der Pilger, die in das Kloster Lichtental in Baden Baden wollten Ave Maria sangen als sie durch das Tal liefen und dieses so den Namen Ave Tal bekam, woraus im Volksmund das Affental wurde.

Diese Geschichte stimmt nicht, denn älteste urkundliche Erwähnungen erzählen bereits von einem Affo, und ich forschte und fand, dass dies ein altgermanischer Name war, nach dem das Tal wohl benannt wurde. Ich verliebte mich natürlich in die Legende als Christ und verstand später, dass die Legende gerade deshalb erfunden wurde, um Christen auszutricksen.

Nun, echte Christen, das ist meine Erfahrung, gelangen früher oder später zur Wahrheit und wenn sie das tun, dann ist das nicht gut, denn sie erzählen diese Wahrheit weiter. So wie ich das bereits tat und nun auch auf diesem Wege tue.

Es könnte natürlich sein, dass es doch Pilger gab und dass diese auch Ave Maria sangen, aber mit dem Namen ist das nicht verbunden.

Dennoch, ich hatte eine wunderbare Zeit im Affental, auch bei den Affentaler Winzern und ging Dank der Empfehlung des Geschäftsführung und seiner Mitarbeiterin noch zum Kloster Lichtental in Baden-Baden, aus welchem die Weinreben nach Bühl kamen. Um diese Geschichte zu ehren, machten die Affentaler Winzer einen speziellen Wein, die Lucida Vallis (Latein für Lichtental) und ich bekam für unseren Verein Opus eine Flasche geschenkt, die ich nach diesen Zeilen bei der nächsten Vorstandssitzung öffnen und mit meinen Vorstandskollegen genießen werde.

  1. Der Anglerverein, die Feuerwehr und der Busverkehr an Feiertagen.

Eine Geschichte verdient noch Erwähnung, denn ich war an einem meiner Tage in Bühl beim Anglerverein bei einer Feier und durfte mich da auch kurz vorstellen. Ich nahm an dem Tag meine Kinder mit und wir hatten eine sehr nette Zeit, leider kamen wir etwas spät an, weil es ein Feiertag war und der Busverkehr nur auf Abruf über ein Ruftaxi möglich war. Ich konnte auch fast kein normales Taxi finden, denn es gibt wenige in Bühl und an dem Tag waren alle besetzt, aber hatte dann Glück, fand ein Taxi und kam spät an beim Anglerfest, aber kam an.

Ich rief dann den Ruftaxi an wegen der Fahrt in eine andere Ortschaft in Bühl, denn an dem Tag war ich auch eingeladen zum Feuerwehrfest, meine Kinder freuten sich besonders auf dieses und ich bereitete auch eine Rede vor. Vorsichtshalber rief ich an vorher bei dem Ruftaxi und die Dame, die ich erreichte, versicherte mir, der Ruftaxi kommt und ich brauche mir keine Sorgen zu machen. 10 Minuten später rief sie an und fragte wo ich sei, ich sagte auf der Haltestelle im Ortskern, sie sagte, dort hält der Ruftaxi nicht. Ich kannte mich nicht aus, die andere Haltestelle war 500m entfernt, ich hätte sie also mit den Kindern leicht erreichen können bzw. der Fahrer hätte mich kurz abholen können, aber eine Kommunikation war mit der Frau nicht möglich. Das verärgerte mich sehr, denn wie würde ich nun kommen zum Feuerwehrfest, als Philosoph, der kein Auto fährt. Ich rief schnell die Taxis an, kein Erfolg, der Taxifahrer der mich vorher fuhr war in einer anderen Stadt weiter weg. Ich sprach schließlich mit einem Gaststätten Betreiber und dieser rief auch an, auch ohne Erfolg. Schließlich verstand ich, es wird nichts mit dem Feuerwehrfest, aber ich habe auch Schwierigkeiten in die Innenstadt zu kommen um wieder nach Stuttgart zu fahren. Die Menschen feierten wunderbar beim tollen Anglerfest, das ich herzlich empfehle, und ich wollte da nicht stören.

