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Die Physik der Kriegsspirale und ihre Opfer


Warum muss das Beenden von Kriegen ein für alle Mal, zum einzigen legitimen Ziel jeder Politik werden?

Wenn kriegerische Konflikte analysiert werden, greifen Historiker und Soziologen häufig auf die Sprache der Naturwissenschaften zurück, um die Dynamik der Gewalt zu beschreiben. In der Soziologie des Krieges wirkt das Phänomen, das als „Kriegsspirale“ bekannt ist, nach Prinzipien, die erschreckend an Newtons Gesetz von Aktion und Reaktion erinnern. In menschlichen Konflikten ist diese Reaktion jedoch fast nie gleich stark; sie ist asymmetrisch, genährt von existenzieller Angst, kollektiven Traumata und dem Wunsch nach Vergeltung.

Die anfänglichen Verbrechen einer Seite setzen einen dialektischen Prozess in Gang, in dem die andere Seite entmenschlicht wird. Der Feind hört auf, ein einzelner Mensch mit Vor- und Nachnamen zu sein, und wird zu einem Kollektiv, das beseitigt werden muss. Dieser Text hat nicht die Absicht, Leid abzuwägen oder zu messen, denn jede Träne und jedes ausgelöschte Leben haben dasselbe Gewicht. Dieser Text hat zum Ziel es zu unterstreichen, dass die größte Pflicht der Politik darin bestehen sollte, Kriege zu verhindern. Das ist nur möglich, wenn man der Kriegsspirale ihren Treibstoff entzieht — denn Opfer führen zum Bedürfnis nach Rache, und dieses führt zu neuen Opfern und einem neuen Bedürfnis nach Rache und so dreht sich immer weiter ein Teufelskreis aus dem man nur schwer entrinnen kann.

Das Verständnis dieser „Physik der Gewalt“ ist kein Instrument zur Amnestierung der Täter oder zur Relativierung von Verbrechen. Im Gegenteil: Es ist der einzige Weg zu verstehen, wie Krieg zu einem sich selbst erhaltenden Mechanismus wird, der Menschen und Moral gleichermaßen verschlingt und hinter sich nur Massengräber auf allen Seiten zurücklässt.

Viele Kriege haben auf unserem Planeten stattgefunden. Einer der besonders gewaltsamen und blutigen Kriege, der sich vor nicht allzu langer Zeit auf dem europäischen Kontinent ereignete, war im Vergleich zu den großen Kriegen, die zig Millionen Opfer forderten, zwar relativ klein, zeigt aber zugleich die menschliche Grausamkeit und die Logik dieser Kriegsspirale. Es handelt sich um den Krieg in Bosnien und Herzegowina zwischen 1992 und 1995.

Viele Kriegshandlungen und Verbrechen fanden in diesem Krieg statt, der insgesamt über 80.000 Opfer hatte. Die Kriegshandlungen und Verbrechen in und um Srebrenica bleiben jedoch, auch heute, 30 Jahre nach dem Ende dieses Krieges deutlich mehr in Gesprächen als andere.

Die lokale Gewaltspirale im Gebiet der Gemeinden Srebrenica, Bratunac, Vlasenica und Zvornik wurde im Frühjahr 1992 in Gang gesetzt. Systematische Angriffe von Einheiten der Armee Bosnien und Herzegowinas (ABiH) aus Srebrenica auf umliegende serbische Dörfer führten zur vollständigen Verwüstung der serbischen zivilen Infrastruktur. Nach Angabe verschiedener Quellen wurde dieser Region über 90 Prozent der serbischen Vorkriegsbevölkerung vernichtet oder vertrieben, durch eine Welle schwerer Verbrechen, Folterungen und Brandstiftungen, bei denen 156 ethnisch serbische Dörfer und Siedlungen zerstört und niedergebrannt wurden während anschließend in einem organisierten und an verschiedenen Orten begangenen Verbrechen in 1995 über 8000 männliche Bosniaken von Seiten der Armee der Republika Srpska hingerichtet wurden.

Schauen wir uns diese Chronologie der Ereignisse in etwas mehr Detail an:

A) Mai – Juni 1992: Der Beginn

Gniona und Blječeva (6. Mai 1992 – Đurđevdan): Die ersten Ziele lokaler Einheiten aus Potočari. In Gniona wurden ältere serbische Einwohner getötet, darunter der bewegungsunfähige Radojko Milošević (74), der lebendig in seinem Haus verbrannt wurde. Die Dörfer wurden vollständig geplündert und niedergebrannt.

Vijogor, Osredak, Kovačice und Orahovica (15. Mai 1992): In einer koordinierten Aktion wurden diese serbischen Weiler niedergebrannt. Mehrere Zivilisten wurden auf ihren Türschwellen getötet, und das Eigentum wurde vollständig verwüstet und geplündert.

Oparci und Obadi (Mai/Juni 1992): Die Dörfer erlitten brutale Überfälle. In Oparci wurden sechs Zivilisten getötet, darunter drei Mitglieder der Familie Petrović. Die Häuser wurden zerstört, um jede Rückkehr der Bevölkerung zu verhindern.

Ratkovići, Magdovići, Kaludra und Brađevina (21. Juni 1992): In den frühen Morgenstunden wurden 24 Menschen getötet, überwiegend Zivilisten. Die bewegungsunfähige Živana Prodanović wurde auf grausame Weise getötet, und ältere Frauen kamen in brennenden Häusern ums Leben. Die Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht.

Brežani (30. Juni 1992): Bei dem Angriff wurden 32 Zivilisten und Soldaten getötet. Viele Opfer erlitten schwere Folter; einige wurden enthauptet aufgefunden, andere lebendig verbrannt. Die älteren Dorfbewohner Miloš Novaković (85) und Vidosava Trifunović (75) wurden auf grausame Weise auf ihren Grundstücken getötet.

B) Juli – September 1992: Belagerung und Zerstörung engerer Enklaven

Krnjići (5. Juli 1992): Es kam zu einem Massaker an 24 Dorfbewohnern. Die Angreifer töteten Menschen während der Feldarbeit, darunter alte Menschen und Frauen. Der Dorfpriester Slobodan Lazarević wurde auf äußerst brutale Weise getötet, sein Körper wurde verstümmelt, bevor die Kirche geschändet wurde.

Zalazje, Sase, Biljača und Zagoni (12. Juli 1992 – Petrovdan): Ein koordinierter Großangriff, bei dem 69 Serben getötet wurden. In Zalazje wurde ein Teil der gefangenen serbischen Kämpfer und Zivilisten lebend nach Srebrenica gebracht, wo sie schwere Folter erlitten, bevor sie liquidiert wurden. Ihre sterblichen Überreste wurden erst 2010 auf einer örtlichen Müllhalde gefunden.

Magašići (Gornji und Donji) und Hranča (Juli 1992): In Gornji Magašići wurden am 20. Juli acht Zivilisten getötet, überwiegend Frauen, die auf den Feldern arbeiteten. Unter den Opfern befand sich auch die schwangere Ljiljana Ilić (26). In Donji Magašići und Hranča wurden Häuser systematisch niedergebrannt, und angetroffene Zivilisten wurden hingerichtet.

Ježestica (August 1992 / Januar 1993): Das Dorf wurde mehrfach angegriffen. Beim ersten Angriff wurden neun Dorfbewohner getötet; den Brüdern Anđelko und Dragan Miladinović wurden vor den Augen ihrer Mutter die Köpfe abgeschlagen, die die Angreifer als Trophäen nach Srebrenica mitnahmen. Im Januar 1993 wurde das Dorf endgültig vernichtet und niedergebrannt.

Podravanje (24. September 1992): In vollständiger Umzingelung wurden 32 Dorfbewohner getötet. Die meisten Opfer wurden massakriert und erlitten vor ihrem Tod erschreckende körperliche Folter. Alle Häuser wurden geplündert und bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

C) Oktober – Dezember 1992: Ausweitung des Konflikts in Richtung Drina

Fakovići und Boljevići (5. Oktober 1992): Ein systematischer Angriff, bei dem 25 Serben getötet wurden. Die Opfer wurden in ihren Häusern und Höfen getötet, viele Leichen wurden später verkohlt in niedergebrannten Gebäuden gefunden. Die Verbindung entlang der Drina wurde unterbrochen.