So sagte ich dem Gaststättenbetreiber, die Kinder und ich werden laufen, es wird dies wohl eine Stunde dauern, die Hitze war groß, aber wir werden durch den Wald gehen für einen Stück des Weges und uns dort etwas erholen. Und wir gingen los. Als wir ca. 100 Meter entfernt waren, schrie er nach uns. Er organisierte einen Gast, der mich mit seinem Privatwagen fuhr und dem ich was spenden konnte. Ich gab ihm 20€. Ein netter Mann war das, ein Handwerker aus Nordmazedonien.

Dem Gaststättenbetreiber schulde ich meinen Dank. Ins Gespräch mit ihm kam ich, weil wir bei ihm Proviant gekauft haben, er betreibt einen kleinen Laden.

  1. Die Straße für schnelle Fußgänger und langsame Autos in der Innenstadt.

In der Innenstadt gibt es eine Straße, die weder ganz eine Fußgängerzone ist noch ganz eine Fahrstraße, sondern beides in einem. Und keiner ist glücklich mit ihr. Die Fahrer müssen 20 kmh fahren, die Fußgänger müssen in Sorge vor Autofahrern sein. Ein Kompromiss der keiner ist.

Ich setze mich, im Rahmen eines Masterplans, dafür ein, dass daraus eine reine Fußgängerzone wird und die Kernstadt abrundet. Mehr Investition in junge Unternehmer und Tourismus und dies würde sich auszahlen und auch den Leerstand beseitigen. Bühl ist eine schöne Stadt, bei 1-2 Tagen Tourismus kann sie viel bieten, insbesondere wenn noch dazu der Weg zu den Zwetschgen und durch die Zwetschgen noch schöner ausgebaut wird zu einem Wanderweg, vielleicht mit einigen Kugelbahnen für Kinder usw.

Viel ist da möglich und manchmal muss man harte Entscheidungen treffen. Natürlich muss mit den Betreibern der Geschäfte gesprochen werden und Lösungen können für diese gefunden werden, aber das ist alles machbar, Bühl ist übersichtlich in der Größe, solche Dinfe können direkt besprochen werden.

  1. Leerstand in den Gedanken oder in den Geschäften in der Innenstadt?

Der Leerstand herrscht nicht in der Innenstadt, sondern in den Gedanken der Bühlerinnen und Bühler. Das die Geschäfte leer stehen ist nur eine Konsequenz davon.

Dabei hat die Stadt so viel Potenzial und so viel zu bieten... Ich glaube, ich würde nicht einmal ein Jahr brauchen um die Innenstadt zu beleben, ich meine schauen sie was ich in 10 Tagen bereits alles erfahren und erlebt habe... Aber das schaffen auch andere Menschen, sie müssen nur Inspiration finden und sich bewegen. Dafür dienen auch diese Zeilen, wer weiß, wessen Herz sie erreichen. Es ist aber natürlich anders, wenn ein OB die Dinge selbst in die Hand nimmt.

Und wie ich las, fängt der neue OB auch etwas an. Wind in den Rücken.

  1. Die Fernliebe namens Krankenversorgung.

Das war etwas, dass mich zutiefst empört hat. Die Krankenversorgung in Bühl ist wirklich schwierig, denn die Stadt stagniert schon seit einer Weile und das einst relativ große Krankenhaus ist nur noch ein Papiertiger in dem es kaum noch etwas gibt und das abgerissen werden soll. Eine regionale Klinik soll gebaut werden, was natürlich eine sehr gute Idee ist, aber außerhalb von Bühl. Jetzt schon müssen die Bühlerinnen und Bühler bei vielen Anliegen in anderen Städte fahren und wenn Krankenwagen angerufen werden, so berichteten mir einige Menschen, wird in den ersten 20 Minuten nach Ankunft telefoniert um herauszufinden wohin ein Patient überhaupt gefahren werden kann.