Loznička Rijeka (1992): Dieser Ort erlitt durch aufeinanderfolgende Überfälle schwere Verluste, wobei Dutzende Menschen getötet und die gesamte Bevölkerung vertrieben wurde.

Sikirić und Bjelovac (14. Dezember 1992): Bei einem massiven grenzüberschreitenden Angriff wurden 68 Menschen serbischer Nationalität getötet. Unter den Opfern waren viele Frauen und Kinder. Überlebende Zivilisten versuchten in Flüchtlingstrecks, die Drina in Richtung Serbien zu durchschwimmen, während ununterbrochen Scharfschützen- und Maschinengewehrfeuer auf sie eröffnet wurde.

Brana Bačići (Dezember 1992): Ein industrieller und ziviler Punkt, der angegriffen wurde, um den Uferstreifen zu kontrollieren; dies war begleitet von Tötungen von Arbeitern und Wachleuten.

D) Januar – April 1993: Höhepunkt der Winteroffensive der Armee Bosnien und Herzegowinas

Kravica und Šiljkovići (7. Januar 1993 – Weihnachten): Einer der brutalsten Angriffe unter dem Kommando von Naser Orić. Getötet wurden 49 Dorfbewohner, mehr als 80 wurden verwundet. Das jüngste Opfer war Vladimir Gajić (4 Jahre), das älteste Mara Božić (84 Jahre), die vor ihrem Tod gefoltert und verbrannt wurde. Das gesamte Zentrum des serbischen Widerstands mit über 600 Häusern wurde vollständig niedergebrannt, Vieh und Lebensmittel wurden geplündert.

Skelani (16. Januar 1993): Der Angriff umfasste den Ort selbst und zahlreiche umliegende Weiler. Getötet wurden 69 Dorfbewohner, 165 wurden verwundet. Die meisten Zivilisten wurden auf der Brücke getötet, die Skelani und Bajina Bašta verbindet, während sie unter Feuerstößen nach Serbien zu fliehen versuchten. Auf dieser Brücke wurden auch die Jungen Aleksandar (5) und Radisav Dimitrijević (11) getötet.

Konjević Polje und Sandići (Anfang 1993): Serbische Grundstücke und Gemeinschaften wurden im Verlauf der Winteroperationen der ABiH vollständig beseitigt und besetzt, mit dem Ziel, Srebrenica mit Cerska und Žepa zu verbinden.

Osmače, Međe und Višnjica (bis Frühjahr 1993): Grenznahe und Randdörfer erlitten vollständige ethnische Säuberung und Zerstörung, bevor die Vereinten Nationen Srebrenica im April 1993 zur „Schutzzone“ erklärten.

Diese Verbrechen erzeugten unter den lokalen Serben ein kollektives Trauma aus Frustration, großen Verlusten und Ohnmacht. Sie dienten als erschreckender Treibstoff des Zorns.

Kulmination und Zusammenbruch der Spirale: Juli 1995

Drei Jahre nach Beginn der anfänglichen Konflikte erreichte die Kriegsspirale ihr blutigstes und tragischstes Crescendo. Nach dem Einmarsch der Armee der Republika Srpska (VRS) unter dem Kommando von Ratko Mladić in die UN-Schutzenklave Srebrenica im Jahr 1995 wurde ein massives, kaltblütiges und systematisches Verbrechen an gefangenen männlichen Bosniaken begangen. Frauen, Kinder und alte Menschen wurden von der VRS verschont und mit Bussen in Sicherheit gebracht. Danach wurden alle wehrfähigen Männer in kleineren Gruppen an verschiedene Orte gebracht, hingerichtet und begraben.

Warum und wie konnte das alles geschehen?

Nach der Erklärung Srebrenicas zur UN-Schutzenklave im April 1993 wurde ihre vollständige Entwaffnung vereinbart. Die Demilitarisierung wurde jedoch vor Ort nie umgesetzt. Die Kräfte der 28. Division der Armee Bosnien und Herzegowinas unter dem Kommando von Naser Orić behielten ihre leichten Waffen, ihre Kommandostruktur und ihr militärisches Potenzial innerhalb der Enklave.

So wurde Srebrenica zu einem militärischen Paradox: ein Ort unter dem Schutz des Völkerrechts, von dem aus militärische Überfälle auf umliegendes serbisches Gebiet durchgeführt wurden. Wie ein Fuchs, der im Winter in einen Hühnerstall eindringt, schreckliche Verluste verursacht und dann seine Spuren geschickt im Schnee verwischt, nutzten die Einheiten unter dem Kommando von Naser Orić die Schutzzone als sicheren Zufluchtsort. Sie brachen zu schnellen, zerstörerischen Kriegszügen gegen umliegende serbische Dörfer auf und kehrten nach den Angriffen in die Enklave zurück, wo sie in der Zivilbevölkerung untertauchten.

Der französische General Philippe Morillon, der als erster nach Srebrenica gelangte, erklärte später in seiner Aussage vor dem Haager Tribunal, Naser Orić habe einen Krieg nach der Taktik von Partisanenüberfällen geführt, bei denen Zivilisten häufig als Schutzschild genutzt worden seien. Unter solchen Umständen konnte die VRS die militärischen Kräfte, die sie angriffen, nicht lokalisieren oder neutralisieren. Dies erzeugte in den Reihen serbischer Kämpfer und der Bevölkerung einen kumulativen, unerträglichen Zorn. Jeder Überfall und jede schnelle Rückkehr der Angreifer unter den Schutz der Vereinten Nationen zog die Feder dieser Kriegsspirale weiter auf, bis sie im Juli 1995 endgültig brach.

Nach den rechtlich und wissenschaftlich festgestellten Tatsachen vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) und dem Internationalen Gerichtshof (IGH) wurden im Juli 1995 über 8.000 bosniakische Männer und Jungen organisiert hingerichtet. Die Opfer wurden an Orten wie Kravica, in der landwirtschaftlichen Genossenschaft, Orahovica, Pilica, Branjevo und Petkovci massenhaft erschossen. Diese Tat wurde rechtlich als Genozid eingestuft.

Die dialektische Verbindung zwischen 1992 und 1995 zeigt sich darin, dass dieses Massenverbrechen nicht isoliert vom dreijährigen Kontext der Belagerung, gegenseitiger Angriffe und eines angestauten Wunsches nach Vergeltung betrachtet werden kann. Die Spirale der Gewalt, einmal in Gang gesetzt, löschte soldatische Ehre und moralische Hemmungen vollständig aus und verwandelte die Aktion zur Verteidigung von Territorium aus dem Jahr 1992 in eine monströse Exekution Tausender Gefangener im Jahr 1995.

Erklärung ist keine Rechtfertigung

In jeder ernsthaften gesellschaftlichen und historischen Analyse ist es entscheidend, zwei Begriffe voneinander zu unterscheiden: Erklärung und Rechtfertigung. Die Physik der Kriegsspirale zu verstehen — zu begreifen, dass die schrecklichen Verbrechen von 1992/1993 Zorn und die Bedingungen für den Schrecken von 1995 erzeugten — ist eine wissenschaftliche Erklärung kausaler Zusammenhänge.

Diese Erklärung darf jedoch keinesfalls eine moralische oder rechtliche Rechtfertigung sein. Die Massenexekution gefangener Menschen im Juli 1995 war ein eigenständiges, planmäßig organisiertes Verbrechen, das alle Normen des internationalen Kriegsrechts und zivilisatorischer Werte überschritt, genauso wie die verbrecherischen Feldzüge gegen 156 serbische Dörfer und Weiler in der Umgebung von Srebrenica. Die Kriegsspirale erklärt, wie Menschen in der Masse ihre Menschlichkeit verlieren, aber sie amnestiert nicht denjenigen, der den Befehl gab und den Abzug betätigte.