Das ist etwas, dass für mich überhaupt nicht geht und ich nicht akzeptiere. Eine Frau in Bühl verlor ihr Bein, es wurde ihr amputiert, nach Verbrennungen durch die Heizung, die auf sie fiel. Diverse andere Geschichten hörte ich noch, ich könnte keine Minute ruhig schlafen als verantwortlicher OB, wenn ich wüsste, dass meine Bürgerinnen und Bürger eine solche Krankenversorgung haben...

Wir haben den Spruch, jemanden ins Gewissen reden - wie redet man aber Menschen ins Gewissen, die kein Gewissen haben? Oder hat jeder, auch irgendwo tief versteckt und verkümmert, noch ein bisschen Anstand und Gewissen? Ich glaube wir müssen es versuchen, und ich glaube auch an Strafen für solche, die ihren Anstand und ihr Gewissen gänzlich verloren haben. Durch Strafen beleben sie es wieder.

Man muss sich schließlich verwurzeln, stehen bleiben, wie ein Baum und Früchte produzieren. Man soll nicht nur schauen, wer Früchte produziert und dann irgendwie an dem profitieren, aber das scheinen viele zu wollen heutzutage. Alle wollen mehr als sie haben, aber wollen es nicht verdienen, wollen nicht leisten. Das ist Verhalten, welches das Leben bestraft durch Kriege und furchtbares anderes Böses, wenn wir Menschen ihm nicht zuvor kommen und es bestrafen. Darum geht es bei den Werten, denn wer Werte hat, der produziert, der ist wie ein Zwetschgenbaum.

Vielleicht sind das die Zwetschgenbäume in Bühl die fehlen? Die Menschen mit Mut sich zu verwurzeln. Wie sonst integriert man Einwanderer? Wer nicht verwurzelt ist, kann auch niemanden integrieren. Wer fest auf seiner Bahn fährt mit Werten, fürchtet den Verkehr nicht, er freut sich über diesen - mehr wird transportiert, mehr verdient, mehr geleistet. Angst hat wer nicht verwurzelt ist.

Ich kam so richtig ins Laufen bei dieser Kommunalwahl und dann geschah etwas, was mich genau wie meine Aufstellung in Bühl ergriff und zur Einsicht führte, dass ich es weiterverfolgen muss. Und ich tat das, es ging dieses Geschehnis schließlich weit über die Wahl hinaus und ich verfolgte es deshalb nicht nur in Bühl, sondern auch in Stuttgart und auf der Landes- und Bundesebene weiter. Bei dieser Sache ging es um etwas hochaktuelles in ganz Deutschland, aber auch dies geschah auf dem Hügel - wird das ein Zufall gewesen sein? Nun, die Bühlerinnen und Bühler können das für sich entscheiden.


Teil 8 - Die Politik wird ernst.

  1. Bedrohung trifft Gebete im Stadtpark.

Mit meinem Freund aus Bulgarien, der phänomenaler Klavierlehrer und Konzertpianist ist, war ich im Stadtpark. Wir hatten Flyer und Poster in den Händen und kamen ins Gespräch mit einem christlichen Ehepaar. Es war dies ein wunderbares tief christliches Gespräch und ich dachte, eine echte Christin in Bühl, welch ein Segen. Wir sprachen lange und so tiefgründig und ich fühlte direkt, es wird jetzt etwas schlechtes geschehen um dies auszugleichen. Kurze Zeit später begegnete uns ein Mann, mittleren Alters, der etwas angetrunken war. Er sah unsere Plakate und machte wahrscheinlich die Verbindung, dass wir mit der Politik zu tun haben und fing an zu schimpfen und zu schreien und so ziemlich von A bis O all das zu sagen, was politisch Rechtsdenkende Menschen von sich geben. Er kam in Rage und empfand eine Lust bei Gedanken an Massenmorde von all den schlechten Menschen, die nach Deutschland kamen, die ihr Unwesen treiben und ohne Strafen bleiben. Er sagte "Der Deutsche macht das nicht mehr mit, wird aufstehen und alle erschießen" und formte dabei seine Hand zur Pistole, zielte nacheinander auf unsere Köpfe und erschoss uns symbolisch. In dem Moment stand ich auf, denn ich verstand seine Frustration wegen dem was geschieht und was er in den Nachrichten liest, aber seine Lösung ist weder realistisch noch moralisch vertretbar. Strafen ja, Gefängnisstrafen ja, aber keine Massenerschießungen. So fragte ich ihn ob er mich auch erschießen will. Er verlor sich für einen Moment und fragte mich, ob ich etwas schlechtes getan hätte, und bald war er wieder in seinen Gedanken und träumte von Massengräbern. Die Christin, die schon von Beginn an Gebete sprach und sang, stand auch auf, und betete und sang ganz laut und begeisterte mich, denn es war ihr Gesang, der den aufgewühlten Menschen schließlich aus der Fuge brachte. Er verlor seine Mordslust und ging.

Wir sprachen dann alle, beteten gemeinsam und machten uns Mut. Ich sagte, die Zahlen der Menschen, die so denken, erhöhen sich täglich. Die Sünden nehmen im Umfang zu, so wachsen Aggressionen und Frustrationen und ballen sich zusammen und suchen sich zu entladen. Das geschieht vielerorts auf der Welt bereits.

Ich wunderte mich darüber und wusste zugleich, das ist es was ich auf dem Hügel erleben musste nachdem ich meinen Elfenbeinturm verließ. Ich wusste auch, es wartet Leid auf mich auf diesem Hügel, es wartet wahrscheinlich einiges an vergeblicher Mühe, es warten viele Vorurteile auf mich, da ich schließlich nicht nur aus Serbien stamme und in Stuttgart und nicht in Bühl lebe, sondern weil ich mich auch, obwohl in Deutschland aufgewachsen weder ganz als Deutscher noch ganz als Serbe empfinde, sondern beides zugleich und noch etwas Drittes mehr - als Mensch. Ich sehe mich als Weltbürger, als Kosmopolit, nicht als einen Globalisten, sondern als einen Mensch auf einem Planeten ohne weitere Wünsche als ein angenehmes Leben in Freiheit zu leben und dies auch anderen Menschen zu gönnen und den nächsten Generationen. Ist jemand hier auf diesem Planeten kein Mensch, ist jemand vom Mars oder irgendeinem anderen Planeten?

Nun zunehmend mehr Menschen fühlen sich so, wie in einem falschen Film. Sie fühlen sich nicht zugehörig zur Gesellschaft, sie fühlen sich benachteiligt und ausgeschlossen, weil sie es oft auch sind durch sündhaftes Verhalten anderer.

Ich wusste, es werden mich sicherlich auch nicht wenige Menschen anlügen, versuchen zu betrügen, ich werde nicht wenige sündhafte Seelen erleben und sicherlich nicht wenige Versuchungen, aber mit einer solchen Bedrohung rechnete ich nicht. Auf sie war ich aber auch vorbereitet und erhielt auch Hilfe meiner Mitmenschen und machte mir deshalb auch keine weiteren Gedanken mehr darüber, sondern war eher froh und dankbar dies so direkt erlebt zu haben, denn ich kann es jetzt besser verstehen und benutzte schließlich auch einen medizinischen Begriff um es zu beschreiben - damit es auch manche Ohren erreicht. Ich nannte dies eine Kollektive Psychose, die sich ausbreitet.

Mein Team hatte aber an der Stelle genug von meiner theoretischen Arbeit und wollte praktische Ergebnisse, man bestand darauf dass ich reagiere und erreichte mein Herz mir der Frage "muss dich jemand wirklich erschießen, bis du entscheidest darauf zu reagieren?". Ich handelte, rief die Polizei an, schrieb der Redaktion der Stadtnachrichten, schrieb allen Stadträten, dem Bürgermeister und dem Oberbürgermeister, den Kandidaten-Kollegen und allen Ortsvorstehern und Vereinsvorsitzenden in Bühl.