Frieden als höchstes politisches Interesse

Diese grausame Anatomie des Leidens im Podrinje hinterlässt uns eine einzige, höchste Lehre: Die Kriegsspirale besitzt kein eingebautes Bremssystem. Sie ernährt sich wahnsinnig von den Körpern Unschuldiger auf beiden Seiten, bis sie sich physisch erschöpft oder bis eine äußere Kraft sie stoppt.

Deshalb ist das Gedenken an alle Opfer ohne Unterschied — an serbische Zivilisten, die auf ihren Türschwellen getötet wurden, ebenso wie an bosniakische Jungen und Männer, die in Srebrenica hingerichtet wurden — kein Aufruf zur Suche nach einer simplifizierten Symmetrie der Schuld. Es ist der gemeinsame Nenner des Leidens, der uns deutlich zeigt, dass es im Krieg keine Sieger gibt und keine Sieger geben kann.

Wenn Krieg einmal beginnt, weicht die Logik der Humanität und des Rechts der blinden Physik des Konflikts. Politiker und Heerführer, die glauben, den Krieg zu kontrollieren, sind in Wirklichkeit nur Figuren in einem Mechanismus, der sie übersteigt. Das größte, bedeutendste und einzig wirklich legitime Ziel jeder verantwortlichen Politik muss sein: alle Kriege ein für alle Mal zu beenden. Es gibt kein nationales, staatliches oder ideologisches Interesse, das das Leben eines einzigen Kindes wert wäre. Das Gedenken an die Opfer ist unsere Pflicht gegenüber der Vergangenheit, und die Bewahrung eines dauerhaften Friedens ist das einzige Unterpfand für eine Zukunft, in der sich eine solche Spirale niemals wieder in Bewegung setzt.

Dieser schreckliche Krieg forderte insgesamt mehr als 80.000 Opfer. Die Verbrechen in der Umgebung von Srebrenica und in Srebrenica selbst machen somit insgesamt nur einen kleineren Teil davon aus, sind jedoch wegen ihrer Grausamkeit zum Gegenstand zahlreicher Gespräche geworden, die bis heute, mehr als 30 Jahre nach dem Ende dieses Krieges, nicht verstummen.

Wissenschaftliche und dokumentarische Quellen, auf die sich der Artikel stützt

„Das bosnische Buch der Toten: Menschliche Verluste in Bosnien und Herzegowina 1991–1995“ – Forschungs- und Dokumentationszentrum (IDC) Sarajevo, Autor Mirsad Tokača. Dies ist die umfassendste unabhängige wissenschaftliche Studie und Datenbank, die methodische Präzision in die Erfassung der Opfer aller Nationalitäten in Bosnien und Herzegowina brachte und den Raum für politische Manipulationen verringerte.

Archiv des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) / Internationaler Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe (IRMCT):

Fall „Ankläger gegen Radovan Karadžić“ (IT-95-5/18).

Fall „Ankläger gegen Ratko Mladić“ (IT-09-92).

Fall „Ankläger gegen Naser Orić“ (IT-03-68) – Gerichtsprotokolle, Zeugenaussagen von Sachverständigen und Militäranalysten zu den Operationen der ABiH im Podrinje 1992–1993.

Demografische Studien der Sachverständigeneinheit des ICTY (Ewa Tabeau und Jakub Bijak): Wissenschaftliche Arbeiten und statistische Berichte, die dem Gericht vorgelegt wurden und die demografischen Veränderungen sowie die Zahl der Getöteten in der Region Srebrenica und im Podrinje während des Krieges präzise analysieren.

Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen über Srebrenica (1999): Dokument A/54/549, das die erschreckende Chronik der Ereignisse seit Kriegsbeginn, die Rolle der Schutzzonen und die Dynamik des Konflikts vor Ort detailliert analysiert.

Dokumentation des Zentrums für die Erforschung des Krieges, der Kriegsverbrechen und der Suche nach vermissten Personen der Republika Srpska / Verband der Lagerinsassen der Republika Srpska: Medizinische Dokumentation zu Todesursachen, Fotodokumentation von Exhumierungen und offizielle Listen getöteter Zivilisten in den Dörfern Kravica, Zalazje, Skelani und Brežani.