Ich bin schließlich auch nicht perfekt, auch nicht ohne Sünde, aber ich muss dies jetzt probieren, für meine Kinder, für unsere alle Kinder in einer Welt und in einer Zeit, die sich, wie so oft in der Geschichte der Menschheit in eine furchtbar zerstörerische Zeit zu verwandeln scheint.

Wir haben viele Tausende von Kriegen geführt und erlebt auf diesem Planeten, wir führen und erleben derzeit mehrere. Wir scheinen uns von diesen Aggressionen nicht befreien zu können im kollektiven Sinne, woran liegt das?

Da wir in einer Zeit leben, in der niemand Zeit hat, konnte ich mir natürlich nicht alle Zeit der Welt nehmen für diese Arbeit, aber ich empfand dass die Zeit, die ich mir nehmen konnte, und das waren knapp 10 volle Tage von morgens bis Abends, für die ich jeweils aus Stuttgart angereist bin, ausreichen sollten. Am Ende waren es vielleicht auch ein Paar mehr gewesen und ich wusste, Sie werden wahrscheinlich nicht ausreichen um diese Wahl zu gewinnen, aber um genug Herzen zu erreichen und eine Spur in Bühl zu hinterlassen. Damit tat ich, was ich kann für die gemeinsame Sache, wie viele andere Menschen können das von sich behaupten?

Vielleicht werde ich irgendwann doch Oberbürgermeister von Bühl oder Mitstreiter in der Stadtführung, vielleicht werde ich es in einer anderen Stadt? Diese Dinge kann man nicht ganz kontrollieren und wer das Leben kennt weiß, dass man das auch nicht kontrollieren will sondern wirken und vertrauen möchte - alles kommt schon an seinen Platz, wenn man wirkt und vertraut und es stand für mich fest, hier muss ich wirken und vertrauen. Und die Polizei half, und manche Stadträte meldeten sich mit Ermutigung, und die Stadtnachrichten schrieben einen Artikel und ich gab den weiter in Stuttgart, auf der Landes- und Bundesebene. Etwas geschah.

  1. Der 3. Weltkrieg.

Ich fühlte während ich in Bühl war oft, wie die Zeit drängt, denn diese Probleme die ich begann zu bekämpfen, sind Weltweit präsent. Der Hass und die Ängste in vielen Menschen auf unserem Planeten verfestigen sich, Fronten entstehen und Kriege wüten bereits, sie drohen zu explodieren und sie drohen noch mehr Menschen zu erfassen. Nicht wenige meiner Kollegen in der globalen Akademie sind der Überzeugung, dass der 3. Weltkrieg bereits begonnen hat und das ihn nichts mehr rückgängig machen kann. Auch mir selbst fällt es nicht leicht, im Rahmen meiner Geschichtsbetrachtung, nicht dieselbe Einstellung zu nehmen. Es ist sogar so, ich hatte diese Einstellung schon vor 10 Jahren gehabt und verlor jeden Glauben an uns Menschen, innerhalb und außerhalb von der Politik. Ich lebte in tiefer Enttäuschung für eine ganze Weile, aber ich lebte zugleich mit Gott, so ging es mir seelisch gut. So dauerte ich mich ein in meinen Elfenbeinturm und machte es mir gemütlich. Ich erwartete im Prinzip kaum etwas anderes von Menschen als Schlechtes und Übel und Zerstörung, ich hoffe zwar nicht darauf, aber war eingestellt, dass das von jedem kommen kann und kommt. So erwartete ich auch von Menschen in der Politik in Bühl nichts anderes. Ich hatte schließlich auch Verletzungen erlitten das erste Mal, als ich politisch aktiv war. Damals war ich noch ein junger Demokrat und verstand einfach noch nicht die emotionalen Tiefen, weder in mir selbst, noch in anderen Menschen. Ich glaubte, wir schaffen doch alles gemeinsam... So schrieb ich das erste Mal auch keine solchen Texte, wie dieses Mal, ich glaubte nicht daran, dass diese irgendetwas bringen. Heute weiß ich besser.

Nach den Verletztungen vergingen viele Jahre, ich war sehr erfolgreich im Leben, privat und beruflich, hatte Spaß und Freude, es ging mir überaus gut. Ich habe schließlich alle geliebt um mich herum, unabhängig davon wie schwer dies wurde. So veränderte sich langsam auch mein Denken, denn durch die Liebe erreichte ich immer neue und tiefere Verständnisse über mich selbst, über die Welt und ja, über uns alle. Viele meiner schlechten und bösen Gewohnheiten verschwanden. Wir sind schließlich alle ähnlich. In manchen Dingen auch gleich.

Ich verstand, bei den Werten geht es nie um die anderen, nie darum welche Werte sie haben, nein - es ist eine egoistischer Sache, es geht nur um uns selbst, um unsere Werte, darum ob wir selbst anständig sind. Und wir dürfen ruhig egoistisch sein, wenn es darum geht die richtige Sache zu tun. Die Frage ist, wer tut das richtige als erster bzw. als erste?

Eine Frau in Bühl sagte mir, es gibt keine Kandidatin in Bühl, weil die Bühler keine Frau wollen. Das empörte mich, der Wille anderer braucht nicht immer hingenommen zu werden, man kann sich schlechtem Willen widersetzen, man will das auch - außerdem wird jeder Wille auch gelernt, er entsteht nicht aus der Luft. Eine Kandidatin soll es geben bei der nächsten Wahl, wenn niemand anderer das will, ich will es als Philosoph und Vater einer Tochter, Onkel vieler Nichten.

  1. Abschlusswort an die Bühlerinnen und Bühler oder ein gemeinsamer Anfang?

Können wir noch den 3. Weltkrieg aufhalten? Daran arbeiten viele Menschen heute. Für Bühl ist die wichtigere Frage, was können wir in Bühl und durch Bühl für Deutschland tun? Nun, ich weiß wie stark viele Bühlerinnen und Bühler sind, wie tüchtig und wie interessiert daran das Echte zu finden, zu spüren, zu vertrauen, zu glauben. Ich konnte natürlich nicht alle erwähnen, die mir über den Weg liefen, aber jeder der es tat weiß, ich habe alles gegeben was ich konnte, mein Herz und meine Liebe und was mehr könnt ihr noch erwarten? Ich nahm mir die Tage, die ich mir nehmen konnte um mit Euch vor Ort zu sein und viel mehr um mit Euch zu denken, zu leiden, zu hoffen und auch um mich mit Euch zu freuen. Ich nahm mir Zeit für dieses Buch für Euch. Und ich wurde für nichts davon bezahlt. Es ist dies Liebe in ihrer puren Form, die ich Euch vor Ort, in den Gedanken und nun durch dieses Buch gebe. Wer will noch mehr als das? Nun, wer noch mehr erwartet ist einfach frech und unanständig und sollte sich schämen! Deshalb fragt Euch, was könnt ihr noch tun für die Werte, für Bühl, für Deutschland und für diese Welt? Fragt Euch das und tut das, befreit Euch aber zuerst von Euren schlechten und bösen Gewohnheiten - Reue hilft.

Wer kann Bühl nach vorne bringen, wenn nicht ihr?

Wann, wenn nicht jetzt?

Wie, wenn nicht mit Liebe?

Wird Euer Hügel ein Leuchtturm für Deutschland werden können? Das werden wir noch sehen, es hängt davon ab, wie Eure Leiter in Bühl denken - es reicht ja, wie immer in der Weltgeschichte, wenn auch nur ein einziger bzw. eine einzige unter Euch, mich versteht und sich in echte Bewegung setzt. Das Buch ist nun da und die meisten Menschen können lesen. Auch ich bin da, mit dem Herzen und bei Bedarf mit Rat und Tat. Für Anstand und Wohlstand, Milutin Stanisavljević

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